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Stil

Model-Frisuren

Gut abgeschnitten

In Mailand lief sie für Versace, Gucci und Max Mara - Ruth Bell ist eines der gefragtesten Models in diesem Jahr. Den plötzlichen Ruhm hat die 19-Jährige vor allem ihrer radikalen Kurzhaarfrisur zu verdanken - dem Buzz Cut.

DPA
Von
Mittwoch, 14.10.2015   08:01 Uhr

Sie hatte langes, blondes Haar. Lang und glatt. Jetzt kann man durch die kurzen, blonden Stoppeln bis auf die Kopfhaut schauen. Doch ohne diesen radikalen Schnitt, den man normalerweise auf den Köpfen von Soldaten sieht, würde vermutlich niemand dieses 19-jährige Mädchen aus Großbritannien kennen. Nun ist Ruth Bell eines der begehrtesten Models dieses Jahres - dank dem sogenannten Buzz Cut.

Sie lief für das italienische Modelabel Versace, die holländische Designerin Iris van Herpen, den belgischen Modemacher Anthony Vaccarello und modelte für Saint Laurent und Alexander McQueen. "Ich dachte, ich würde wegen des Haarschnitts weniger Aufträge bekommen", sagte Bell dem "Guardian". Doch das Model wurde mehr wahrgenommen und erhielt somit auch mehr Aufträge.

Zuvor modelte sie mit ihrer Zwillingsschwester, zum Beispiel für das englische Label Topshop. In der Kampagne tragen beide weiße, weite Kleider und sehen sehr romantisch und klassisch aus. So wie viele Models auf dieser Welt. Der Buzz Cut zeichnet Ruth Bell nun eine neue Härte ins Gesicht.

Die klassische Weiblichkeit ist verschwunden

Bell ist nicht das einzige Model, das sich die Haare kurz schneiden ließ. Auch die Deutsche Kris Gottschalk gehört dazu. Auf ihrem Instagram-Profil zeigt sie sich mal mit dunklen, mal mit blonden Haaren, die nur wenige Millimeter lang sind. Auf manchen Bildern ist alle klassische Weiblichkeit verschwunden. Gottschalk erinnert an einen Teenagerjungen, der sich gleich prügeln will.

Haarschnitte haben schon ganz andere Models weitergebracht, den Anfang machte wohl das englische Model Twiggy mit ihrem Bubikopf. Laut "Elle" brauchte der Friseur damals mehrere Stunden, um ihre langen Haare zu kürzen. Auch Linda Evangelista wurde erst wirklich zum Top-Model, als sie sich im Jahr 1988 von ihrer Langhaarfrisur trennte und sich einen Bob schneiden ließ. Da war sie aber schon vier Jahre bei Elite-Models unter Vertrag.

Das japanische Model Tao Okamoto sorgte mit einem Bowl Cut (Topfschnitt) für Aufsehen, und Fernanda Ly ließ ihre Haarfarbe von Blond auf Pink umstellen. Am radikalsten ist dann aber wohl doch noch der Buzz Cut von Ruth Bell.

Dass sich die Branche so weit öffnet, sei ein gutes Zeichen und ein erster Schritt für eine größere Individualität. "Wenn du dich von anderen unterscheidest, wirst du es im Leben weiter bringen", sagt das Model. Niemand wisse, ob der Buzz Cut einem stehe. Aber wenn es schiefgehe, dann könne man ja einen Hut tragen - oder eine Perücke.

insgesamt 15 Beiträge
Sibylle1969 14.10.2015
1. Ist halt mal was anderes
Denn die meisten Models haben die gleiche Frisur: lange glatte Haare mit Mittelscheitel. So kann sie sich von der Masse abheben.
Denn die meisten Models haben die gleiche Frisur: lange glatte Haare mit Mittelscheitel. So kann sie sich von der Masse abheben.
io_gbg 14.10.2015
2.
Mit dem mürrischen Blick sollte sie eine gute Chance haben, auch für Männermode zu laufen, da gehört das doch zum guten Ton.
Mit dem mürrischen Blick sollte sie eine gute Chance haben, auch für Männermode zu laufen, da gehört das doch zum guten Ton.
sponner_hoch2 14.10.2015
3.
Oh, ist damit jetzt der Trend gebrochen, dass Models gut aussehen müssen? Ich würde es begrüßen, dann hätte auch ich mal die Chance auf eine Karriere in dem Business - wobei: Will ich das dann...? ;-)
Oh, ist damit jetzt der Trend gebrochen, dass Models gut aussehen müssen? Ich würde es begrüßen, dann hätte auch ich mal die Chance auf eine Karriere in dem Business - wobei: Will ich das dann...? ;-)
Wofgang 14.10.2015
4.
Warum müssen die Mädels immer so mürrisch schauen, da wird jedes Gesicht hässlich.
Warum müssen die Mädels immer so mürrisch schauen, da wird jedes Gesicht hässlich.
ingofischer 14.10.2015
5. Hauptsache anders
Ja so ist das leider in fast allen Bereichen von Kunst und Kultur. Wichtig ist oft nicht, dass es für den Otto-Normal-Verbraucher schön wirkt, sondern dass es schlicht und einfach anders ist. Auf welche Art man dann heraussticht [...]
Ja so ist das leider in fast allen Bereichen von Kunst und Kultur. Wichtig ist oft nicht, dass es für den Otto-Normal-Verbraucher schön wirkt, sondern dass es schlicht und einfach anders ist. Auf welche Art man dann heraussticht ist dann schon fast Nebensache. Deshalb wird auf dem Laufsteg Kleidung präsentiert, die keiner anziehen kann (will), deshalb gibt es berühmte Bilder wo man nicht weiß was dargestellt werden sollte und auch genau deshalb gibt es jede Menge Beton- und Glasklötze in den Stadtbildern. Frei nach dem Motto: "Hauptsache anders und hauptsache durch Abgrenzung hervorstechen."

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