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Stil

Foto-Schatz

Die High Society des 20. Jahrhunderts

Der Hochglanz-Verlag Condé Nast öffnet endlich seine Archive: Die Aufnahmen zeigen Models, Schauspieler, Schriftsteller, Künstler, fotografiert von den Besten der Besten. Die Auswahl.

Getty Images
Montag, 02.05.2016   11:20 Uhr

Mitten in New York, in klimaregulierten Räumen und sicher verwahrt in verschieden farbigen, alphabetisch sortierten Ordnern lagert ein fotografischer Schatz: Das Bildarchiv von Condé Nast. In der "Gruft", wie das Archiv früher genannt wurde, liegen mehr als eineinhalb Millionen Fotografien, die beinahe 100 Jahre Mode- und Gesellschaftsgeschichte zeigen. Gemeinsam mit der Bildagentur Getty Images macht der Medienkonzern nun einen Teil der größtenteils unveröffentlichten Aufnahmen der Öffentlichkeit zugänglich.

Models, Schauspieler, Schriftsteller, Künstler, Stars und Sternchen - in der mehr als 30.000 Bilder umfassenden Kollektion findet sich nahezu die gesamte High Society des 20. Jahrhunderts. Die Inventarliste reicht von Ikonen wie Marlon Brando und Coco Chanel bis hin zu Twiggy, Iman und Kate Moss.

"Wir haben uns zunächst an berühmten Shootings oder Fotografen orientiert, und uns dann Ordner vorgenommen, die teilweise seit 30 oder 40 Jahren nicht mehr geöffnet wurden", sagte Condé Nasts Chefarchivar Shawn Waldron bei der Eröffnung einer begleitenden Ausstellung in der Firmengallerie im New Yorker One World Trade Center.

Mindestens ebenso imposant wie die Liste der Porträtierten sind die Namen der Fotografen. Viele der Aufnahmen stammen von Größen wie Cecil Beaton oder Edward Steichen, der als "Vater der Modefotografie" gilt. Auch der deutschstämmige Horst P. Horst (siehe Bildergalerie unten), der jede First Lady der Nachkriegszeit fotografiert und so bekannte Fotografen wie Herb Ritts und Robert Mapplethorpe geprägt hat, ist vertreten.

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Horst P. Horst: Magier des Lichts

Getty Images habe schon länger ein Auge auf das Archiv von Condé Nast geworfen, schreibt Bob Ahern, der Archivdirektor der Agentur, in einer Pressemitteilung. Es umfasst "die komplette Palette von den ersten Supermodels aus den 1930ern bis hin zu den Ikonen der Blütezeit, den Kate Mosses und Christy Turlingtons". Er habe sich gefühlt wie ein Kind im Süßwarenladen, so Ahern.

Die in den Zwanzigerjahren gegründete Bilder- und Dokumentensammlung geht zurück auf Condé Montrose Nast. Der Unternehmer hatte 1909 den Titel "Vogue" erworben. Nast ging als einer der ersten Verleger dazu über, die Namen der Fotografen abzudrucken. Wenige Jahre später sicherte er sich die Rechte am Namen "Vanity Fair" und legte damit den Grundstein für sein Hochglanz-Imperium.

löw

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