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Freitag, 08.03.2019   10:53 Uhr

Neu einrichten

So bekommen Sie eine Musterwohnung

Passen die Vorhänge noch zum neuen Sofa, und was ist mit dem alten Sessel? Wer seine Einrichtung verändern will, stößt oft auf unzählige Folgefragen. Mit der Anleitung zum Experimentieren überwinden Sie die Unsicherheiten.

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SPIEGEL WISSEN hat ein achtwöchiges Coaching entwickelt, mit dem Sie das Beste aus Ihren vier Wänden machen. Im dritten Teil geht es darum, wie Sie leicht erkennen, welche Renovierungspläne Potenzial haben und welche nicht. Die bisherigen Teile finden Sie hier.

Getty Images

Die meisten Einrichtungsveränderungen scheitern laut Wohnpsychologin Barbara Perfahl daran, dass sie nicht ohne Weiteres realisierbar sind - sondern meist scheinbar unzählige Entscheidungen nach sich ziehen.

Wer kennt das nicht: Man will ein neues Sofa fürs Wohnzimmer besorgen, aber um entscheiden zu können, welches es sein soll, muss man erst überlegen, wo es überhaupt stehen soll, ob die Vorhänge dann noch passen und ob man den geliebten Ledersessel von Oma ausrangieren muss. Solche Entscheidungskaskaden überfordern Ungeübte. Auch weil der Großteil der Menschen nicht das räumliche Vorstellungsvermögen besitzt, um sich auszumalen, wie ein bestimmtes Möbelstück im Raum aussehen wird.

Damit der Elan der Veränderung und Verschönerung nicht durch unzählige Folgefragen gedämpft wird, erhalten Sie in dieser Woche ein paar Tipps, wie Sie durch schlichtes Ausprobieren herausfinden, welche Pläne Potenzial haben und welche nicht. Denn: Mit dem kreativen Herumprobieren vermeidet man Fehlkäufe und spart Zeit. Denn man geht erst los zum Möbelkaufen, wenn man bereits eine genaue Vorstellung hat.

Im Folgenden bekommen Sie eine Liste von spielerischen Möglichkeiten, mit denen Sie typische Einrichtungsprobleme angehen können. Und mit deren Hilfe Sie direkt ausprobieren, wie bestimmte Veränderungen in Ihrem Wohnbereich aussehen würden. Suchen Sie sich einen dieser Tipps heraus und experimentieren Sie damit. Suchen Sie die Aufgabe aus, die Sie spontan am meisten anspricht. Oder beschäftigen Sie sich mit der Aufgabe, die Ihre größte "Baustelle" beim Wohn-Wohlbefinden betrifft. Wenn Sie nicht mehr genau wissen, welche es ist, gucken Sie doch noch mal die Wohnungsfotos auf Ihrem Handy durch - dann fällt es Ihnen wieder ein.

Experimentierstunde

Problem: Düstere Ecken oder Räume. Beleuchtung ist ein Thema für sich. Wenn Sie bestimmte Räume zu düster finden, aber nicht genau wissen, wie Sie diese beleuchten wollen und sollen, probieren Sie es einfach aus: Kaufen Sie sich ein paar preisgünstige Papierlampen oder Strahler, und leuchten Sie Ecken aus, geben Sie Licht von oben, oder testen Sie, wie eine zusätzliche Lampe auf einem Tischchen aussieht. Wenn man so die Wohnung neu ausleuchtet - gern in unterschiedlichen Wärme- und Helligkeitsstufen - sieht man schnell, wo mehr und anderes Licht wirklich eine bessere Stimmung macht. Und welche zum Ausprobieren angebrachte Klemmleuchte man schließlich durch eine schöne, neue Lampe ersetzt.

Problem: Wo passen neue Möbel hin? Bevor Sie ein neues Sofa oder einen Schrank kaufen: Bauen Sie einmal die jeweiligen Möbel mit "Stellvertretern" auf und gucken Sie, wie es im Raum wirkt. Aus Stühlen kann man gut ein Sofa zusammenstellen, das man im Raum auch verschieben kann. Die Wirkung eines neuen Regals kann man testen, wenn man ein bereits im Bestand vorhandenes Regal kurz an den vorgesehenen Platz stellt. Auch Schreibtische etc. kann man mit bestehenden Tischen nachbilden. Für viele Menschen ist das ein Aha-Erlebnis, sie können sich danach viel eher vorstellen, wie groß ein neues Möbelstück sein sollte oder welche Position es haben sollte.

Problem: Neue Farben an die Wand. Petrol, Anthrazit, Ochsenblutrot. Ob diese Töne an einer Küchenwand oder als Vorhangstoff taugen, wagen die meisten Leute nicht aus dem Stand zu beantworten. Statt zu grübeln oder zu zaudern: Kaufen Sie sich zum Beispiel günstige Kissen oder Accessoires in der gewünschten oder angedachten Farbe und beobachten Sie, ob diese Ihnen über ein, zwei, drei Wochen zusagen. Danach entscheiden Sie, ob Sie ganze Wände in der Farbe streichen wollen. Wichtig: Einrichtungsfachleute würden bei diesem Tipp vielleicht einwenden, dass es durchaus objektive Kriterien dafür gibt, welche Farbe wie in welchem Zimmer wirkt. Das ist zwar richtig. In diesem Coaching geht es aber nicht primär darum, die eigene Wohnung nach ästhetischen Maßstäben optimal zu gestalten, sondern darum, den Wohlfühlfaktor zu erhöhen. Und das gelingt, indem man einfach schaut, was einem gefällt und was die Laune hebt!

Unsere Expertin

Dr. Barbara Perfahl hat dieses Wohn-Wohlfühl-Coaching gemeinsam mit dem Team von SPIEGEL WISSEN entwickelt. Sie ist Wohnpsychologin, Beraterin und hat eine eigene Home-Staging-Firma. In ihrem Buch "Ein Zuhause für die Seele. In fünf Schritten zum Wohlfühl-Zuhause" macht sie zahlreiche Angebote, wie Menschen ihre Wohnbedürfnisse besser verstehen und sich danach einrichten. Gleichzeitig hat sie auch einen Onlinekurs zum Thema Einrichten auf ihrer Website.

Haben Sie ein Experimentierfeld gefunden? Dann versuchen Sie, sich an einem Tag in dieser Woche mit diesen kleinen Farb-, Licht- oder Einrichtungsexperimenten zu beschäftigen.

Denken Sie auch weiterhin daran, an jedem Tag der Woche drei Dinge auszurangieren - wenn Sie Wohnmuffel sind. Wohnprofis können die Ergebnisse der Experimente in ihr Notizbuch oder auf Zetteln notieren!

Zu jeder Ausgabe bietet SPIEGEL WISSEN ein praktisches, leicht im Alltag umsetzbares Online-Coaching passend zu seinem jeweiligen Heftthema an. Während dieser Zeit erhalten Sie immer freitags per E-Mail eine Übungseinheit, die Ihnen helfen kann, Ihr Leben besser zu gestalten. Hier den Newsletter bestellen:

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