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Berlin Fashion Week

"Berliner Salon" wird eingestellt

Der "Berliner Salon" sollte ein Schaufenster sein für deutsche Designtalente. Nun wurde das Aus verkündet. Damit bricht der Berliner Modewoche einer ihrer wichtigsten Termin weg.

Getty Images

Präsentation während des "Berliner Salons" im Juli 2017

Dienstag, 26.03.2019   16:24 Uhr

Der "Berliner Salon" wird zur kommenden Ausgabe der Berliner Fashion Week eingestellt. Damit bricht der Modewoche nur drei Ausgaben nach ihrer vielversprechenden Neuausrichtung einer ihrer wichtigsten Termine weg. Die Gruppenausstellung wurde 2015 initiert, um deutschen Designtalenten ein Schaufenster zu bieten, vor allem auch solchen, die sich keine großen Schauen leisten können.

Die Veranstaltung - eine Idee der deutschen "Vogue"-Chefin Christiane Arp und dem Veranstalter der Fashion Week, Markus Kurz - war eines der zentralen Formate der Modewoche. Zum einen als Kontaktbörse, und weil die Besucher nirgends einen besseren Überblick über Design made in Germany bekommen. Mehr als 40 deutsche Kreative und Marken stellen hier zuletzt ihre Arbeit aus, Veteranen wie Unützer, Talbot Runhof, Lala Berlin oder Dawid Tomaszewski, Tradititionsmarken wie der Handschuhhersteller Roeckl, aber auch junge Talente wie Anna Heinrich (Horror Vacui) oder William Fan.

Das kam gut an in der Branche. Für viele Besucher war der Salon eines der Highlights, der an Events nicht gerade armen Modewoche in der Hauptstadt. Nicht nur, weil man hier so viele Eindrücke in kurzer Zeit gewinnen konnte. "Die Gruppenausstellung des Berliner Salon ist das Herzstück der Fashion Week und zeigt die Vielfalt, Eleganz und Kreativität der Mode aus Deutschland", sagtedie Berliner Bürgermeisterin Ramona Pop nach der jüngsten Ausgabe.

Doch natürlich geht es auch bei der Berliner Modewoche vor allem ums Verkaufen - und dazu kam es leider viel zu selten. Die Berliner Modewoche zieht zwar viele Menschen an, aber die wichtigen Einkäufer reisen lieber nach Paris oder Mailand, Das ist auch mit ein Grund, weswegen vielversprechende Label wie etwa GmbH oder Designer wie Damir Doma ihre Unternehmung gleich dort starten, und nicht in Deutschland.

Nicht genügend Marktpotential

Hinzu kommt der problematische Termin der Fashion Week. In der Regel überschneidet sie sich mit denen in Frankreich und Italien. "Unter professionellen Gesichtspunkten kann, unserer Meinung nach, das Format auf Grundlage der bestehenden Berliner Messedaten international nicht wettbewerbsfähig weiterentwickelt werden", wird Markus Kurz in der Pressemitteilung zum Aus zitiert. Letztlich hätte Berlin als Markt für Mode nicht genügend Potential.

Bislang wurde die Veranstaltung maßgeblich von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe getragen, die seit 2007 die Fashion Week und die Berliner Modelandschaft mit mehr als zehn Millionen Euro gefördert hat. Inwieweit die Einstellung des Salons auch damit zu tun haben könnte, dass der Berliner Senat womöglich seine finanzielle Unterstützung zurückfahren möchte, ist noch nicht bekannt. Die Antwort auf eine entsprechende Anfrage dazu steht bisher noch aus.

löw

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