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Stil

Unterwäschelinie von Kim Kardashian West

Der Form halber

Kim Kardashian West hat eine neue Geschäftsidee: Stützkleidung. Das Konzept ist zwar alt, aber manche der Bauch-weg-Hosen sind tatsächlich innovativ. Ärger gibt es allerdings wegen des Markenamens.

Vanessa Beecroft/ REUTERS

In Topform dank formgebender Unterwäsche: Kim Kardashian steigt ein in den wachsenden Markt für Shapewear.

Mittwoch, 26.06.2019   12:16 Uhr

Kim Kardashian West macht jetzt in Miederware. Über ihr Instagramprofil und ihren Twitteraccount kündigte der Reality-TV-Star am Montag den Start ihrer eigenen Unterwäschemarke an. Die geposteten Bilder zeigen Kardashian West inmitten von Unterwäschemodels. Alle tragen figurformende Unterhosen und Büstenhalter.

"Kimono ist meine Interpretation von Shapewear und Lösungen für Frauen, die wirklich funktionieren", preist die 38-Jährige ihr neuestes Geschäft an. Der Fokus werde auf formgebender Unterwäsche in zahlreichen Größen und Hauttönen liegen. Die Teile sollen "bald" in neun Farbtönen und in Größen von XXS bis XXXXL erhältlich sein.

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Finally I can share with you guys this project that I have been developing for the last year. I’ve been passionate about this for 15 years. Kimono is my take on shapewear and solutions for women that actually work. I would always cut up my shapewear to make my own styles, and there have also been so many times I couldn’t find a shapeware color that blended with my skin tone so we needed a solution for all of this. The third pic is the solution short. I developed this style for all of those times I wanted to wear a dress or skirt with a slit and still needed the support. Introducing Kimono Solutionwear™ for every body. Coming Soon in sizes XXS - 4XL in 9 shades. I can’t wait for you to feel this fabric!#KimonoBody @kimono Photos by Vanessa Beecroft

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"Ich musste meine Shapewear immer zuschneiden, um meine Styles zu kreieren, und oft genug konnte ich einfach keine Farbe finden, die zu meinem Hautton passt, also mussten wir eine Lösung dafür finden", schreibt Kardashian über ihre Motivation für das Projekt, das sie angeblich seit 15 Jahren umtreibt.

Für Ansporn sorgte sicherlich auch die Aussicht auf Anteile an einem schnell wachsenden Markt. Die britische Analysefirma Edited beziffert das weltweite Marktvolumen für Shapewear mit mehr als 2,1 Milliarden US-Dollar. Das ist zwar ein vergleichsweise kleiner Teil der 100 Milliarden, die laut Edit jährlich mit Unterwäsche umgesetzt werden. Dafür steigt der Absatz von Shapewear aber sehr schnell. Laut Edit wuchs die verkaufte Menge zwischen 2016 und 2018 um 30 Prozent.

Vielleicht hat Kardashian West sich aber auch von dem großen Erfolg inspirieren lassen, den Rihanna mit ihren Unternehmungen hat. Die Sängerin ist seit einiger Zeit im Geschäft mit Unterwäsche und Kosmetik (und hat seit neuestem eine eigene Marke unter der Luxusholding LVMH).

Unter dem Namen Savage X Fenty vertreibt Rihanna seit Mai 2018 Reizwäsche. Anders als beim einstigen Platzhirschen Vitoria's Secret enden die BH-Größen aber nicht bei 90F (was einige Frauen diskriminierend fanden). Rihanna verkauft bis 44DD. Mit großem Erfolg. Die erste Kollektion war laut Firmenangaben in kurzer Zeit vergriffen. Noch besser läuft Rihannas Kosmetiklinie. Deren Alleinstellungsmerkmal sind 50 verschiedene Hautfarben. Eine absolute Marktlücke - und für "Time" eine der besten Erfindungen 2017.

Inklusion und Innovation

Inklusion dank großer Größen und verschiedener Hautfarben hat Kim Kardashian West also nicht exklusiv. Doch es gibt auch ein paar Innovationen bei Kimono. Zum Beispiel die Bauch-weg-Po-hoch-Hose mit unterschiedlichen langen Beinen. Was auf den ersten Blick komisch aussieht, macht Sinn, wenn man sich asymmetrisch geschnittene Kleider oder Röcke darüber vorstellt.

Weniger Begeisterung löste indes der Markenname Kimono aus - der Begriff für ein japanisches kaftanartiges Kleidungsstück. Bereits im vergangenen Jahr, kurz nachdem das Klatschportal "TMZ" den Eintrag ins Markenregister veröffentlicht hatte, brach unter Social-Media-Nutzern ein Streit darüber aus, ob es sich dabei um kulturelle Aneignung handelt oder nicht. Der Vorwurf: Kim Kardashian West hat - außer einer Urlaubsreise im März 2018 - keinerlei Verbindungen zu Japan und seiner Kultur vorzuweisen. Deshalb sei die Namenswahl respektlos. Ähnliche Stimmen werden auch nun wieder laut.

Sollten die Sachen aus welchem Grund auch immer keine Verkaufsschlager werden, hat Kardashian West aktuell übrigens noch ein paar andere Ideen. Dieses Jahr startete sie bereits eine Sonnenbrillen-Linie und Körper-Makeup. Außerdem arbeitet sie an einem Parfüm, ein Gemeinschaftsprojekt mit ihrer Halbschwester Kylie Jenner. Die brachte es mit ihrer Makeup-Linie (und minimalen Kostenaufwand) übrigens zur bislang jüngsten Milliardärin der Welt - nur falls alle Stricke reißen sollten.

löw

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