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Stil

Ferienhaus auf Mallorca

Dorfschönheit

Im mallorquinischen Dörfchen Deià ist es schön. Das wussten schon Miró und Chopin. Besonders schön ist es, wenn einem so ein Haus zur Verfügung steht wie dieser von zwei Designern aufgemöbelte Ferientraum.

Cgreg Cox/ Callwey
Donnerstag, 15.08.2019   17:31 Uhr

Deià liegt an der Nordwestküste Mallorcas. Ein 700-Einwohner-Dorf in einem Tal 400 Meter über dem Meeresspiegel. Künstler wie Joan Miró und Frédéric Chopin bescherten dem Ort das Label Künstlerdorf. Doch spätestens seit der Milliardär Richard Branson hierhin Geschäftspartner und Freunde einlädt, ist es ein Ferienziel für Promis und Luxustouristen.

Wer in Haus "Deià" entspannt, wollten die Designer Oro del Negro und Manuel Villanueva nicht verraten. Dafür erzählten sie dem Buchautor Thomas Niederste-Werbeck, wie sie in den Räumen des alten Hauses moderne und traditionelle Elemente zu einer gelungenen Einrichtung vermischten.

Ihr Konzept beschreiben sie als Balanceakt zwischen den Gegensatzpaaren Alt und Neu, Einfachheit und Komplexität, Landschaft und Innenwelt, Kante und Kurve sowie "Oro und Manuel". Wie gut den beiden dieser Ausgleich gelingt, zeigt sich schon an der Eingangstür. Sie ist eine Maßanfertigung eines örtlichen Tischlers: Eichenholz, beschlagen mit handgeschmiedeten Türgriffen und einem Messingschloss.

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Haus Deià: Traditionell modern

Für ihre Neuinterpretation des traditionell Mallorquinischen griffen sie auf die Hilfe einheimischer Handwerker und Künstler zurück. Lokale Ressourcen seien immer ihr Mittel der Wahl, schreibt Niederste-Werbeck in seinem Buch "Mallorca mit Stil", für das er die Designer interviewt hat. Dabei gehe es ihnen aber nicht um die reine Verwendung. Neuartig und überraschend müsse der Einsatz sein. Wie zum Beispiel im Fußboden, für den sie Natursteine mit elfenbeinfarbigem Zement kombinierten. Urban-clean trifft auf ländlich-schlicht.

Das gilt auch für den Essbereich: Vor rustikalen aufgearbeiteten Holztüren eines Einbauschranks steht ein runder Esstisch im skandinavischen Design. Gesessen wird auf transparenten Ghost-Stühlen von Philippe Starck. Anderes Mobiliar ist von den Einrichtern selbst entworfen worden, etwa die Lampen aus recyceltem Messing, die del Negro und Villanueva zusammen mit einem baskischen Designstudio gebaut haben.

Preisabfragezeitpunkt:
14.08.2019, 12:31 Uhr
Ohne Gewähr

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Thomas Niederste-Werbeck
Mallorca mit Stil

Verlag:
Callwey
Seiten:
192
Preis:
EUR 39,91

Den Kontrast zwischen Tradition und Moderne verschärfen rote, rosa und schwarze Farbakzente vor natürlichen Materialien und Oberflächen. Besonders eindrucksvoll inszeniert ist das im Wohn-Essbereich. Vor der weißen Kaminwand steht ein rotes Sofa. Nebenan wird ein an sich schmuckloser Stahlträger dank rosa Anstrich zum markanten Designelement.

Einfach, aber wirkungsvoll

Im Bad geht es ruhiger zu. Es gibt wenig, was den Blick ablenken könnte. Die Wände sind mit Naturputz verkleidet. Aus einer alten gusseisernen Wanne und Mikrozement machten die Innenarchitekten eine perfekt in die Fensternische eingepasste Badewanne. Für die Armaturen wählten sie unlackierten Messing, der Waschtisch ist aus Stein.

Im Außenbereich und auf der Dachterrasse zeigt sich noch einmal der Spür- und Kombinationssinn der beiden Designer: zu einem antiken Esstisch gesellen sich Stahlrohrstühle aus dem Internet, Schafsfelle von Ikea und eine Lampe, deren Schirm früher einmal das Gefängnis für einen balinesischen Hahn war. Skandinavische und balinesische Einsprengsel in einer spanischen Designarbeit, die Tradition und Moderne verbindet. Gekonnt ist gekonnt.

löw

insgesamt 7 Beiträge
dutom 15.08.2019
1. Kein Bild das das gesamte Haus zeigt?
Oder zumindest eine Landschaftsaufnahme wäre schön gewesen.
Oder zumindest eine Landschaftsaufnahme wäre schön gewesen.
MeckiP 15.08.2019
2.
Eine etwas merkwürdige Einleitung. Chopin war niemals in Deia. Ebensowenig wie Miro. Letzterer hatte zwar eine mallorquinische Frau, lebte und arbeitete jedoch immer in Palma. Der Begriff "Künstlerdorf " bezieht sich [...]
Eine etwas merkwürdige Einleitung. Chopin war niemals in Deia. Ebensowenig wie Miro. Letzterer hatte zwar eine mallorquinische Frau, lebte und arbeitete jedoch immer in Palma. Der Begriff "Künstlerdorf " bezieht sich überwiegend auf britische Autoren, Maler und Musiker.
.patou 15.08.2019
3.
Das Bad gefällt mir. Der Rest erinnert mich etwas an Einrichtungsläden mit Spezialgebiet "Shabby Chic". Stichwort im Artikel: "Rustikal aufgearbeitet". Die Terrasse ist mir zu aufgehübscht und die [...]
Das Bad gefällt mir. Der Rest erinnert mich etwas an Einrichtungsläden mit Spezialgebiet "Shabby Chic". Stichwort im Artikel: "Rustikal aufgearbeitet". Die Terrasse ist mir zu aufgehübscht und die Heizung unter der Granitplatte finde ich seltsam. Man braucht für einige Zubereitungen (Teige) eine kalte Arbeitsfläche. Das würde hier zumindest im Winter, bei laufender Heizung das Arbeiten erschweren. Hier wurde offenbar der Optik der Vorzug gegenüber der Funktion gegeben.
Papazaca 16.08.2019
4. Gemischtes Bild
Dem kann ich mich anschließen. Die Innenarchitektur ist ganz gut, ohne jetzt voll zu überzeugen: Die Starck-Stühle in Plastik, die Heizung im Küchenblock überzeugen mich nicht. Und die Verwendung traditioneller [...]
Zitat von .patouDas Bad gefällt mir. Der Rest erinnert mich etwas an Einrichtungsläden mit Spezialgebiet "Shabby Chic". Stichwort im Artikel: "Rustikal aufgearbeitet". Die Terrasse ist mir zu aufgehübscht und die Heizung unter der Granitplatte finde ich seltsam. Man braucht für einige Zubereitungen (Teige) eine kalte Arbeitsfläche. Das würde hier zumindest im Winter, bei laufender Heizung das Arbeiten erschweren. Hier wurde offenbar der Optik der Vorzug gegenüber der Funktion gegeben.
Dem kann ich mich anschließen. Die Innenarchitektur ist ganz gut, ohne jetzt voll zu überzeugen: Die Starck-Stühle in Plastik, die Heizung im Küchenblock überzeugen mich nicht. Und die Verwendung traditioneller Materialien fällt für mich weder positiv noch negativ ins Gewicht. In wärmeren Regionen reicht mir eigentlich eine Dusche. Aber es scheint hier im Winter kühler zu werden?? Gut es scheint sich um ein älteres Haus zu handeln, davor sollte man in der Regel Respekt haben. Und in Malle haben ja Steine eine große Bedeutung, wenn ich an die vielen Wege aus ungemauerten Steinen denke. Trotzdem, von außen schreckt mich dieser "Naturlook" nachhaltig ab. Zu dem wurden unterschiedliche Steine verwendet und unterschiedlich gemauert. In dieses "naturschöne" Haus würde ich nie im Leben einziehen. Ob Naturkitsch oder Tradition, es ist einfach nicht mein Fall. Von innen bietet sich ein ganz anderes Bild und jeder kann ja mit Bildern, Möbeln und Teppichen seiner Wahl das Haus nach seinen Gesichtspunkten einrichten. Fazit: Für mich ein gemischtes Bild, innen ganz gut, das "Außen" im Leben nicht ....
robinlott 16.08.2019
5.
Ich empfehle dem Autor die Lektüre von "Ein Winter auf Mallorca". Meines Wissens entsprach der Aufenthalt des lungenkranken Chopin auf Mallorca eher einem Horrortrip. Seine Unterbringung war bei weitem nicht so [...]
Ich empfehle dem Autor die Lektüre von "Ein Winter auf Mallorca". Meines Wissens entsprach der Aufenthalt des lungenkranken Chopin auf Mallorca eher einem Horrortrip. Seine Unterbringung war bei weitem nicht so komfortabel.

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