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Asia-Wok mit Tempeh und Konjaknudeln

Nimm das, Vielfleischesser

Sommerliche Temperaturen verlangen nach leichten Speisen. Aber einmal am Tag möchte man etwas Warmes, das auch satt macht. Dieses Rezept vereint zwei Lebensmittel, die uns dennoch die Strandfigur retten.

Peter Wagner/ Foodbild
Von Hobbykoch
Samstag, 06.07.2019   10:14 Uhr

Tempeh ist ganz groß im Kommen als veganer Eiweißträger. Mit einem Proteinanteil von fast 20 Prozent und seinen darmfreundlichen Inhaltsstoffen gehört es zu den gesündesten Eiweißlieferanten der tierfreien Ernährung. Im Vergleich zu Tofu hat Tempeh eine festere Textur und ist angenehmer zu kauen, und anders als die Eiweißbombe Seitan - die aus purem Weizengluten besteht - ist es auch geeignet für Menschen mit Glutenallergie (Zöliakie).

Für Tempeh werden geschälte Sojabohnen mit dem Edelschimmelpilz Rhizopus geimpft und dann bis zu 48 Stunden fermentiert. Danach hat es einen angenehm nussig-pilzigen Eigengeschmack. Durch Marinieren kann dieser jedoch in die gewünschte Richtung gelenkt werden - zum Beispiel mit Sojasauce in die asiatische Geschmackswelt, oder mit Knoblauchöl für mediterrane Rezepte. Die Riegel können auch frittiert oder ausgebraten werden.

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Macht satt, aber nicht dick: Asia-Wok mit Tempeh und Konjaknudeln

Unser heutiges Hobbyküchenrezept für "Asia-Wok mit Tempeh und Konjaknudeln" ist selbst für Vielfleischesser eine Empfehlung . Besonders an heißeren Tage, an denen man zwar eine warme Mahlzeit möchte, aber nicht für den Rest des Tages platt sein. Neben den ohnehin kalorienarmen und leichtverdaulichen Basis-Zutaten wie Tempeh, Gemüse und Edamame-Bohnenkerne drücken vor allem die in Spaghettilänge geformten weißen Nudeln aus dem Mehl der Konjakwurzel auf die Kalorienbremse.

In Asien schätzt man diese Nudeln seit Jahrhunderten als Suppeneinlage. Kein Wunder, besteht das namensgebende Konjakmehl doch primär aus Glucomannan. Dieser Ballaststoff kann die 50-fache Wassermenge der eigenen Masse binden und wird im Dünndarm energetisch nicht absorbiert. Dies geschieht erst - wie bei vielen Ballaststoffen - im Dickdarm und sorgt dort für ein angenehmes Sättigungsgefühl.

Ideale Sättigungsbasis für leichte Asia-Gerichte

In Gelform wird dieses Mehl in der traditionellen chinesischen Medizin als Hustenlöser und zur Behandlung von Brandwunden benutzt. Auch in der westlichen Gesundheitsforschung gilt der Stoff als besonders darmfreundlich und durch die spezielle Kohlehydratstruktur als gut geeignet, die Gewichtsabnahme zu unterstützen. Das klingt gut, hat aber einen kleinen und für viele Esser entscheidenden Nachteil: Konjaknudeln stinken nach Fisch, wenn man sie aus der Packung holt.

Wenn man dieses Aroma durch dreimaliges Wässern erfolgreich abgewaschen hat, schmeckt diese Pasta nach nichts. Wie Glasnudeln erzeugt sie ein leicht glibberiges Mundgefühl - und im Gegensatz zu Teigwaren aus Hartweizenmehl nimmt sie keine Sauce auf. Aber genau diese Eigenschaften machen Konjaknudeln tatsächlich zu einer idealen Sättigungsbasis für leichte Asia-Gerichte.

Kombiniert man sie zum Beispiel mit der gleichen Menge Sojasprossen (wie in unserem Rezept), verschwimmen die Unterschiede der beiden Zutaten - und der herzhafte Biss der Sprossen scheint auf die ebenfalls schlohweißen Spaghetti überzugehen. Von der leicht gummiartigen Textur ist im Zusammenspiel der Zutaten jedenfalls nichts mehr zu spüren.

Entscheidend wie bei allen Wok-Gerichten ist natürlich auch bei unserer kleinen veganen Fingerübung, dass die Zutaten sehr kurz gebraten werden und dadurch knackig bleiben. Das Rezept lässt sich auf der Gemüseseite auch problemlos dem aktuellen Angebot im Handel anpassen - sehr gut schmecken dazu auch Zuckerschoten, Mini-Brokkoli, Baby Pak Choi, Bambussprossen, kleine Maiskölbchen oder normaler grüner Spargel statt des Thaispargels.

Die restlichen Zutaten gibt es mit Ausnahme der Tamari (Reformhaus, Bioladen, notfalls salzarme normale Sojasauce verwenden) in der Asia-Abteilung jedes halbwegs gut sortierten Supermarktes.

insgesamt 19 Beiträge
Trockenfisch 06.07.2019
1. Konjaknudeln
sind einfach ein Graus und wer sagt das die schmecken macht sich selbst was vor. Das andere Zeug, na ja wer es mag. Nur zu!
sind einfach ein Graus und wer sagt das die schmecken macht sich selbst was vor. Das andere Zeug, na ja wer es mag. Nur zu!
The Restless 06.07.2019
2. Mehr davon!
Denn genauso funktioniert es: Wir brauchen keinen Veggie-Day, an dem Menschen in Kantinen zum vegetarischen Essen genötigt werden. Wir brauchen leckeres vegetarisches Essen im Angebot, das wir genießen können und wollen. Ich [...]
Denn genauso funktioniert es: Wir brauchen keinen Veggie-Day, an dem Menschen in Kantinen zum vegetarischen Essen genötigt werden. Wir brauchen leckeres vegetarisches Essen im Angebot, das wir genießen können und wollen. Ich bin weitgehend weg vom Fleisch, seitdem ich die richtigen Alternativen habe ....
dasfred 06.07.2019
3. Glibber mit Fleischersatz
Das positive an diesem Rezept ist, es erinnert mich daran, mal wieder was im Wok zu machen. Das war es dann aber auch. Für mich entwickelt sich Herr Wagner immer mehr zum Jan Fleischhauer der Koch Rubrik. Man will es lesen aber [...]
Das positive an diesem Rezept ist, es erinnert mich daran, mal wieder was im Wok zu machen. Das war es dann aber auch. Für mich entwickelt sich Herr Wagner immer mehr zum Jan Fleischhauer der Koch Rubrik. Man will es lesen aber man kommt aus dem Kopfschütteln nicht wieder raus.
saumhuhn 06.07.2019
4. Wenn Tempeh
in Indonesien für viele Ärmere der Fleischersatz ist, wieso kosten dann 200 g 10,95 EUR und die Sparpackung 6x200 g immerhin noch 32,95 (Durchschnitte auf Amazon)? Manches gute Fleisch ist da günstiger. Ich frage mich, wie die [...]
in Indonesien für viele Ärmere der Fleischersatz ist, wieso kosten dann 200 g 10,95 EUR und die Sparpackung 6x200 g immerhin noch 32,95 (Durchschnitte auf Amazon)? Manches gute Fleisch ist da günstiger. Ich frage mich, wie die Indonesier das bezahlen - oder warum der Aufschlag hierzulande so unmäßg ausfällt.
anark 06.07.2019
5.
Ich sehe mir ja des öfteren interessehalber die Rezepte von Herrn Wagner an, spätestens ab Seite 2 mit der schier endlosen Zutatenliste hat sich das Nachkochen erledigt. Ich will kein Gourmetrestaurant eröffnen sondern meiner [...]
Ich sehe mir ja des öfteren interessehalber die Rezepte von Herrn Wagner an, spätestens ab Seite 2 mit der schier endlosen Zutatenliste hat sich das Nachkochen erledigt. Ich will kein Gourmetrestaurant eröffnen sondern meiner Familie eine abwechslungsreiche und schmackhafte Küche bieten.

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