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BBQ-Bananen und Grillbücher

Smoken und schmökern

"Grillbibel"-Erfinder Jamie Purviance und BBQ-Papst Steven Raichlen haben neue Bücher am Start. Beim Schmökern smoken wir nebenbei Kochbananen als neuentdeckte Beilagenvariante.

Peter Wagner/ Foodbild
Von Hobbykoch
Samstag, 27.07.2019   13:22 Uhr

Jamie Purviance hat weltweit mehr als zehn Millionen seiner "Grillbibeln" verkauft. Auch sein größter Konkurrent Steven Raichlen begann 1998 mit einer Grill-"Bibel" ("The Barbeque Bible") und setzte ebenfalls mehrere Millionen Exemplare seiner nunmehr 31 Bücher ab. Purviance geht nun mit "Webers Grillbibel Vol. 2" (Originaltitel "Weber's Ultimate Grilling") in die diesjährige Grillsaison, Raichlen mit "Project Fire".

Beiden Büchern merkt man schon beim Durchblättern die Grillbucherfahrung der Autoren an. Hier ist alles genau so, wie man das von knapp 30 Euro teuren und über 300 Seiten starken BBQ-Basiswerken erwarten kann - von den jeweils 48-seitigen Einführungskapiteln in alle relevanten Techniken, Fragen und Gefahren des Grillens bis zum ausführlichen Sach- und Rezeptregister am Buchende

Preisabfragezeitpunkt:
07.12.2019, 18:59 Uhr
Ohne Gewähr

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Steven Raichlen
Project Fire: Die besten Grilltechniken und 100 unwiderstehliche Rezepte für Einsteiger und Profis, Grillen in der Glut, am Drehspieß, auf der Plancha u.v.m. (genial Grillen)

Verlag:
Ullmann Medien GmbH
Seiten:
336
Preis:
24,90 €

Wer neu am Grill ist, kann vor der Anschaffung dieser Handbücher erst mal getrost die Ratgeber im Web konsultieren. Dort aber hört der Spaß meist auf, wenn es um Ernsthaftes wie gesundheitliche Aspekte oder Sicherheitsfragen geht. Hierbei - und natürlich bei den in beiden Fällen mehrfach von Testköchen und Laien vor Drucklegung nachgekochten Grillrezepten - ist es ratsam, sich den Profis anzuvertrauen.

Ein Vertrauen, das beide Autoren nicht enttäuschen, gerade bei den Rezepten. Wenngleich es Besitzern des ersten Bandes der "Grillbibel" sauer aufstoßen könnte, dass einige "neue" Gerichte nur Abwandlungen alter Purviance-Rezepte sind. Doch das gleichen dafür die Grillanleitungen aus. Detailliert wird in Wort und Bild erklärt, wie zum Beispiel Hühnerteile oder Grillpizza perfekt gelingen.

Preisabfragezeitpunkt:
07.12.2019, 18:46 Uhr
Ohne Gewähr

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Purviance, Jamie
Weber's Grillbibel Vol. 2 (GU Weber's Grillen)

Verlag:
GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
Seiten:
360
Preis:
29,99 €

Bei diesem Thema zeigen sich denn auch sehr anschaulich die wesentlichen Unterschiede beider Autoren: Purviance widmet den Fladen zehn Buchseiten mit großartigen Erklärungen auch zur Teigführung (er hat generell deutlich bessere Fotos), zeigt dann aber nur die Grillmethode mit einem Pizzastein auf dem Rost. Raichlen spart sich die Steps, erklärt aber die ziemlich heiße Methode des Pizzabratens direkt auf dem Grillrost, was zu einem komplett anderen, aber mindestens so leckeren Ergebnis führt.

Generell setzt Raichlen mehr Koch- und Grillwissen voraus. Dafür bietet er aber ein breiteres Spektrum an Speisen für Holz- und Gasgrills. Sogar für das Frühstück liefert er Ideen (gesammelt in einem eigenen Kapitel), zum Beispiel Quesadillas mit kandiertem Speck, Grill-Eier mit Parmesan und Prosciutto oder einen Guten-Morgen-Burger.

Klassiker von Rind und Schwein machen bei Raichlen nur einen kleinen Teil des Buches aus, wenngleich mit spannenden Ideen wie reihenweise BBQ-Cuts direkt auf dem Glutholz oder einer ganzen Hochrippe am Drehspieß. Mehr Raum gibt er Vorspeisen, raffinierten Salaten (etwa mit gegrillten Beten oder BBQ-Ananas), Lamm, Huhn, Hackfleisch, Fisch/Meeresfrüchte, vegane/vegetarische Grillfreuden bis hin zu Desserts und einem Bellini-Cocktail mit Pfirsich vom Rost.

Fazit: Besser als sich eines von beiden Büchern zuzulegen, ist es, den Raichlen trotz seiner vielen sprachlichen Übersetzungsschwächen zu kaufen (billiger) und sich den Purviance schenken zu lassen. Denn wer diese beiden Wälzer einmal komplett durchgegrillt hat, wird am Ende auf vier bis fünf erfüllte und glückliche BBQ-Jahre zurückblicken können.

Auch die Spare Ribs, mit denen wir unsere "BBQ-Bananen" begleiten, sind in beiden Büchern vielfach rezeptiert - die in Afrika und Südamerika neben Mais und Yucca als eines der wichtigsten stärkehaltigen Nahrungsmitteln hochbeliebte Kochbanane aber erwähnt keines von ihnen.

Fotostrecke

BBQ-Bananen: Krumme Früchte, volles Aroma

Das ist schade, denn die grün- gelb- oder rotschalige Verwandte der Dessertbanane macht eine ausgezeichnete Figur auf dem Grill. Im Gegensatz zur süßen Frucht baut sie im Laufe des Reifens wesentlich weniger Stärke in Zucker um. Deshalb ist sie roh auch nur vollreif genießbar, aber selbst dann ziehen sich Zunge und Gaumen ein wenig zusammen. Gegart schmeckt sie viel besser und ähnelt - je nach Restzuckergehalt - einer Mischung aus Kartoffel und Möhren. Getrocknet kann sie zu glutenfreiem Mehl verarbeitet werden.

Meist taucht die Kochbanane aber gebraten, gekocht oder frittiert auf. Wir legen sie - zunächst in Alufolie gewickelt und am Ende nur mit der Schale - auf den Grill, wo das Fruchtfleisch gierig Aromen und Fette der aufgepinselten Butter-Knoblauch-Mischung aufsaugt. Zusammen mit einer frischen Tomatensalsa als Topping werden die krummen Früchte zu einer leckeren und sättigenden BBQ-Beilage nicht nur für Spare Ribs.

insgesamt 34 Beiträge
dasfred 27.07.2019
1. Kann man machen
Allerdings sind Kochbananen nicht mein Fall. Auch in Knoblauchbutte gegart kann ich mit vieles vorstellen, was ich lieber esse. Die Salsa allerdings kann ich durchaus auch anderswo verwenden.
Allerdings sind Kochbananen nicht mein Fall. Auch in Knoblauchbutte gegart kann ich mit vieles vorstellen, was ich lieber esse. Die Salsa allerdings kann ich durchaus auch anderswo verwenden.
hoi2 27.07.2019
2. Grillen ist das eine, Smoken das andere...
Bin zugegeben kein Grillexperte, möchte aber anbringen, dass einem das Resultat auch schmecken muss und ich denke schon, dass es auch viele Leute gibt, denen rauchiges Fleisch, Fisch etc. (wie mir) geschmacklich wenig zusagt. [...]
Bin zugegeben kein Grillexperte, möchte aber anbringen, dass einem das Resultat auch schmecken muss und ich denke schon, dass es auch viele Leute gibt, denen rauchiges Fleisch, Fisch etc. (wie mir) geschmacklich wenig zusagt. Sprich Smoken ist gut und recht, ist aber nichts für jedermann...
ambulans 27.07.2019
3. man
kann sich das (grill-)leben auch einfacher machen - beide grill-bibeln erfüllen ihren zweck, und die letztendliche wahl - welche/r? - ist wohl geschmackssache. purviance und sein "weg" sind für weber-grille konzipiert, [...]
kann sich das (grill-)leben auch einfacher machen - beide grill-bibeln erfüllen ihren zweck, und die letztendliche wahl - welche/r? - ist wohl geschmackssache. purviance und sein "weg" sind für weber-grille konzipiert, und die sind hochwertig und teuer. wer damit glücklich werden will, bitte schön; geht aber auch anders (versuch macht klug), und macht auch spaß. also, männer, an die geräte - and good luck ...
thomas387 27.07.2019
4. Wie frisch aus der Werbeagentur ..
kommt die Getränkeempfehlung: Was heißt hier 'perfekt' und wie lässt sich das schmecken? Wieviel weniger 'perfekt' gestaltet sich ein simples Helles? Imperfekt? Und was ist ein 'Trumm'? Kann man sich dabei (TT) [...]
kommt die Getränkeempfehlung: Was heißt hier 'perfekt' und wie lässt sich das schmecken? Wieviel weniger 'perfekt' gestaltet sich ein simples Helles? Imperfekt? Und was ist ein 'Trumm'? Kann man sich dabei (TT) erschlagen? Und hat man bei 'mundfüllend' - was soll das bedeuten - nicht den Mund dann doch etwas zu voll genommen? Kann man dann noch kauen? Oder kommt's einem schon zur Nase raus? Und welche Konsequenz zieht ein mittelgroßer Spanier nach sich gegenüber einem großen, einem ganz großen, einem übergroßen und einem kleinen? Soll man kleine Spanier wegkippen und erst gar nicht trinken? Woran erkennt man den Unterschied? Und bei welcher Temperatur, wenn man schon Perfektion anstrebt und in welchem Glas mit welcher Sauerstoffanreicherung? Soll man links oder rechts rum dekantieren? Und was unterscheidet die Edel-Kuh von ihren Geschwistern? Hat sie Kant gelesen? Und die stolze Figur - ich denk' da den Matador beim Degenstoß - : was macht die bei Tisch? Mandelt sie sich auf und wie übersetzt sie sich in Geschmack? Vergeht einem da bei so viel Stolz - und auf was - doch nicht etwa Egozentrik - nicht der Appetit? Geht es hier noch um Ernährung? Offenbar nicht. Gibt es beim Spiegel keinen Redakteur, der dem Koch sagt: Du, fahr mal ein bißchen runter. Haben wir es hier noch mit Sprache zu tun, die etwas bezeichnet, oder geht es nur um Gusto, das über Verlangen (und nachfolgende Enttäuschung) an den Mann gebracht werden soll, also gänzlich anderen Absichten folgt?
ambulans 27.07.2019
5. @thomas387,
jetzt sind sie aber schon ein bisschen streng zum autor, dem herrn wagner - hier bekannt für manchmal stundenlange versuche, eine bratwurst de luxe zuzubereiten (aber - das gesamte ambiente!), manchmal auch für ziemlich [...]
jetzt sind sie aber schon ein bisschen streng zum autor, dem herrn wagner - hier bekannt für manchmal stundenlange versuche, eine bratwurst de luxe zuzubereiten (aber - das gesamte ambiente!), manchmal auch für ziemlich exotische zutaten (er hälts für essentiell, ein hobby-koch muss es aber erst einmal finden, und nicht jeder wohnt/lebt direkt neben einer großmarkthalle). egal, er ist irgendwie sowas wie ein bocuse in seinem territorium, und seine sprache - nun, so schlimm ist die dann nun auch nicht. wenns um "craft beer" geht - sie kennen sowas? - muss man wissen, dass die bierbrauer (für deutschland eigentlich untypisch) mit aroma-hopfen arbeiten - und das kann schon mal ziemlich deutlich ausfallen. oft schmeckts nach grapefruit, eigentlich als appetitmacher nicht schlecht; allzuviel kann davon, glaube ich, allerdings keiner vertragen (da ist jedes ordentliche pils besser geeignet). ein "großer" spanier, italiener, franzose, etc. meint einfach nur, dass es sich hierbei um einen "wein" handelt, der von maßgeblichen kommentatoren/gutachtern (alphabetisch: etwa eichelmann, falstaff, gambero rosso, hachette, johnson, michelin, parker, usw.) für "gut" ("klein" wäre dann "nicht so gut") befunden wird. ist pure subjektivität - wenns aber verbal und argumentativ erklärt wird, kann man sowas durchaus nachvollziehen. beim essen, der zubereitung und vor allem der zutaten fürs rezept ist - warenkunde unverzichtbar. aus einer schuhsohle geht halt kein premium-steak, egal welche gewürze sich hier austoben wollen. manchmal sinds auch regionale sprachliche unterschiede - was ein "trumm" ist, versteht jeder süddeutsche, nämlich eine "große portion", ein brocken, mehr als genug (etwa ein trumm von einem mannsbild; sie kennen sowas vielleicht als kaventsmann). diese verwendete sprache ist sicher ein bisschen exaltiert - das aber nicht mit böser absicht - und soll dem angestrebten ergebnis (ein gelungenes mahl) schon mal etwas vorgreifen. deshalb, nix für ungut ... mfg, dr. ambulans (alle kassen)

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