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Wimbledon

Comeback gegen Stephens - Konta wahrt britische Titelhoffnungen bei den Frauen

Erst fluchte sie laut, dann drehte sie die Partie - Johanna Konta gewann ein schon hoffnungslos scheinendes Match gegen Sloane Stephens und zog ins Achtelfinale ein.

Johanna Konta / REUTERS

Johanna Konta ist die letzte verbliebene britische Spielerin im Turnier

Samstag, 06.07.2019   18:50 Uhr

Johanna Konta hat ihr Drittrunden-Match gegen Sloane Stephens 3:6, 6:4, 6:1 gewonnen und wahrt damit die Chance auf den ersten Triumph einer britischen Spielerin in Wimbledon seit dem Erfolg von Virginia Wade 1977. Im Achtelfinale wird die 28-Jährige auf Petra Kvitova treffen, die zuvor souverän 6:3, 6:2 gegen die Polin Magda Linette gewonnen hatte.

Zwischenzeitlich sah es im zweiten Satz finster aus für Konta. Den ersten Satz hatte sie gegen eine starke Stephens deutlich 3:6 abgegeben. Auch zu Beginn des zweiten wirkte sie unterlegen und fluchte laut. Beim Stand von 2:2 attackierte Stephens weiter, doch Konta fand zurück in die Partie und gewann das fünfte Spiel. Am Ende des Satzes stand es 6:4 für die Britin.

Im Entscheidungssatz ließ Konta ihrer Gegnerin, die von dem plötzlichen Comeback ihrer Kontrahentin überfordert schien, dann keine Chance mehr und entschied ihn 6:1 für sich.

"Ich habe mich einfach reingekämpft", sagte Konta und fand lobende Worte für die lange stärker wirkende Stephens. "Sie hat absolut großartig gespielt und ich hatte mich schon komplett darauf eingestellt, nach diesem zweiten Satz nicht mehr zurückzukommen. Ich hielt einfach den Druck aufrecht und bin sehr glücklich mit dem Tennis, das ich spiele."

Konta hatte alle drei bisherigen Begegnungen mit Stephens gewonnen. Zuletzt hatte sie die 26-Jährige bei den French Open aus dem Turnier geworfen und war ins Halbfinale eingezogen, das sie gegen die damals 19-jährige Marketa Vondrousova verlor.

tip

insgesamt 1 Beitrag
jean-baptiste-perrier 07.07.2019
1. Konta kriegt die Kurve!
Konta neigt ja auch dazu häufig zu schnell mit Gewalt auf den Winner zu gehen. Ob sie ihre Matche gewinnt, hängt ab in welcher Balance die Winner zu den Unforced Errors stehen. Im ersten und zu Beginn des zweiten Satzes hat sie [...]
Konta neigt ja auch dazu häufig zu schnell mit Gewalt auf den Winner zu gehen. Ob sie ihre Matche gewinnt, hängt ab in welcher Balance die Winner zu den Unforced Errors stehen. Im ersten und zu Beginn des zweiten Satzes hat sie schlicht zuviel verballert. Ab Mitte zweiter Satz bis Ende dritter Satz hatte Konta dann viel mehr Präzision und Kontrolle in ihren Attacken. Wenn sie diese Genauigkeit auch gegen Kvitova durchgängig zeigen kann, dann hat sie nicht zuletzt mit Hilfe des Publikums auch gute Chancen die Tschechin zu besiegen. Sollte Konta nicht den Touch haben, dann wird es schwierig und sie muss dann weniger riskante Schläge und längere Ballwechsel probieren. Sprich mal etwas Geduld aufbringen. Das fällt ihr häufig ähnlich schwer wie Görges oder Ostapenko. Zum Beispiel im Wimbledon Halbfinale 2017 gegen Venus Williams hat Konta überdreht indem sie zuviel Risiko bei mangelnder Präzision ging und verlor das Match. Das Halbfinale in Paris vor ein paar Wochen hätte sie auch nie und nimmer verlieren dürfen nachdem sie vorher souverän durchs Turnier marschiert war. Die Nerven? So war es für Barty im Endspiel ein Spaziergang gegen die junge Vondrousova, der schon die Halbfinal-Teilnahme im Viertelfinale von Petra Martic (auch die Nerven) geschenkt worden war.

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