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Stil

Herbstmode für Männer

Ein bisschen bunt, ein bisschen sportlich

Sportkleidung ist einfach praktisch, auch im Alltag. Outdoor-Mode ist es auch. Warum sie nicht mit der Kleidung für den Arbeitsalltag zusammenbringen? Das geschieht aktuell in der Männermode.

Jil Sander/ TMN
Dienstag, 13.08.2019   14:46 Uhr

Jeans, T-Shirts und Pullover, ein paar Hemden und für wichtige Termine noch ein, zwei Anzüge in Grau oder Dunkelblau: Der Kleiderschrank vieler Männer ist nicht sonderlich aufregend bestückt. Buntes beschränkt sich meist auf Sportklamotten und Outdoorkleidung, die restlichen Farben sind eher gedeckt. Dabei ist die Mode für Männer zuletzt wesentlich vielfältiger und auch kreativer geworden.

"Das sieht man vor allem an den Farben", findet Sebastian Wolf vom Fachmagazin "Textilwirtschaft". Weil immer mehr Elemente aus der Sport- in die Alltagsmode übergehen, wird diese farbiger. Wolf hat beim Blick in die Kollektionen für den Herbst und Winter vor allem Rot, Gelb und verschiedene Blautöne entdeckt.

Wem das zu knallig ist, der findet aber auch Teile in Naturtönen. Dazu zählen neben Braun- und Sandnuancen auch dunkles Orange, das wie gebrannt wirkt, oder kräftiges Honiggelb. Ganz Modebewusste tragen Neontöne, lässig als T-Shirt oder edler als Feinstrickpullover. Doch bereits ein kleiner Kontraststreifen - etwa an einer Kapuze - kann ein Outfit aufpeppen.

Auch bei den Stoffen verändert sich was. "In diesem Herbst liegen vor allem glänzende Materialien im Trend", meint Patrick Pendiuk, Leiter des Online-Ressorts Mode bei "Gentlemen's Quarterly". Sie können leicht schimmern oder sogar stark glänzen.

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Leder hingegen sieht man jetzt besonders häufig im Used-Look. "Eine gewisse Patina ist durchaus erwünscht", so Pendiuk. Für die kalte Jahreszeit eignen sich Modelle mit Lammfellbesatz am Kragen. Wer in ein solches Stück investieren möchte, sollte sich für einen Klassiker wie eine Pilotenjacke entscheiden. Aktuelle Modelle sind etwas enger geschnitten als die Vorbilder der US Air Force. Aber auch weniger körperbetont, sondern oversized getragen machen die Teile was her. Tierfreundliche Varianten sind aus Kunstleder oder Synthetik und haben Teddyfell statt Pelz.

Die Renaissance des Daunenmantels ist ein weiteres Ergebnis der Vermischung von sportlichen Looks mit der Geschäftsmode. "Sie sind nach wie vor gefragt und werden jetzt in großzügigen Schnitten, aber leicht tailliert angeboten", sagt Pendiuk. Eine weitere trendige Stilrichtung stellt Multifunktionsjacken und den Parka in den Mittelpunkt.

Vielseitiger Allrounder für den Winter

Eleganter, aber nicht weniger cool sind Mäntel aus Wollstoffen. Sie können mit Kapuzenpulli, Jeans und Turnschuhen getragen werden, aber genauso gut zum Anzug. Damit sind sie vielseitiger als Daunenmäntel oder Lederjacken und bleiben genau deshalb in Mode. Hier kristallisieren sich Königsblau oder Weinrot als Trendfarben heraus.

Ob Strickpullover oder Sweater, dazu passen bequeme und edle Hosen. Soll heißen, mit Bundfalte, aber vielleicht einer Schnürung im Bund, wie man sie von Jogginghosen kennt. Generell werden die Hosen weiter. Jünger wirken sie in der gekürzten Form (cropped), aber das ist eine Typfrage und nicht unbedingt jedem zu empfehlen. Der Hochwasserlook ist eher was für Hipster und weiße Tennissocken. Statt Sneaker können auch Chelsea-Boots zu so einer Hose gut aussehen. In dem Fall sollte der Stoff aber nicht zu viel von den Stiefeln verdecken.

Die reine Freizeitmode läuft im Herbst und Winter 2019 unter dem Motto: Urban Hiking, was so viel heißt wie urbanes Wandern. "Dieser Trend lebt von spannenden Kombinationen wie einer Flanellhose zu einem Strickpullover und einer Outdoorjacke", erklärt Mode-Experte Wolf. Alternativ dazu wird die Jeans getragen, am besten aus schwerem Denim. Dazu passen rustikale Schnürboots aber auch Lederturnschuhe. Als Accessoires eignen sich Pudelmützen aus grobem Strick.

Das Accessoire der Saison und ein echtes Modestatement ist aber ein überlanger Schal. Er kann sogar bis zum Boden reichen. Richtig gewickelt passt so ein Teil zum Zweireiher genauso wie zum sportlichen Outfit.

löw / Andrea Abrell, dpa

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