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Grillbuch-Tipps und ein Rezept

Brillieren beim Grillieren

Bevor die Grillsaison so richtig losgeht, haben wir drei aktuelle BBQ-Bücher gelesen. Und anschließend ein Surf & Turf auf den Rost gelegt, das bekömmlicher ist als vieles, was Sie sonst unter diesem Namen kennen.

Peter Wagner/ Foodbild
Von Hobbykoch
Samstag, 13.04.2019   10:39 Uhr

In der einschlägigen Begleitliteratur für Rostfreuden aller Art haben international zwei Autoren den besten Ruf: Der "Weber"-Haus-Herold Jamie Purviance ("Grillbibel") und sein US-Kollege Steven Raichlen, der ebenfalls den Heilige-Schrift-Vergleich nicht scheut. Es sei ihm verziehen, denn "The Barbecue Bible" und zuletzt die "Smoker Bible" sind fast so vollständige und profunde Fachbücher wie sein bislang bestes Werk "Saucen, Rubs, Marinaden". Es liefert mehr als 220 Rezepte aus aller Welt, nirgends wurden Tunken bisher klüger erläutert als in diesem Buch.

Fotostrecke

Fotostrecke: Rezept für Surf & Turf mit Quinoasotto und Senfsauce

Das gilt auch für sein jüngstes Buch "Project Fire", das nun unter dem Bandwurmtitel "Project Fire: Die besten Grilltechniken und 100 unwiderstehliche Rezepte für Einsteiger und Profis, Grillen in der Glut, am Drehspieß, auf der Plancha" auch in deutscher Übersetzung vorliegt. Anhand der Rezepte erklärt Raichlen allerlei BBQ-Methoden von Kamadoo bis zu spanisch inspiriertem Plancha-Grillen. Er verrät, wie in der Glut gegart wird und gibt Tipps für Mehrgangmenüs vom Gasgrill. Auch fortgeschrittene Griller kommen dabei auf ihre Kosten.

Preisabfragezeitpunkt:
06.06.2019, 13:30 Uhr
Ohne Gewähr

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Steven Raichlen
Project Fire: Die besten Grilltechniken und 100 unwiderstehliche Rezepte für Einsteiger und Profis, Grillen in der Glut, am Drehspieß, auf der Plancha u.v.m. (genial Grillen)

Verlag:
Ullmann Medien GmbH
Seiten:
336
Preis:
EUR 24,90

Dazu gibt es haufenweise Ideen, wie das gewaltige Prime-Rib auf einem Drehspieß ringsherum gleichmäßig gegart wird, oder Lammkeule mit echtem Tandoori-Geschmack auch ohne indischen Lehmofen gelingt. Er serviert Pizza direkt vom Grillrost statt wie sonst üblich vom obenauf gelegten Schamottstein, und packt Hummer im brutalen "Caveman"-Style auf die Glut. Zum Nachtisch gibt es Rum-flambierte "Piña-Colada"-Snacks aus der Feuerschale. Allein die Fotos anzuschauen ist eine große Freude. Sie sind authentisch und zeigen meist die jeweilige Grillmethode.

Aufgebrochene Weidetiere

Das ist leider keine Selbstverständlichkeit. Viele Grillbücher entstehen im Winter in geschlossenen Studios und werden allenfalls durch ein paar Symbolfotos lachender Grillgruppen ergänzt. Das ist auch die Grundschwäche von "Grillen für Foodies & Friends", das neben einem dämlichen Titel den Zweck hat, den (technisch durchaus sehr durchdachten) Kugelgrill eines Schweizer Herstellers zu bewerben. Die "70 kreativen Rezepte" der Autoren - ein Frankfurter Ökotrophologen-Paar - sind größtenteils auf Anfängerniveau, weitgehend überraschungsfrei und so gut wie nie mit Fotos illustriert, die irgendetwas mit der konkreten Grillsituation zu tun haben. Authentisch geht anders.

Preisabfragezeitpunkt:
06.06.2019, 13:30 Uhr
Ohne Gewähr

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Sarah Schocke, Alexander Dölle
Grillen für Foodies & Friends

Verlag:
Südwest Verlag
Seiten:
192
Preis:
EUR 20,00

Zum Beispiel so wie in "Asado". Dafür lockte Grillweltmeister Adi Bittermann drei alpine Glutanbeter im "besten Alter" in Österreichs Dschungel-Outback. Dort brutzelte das Quartett sein Fleisch über dem Lagerfeuer, ganz nach dem Vorbild der argentinischen Gauchos. Wer beim Anblick aufgebrochener, gekreuzigter Weidetiere über rauchenden Feuerstellen weiche Knie bekommt, ist bei den "Foodies" besser aufgehoben. Ansonsten erfährt man aber wirklich alles, was man zum Grillen in freier Natur wissen muss, und wie man sich aus einfachen Mitteln die Werkzeuge dazu baut. Erfreulicherweise gelingen viele der Rezepte auch auf normalen Gartengrills.

Preisabfragezeitpunkt:
06.06.2019, 13:30 Uhr
Ohne Gewähr

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Jürgen Kernegger, Adi Bittermann, Franz Größing, Leo Gradl
Asado: Ursprünglich Grillen über offenem Feuer

Verlag:
Brandstätter Verlag
Seiten:
224
Preis:
EUR 30,00

Für unser "Surf & Turf mit Quinoasotto und Senfsauce" müssen nur ein oder zwei Komponenten auf den Grillrost - wenngleich man es auch problemlos auf einem größeren Gasgrill mit Seitenbrennern kochen könnte, ohne den Herd in der Küche anschalten zu müssen. Direkt gegrillt werden auf jeden Fall die bardierten Schweinefilet-Tournedos ("Turf") und die krossen Baconscheiben. Wer mag, brät die ausgelösten Garnelen ("Surf") auf einer Plancha (Grillplatte).

Auf der Plancha lassen sich problemlos auch die Champignons rösten. Die Sauce ist seitenbrennertauglich, ebenso die Quinoa-Beilage, die ähnlich wie ein Risotto gekocht wird, aber nicht so extrem sättigt wie der Reis. Ohnehin ist diese Variante von "Surf & Turf" leichter und bekömmlicher als vieles, was in der Gastronomie unter diesem Namen aufgetischt wird. Unsere Rezept stillt kleinen bis mittelgroßen Hunger oder taugt als hübsch dekorierter Hauptgang in einem festlichen Drei-Gang-Menü.

insgesamt 14 Beiträge
dasfred 13.04.2019
1. Lecker
Inspiriert bin ich sehr, nur das Quinoa Zeugs kommt mir nicht ins Haus. Da werde ich schon eine Alternative finden. Je nach Tagesform. Für die Senfsauce haben die meisten sicher ihr eigenes Lieblingsrezept, aber ich werde mich [...]
Inspiriert bin ich sehr, nur das Quinoa Zeugs kommt mir nicht ins Haus. Da werde ich schon eine Alternative finden. Je nach Tagesform. Für die Senfsauce haben die meisten sicher ihr eigenes Lieblingsrezept, aber ich werde mich diesem mal annähern.
InesH 13.04.2019
2.
Nehmen sie für das Sotto eine Mischung aus schwarzem Piemont-Reis und dem roten Naturreis aus der Camargue. Sollte passen, Garzeit ist fast identisch, der nussige Geschmack beider Reissorten geht gut mit den Raucharomen des [...]
Zitat von dasfredInspiriert bin ich sehr, nur das Quinoa Zeugs kommt mir nicht ins Haus. Da werde ich schon eine Alternative finden. Je nach Tagesform. Für die Senfsauce haben die meisten sicher ihr eigenes Lieblingsrezept, aber ich werde mich diesem mal annähern.
Nehmen sie für das Sotto eine Mischung aus schwarzem Piemont-Reis und dem roten Naturreis aus der Camargue. Sollte passen, Garzeit ist fast identisch, der nussige Geschmack beider Reissorten geht gut mit den Raucharomen des Grillfleisches. LG InesH
FrieFie 13.04.2019
3.
@dasfred, Quinoa verstehe ich auch immer noch nicht. Wem Reis zu langweilig ist, der kann auch Puy- oder Belugalinsen nehmen - die passen auch zu den Balsamico-Pilzen und Senfsauce sehr gut. Von allzu großer Sättigung kann [...]
@dasfred, Quinoa verstehe ich auch immer noch nicht. Wem Reis zu langweilig ist, der kann auch Puy- oder Belugalinsen nehmen - die passen auch zu den Balsamico-Pilzen und Senfsauce sehr gut. Von allzu großer Sättigung kann aber bei der Menge auch bei Reis wohl nicht die Rede sein und wenn, dann liegt das eher an Butter, Sahne und Parmesan, und der Sahnesauce. Sahnesaucen zum andicken einzukochen, finde ich nicht sooo toll. Dabei geht der frische Sahnegeschmack verloren und was die Kochsahne weniger Fett hat, gewinnt sie dann wieder durch Verdunstung. Schlimmstenfalls setzt es sich dann auf dem Teller ölig ab... brrrr. Lieber gleich (sehr viel weniger) Creme Fraiche oder Frischkäse nehmen und nur kurz mit erwärmen. Das dickt auch ein, hat einen leichten Säure-Kick und ist letztlich auch nicht fettiger. Warum dürfen die Garnelen eigentlich nicht mit auf den Grill? Wer Angst hat, dass sie durch den Rost fallen, spießt sie einfach auf. Auch lustig: Das Schwein soll Bio oder Freilaufend sein, woher die Garnele kommt, ist egal. https://www.spektrum.de/magazin/umweltschonende-garnelenzucht/824721 PS: Danke für das Kompliment neulich. :)
Celegorm 13.04.2019
4.
Ein Risotto mit Quinoa hat in der gastronomischen Welt längst einen passenden Namen: Quinotto. Wieso man da extra einen neuen, zungenbrechenden Begriff wie "Quinoasotto" erfinden muss, ist darum nicht wirklich [...]
Ein Risotto mit Quinoa hat in der gastronomischen Welt längst einen passenden Namen: Quinotto. Wieso man da extra einen neuen, zungenbrechenden Begriff wie "Quinoasotto" erfinden muss, ist darum nicht wirklich nachvollziehbar. Ansonsten, wenn es nicht Reis aber auch nicht Quinoa sein soll, könnte man sicher auch ein Buchweizen-Risotto empfehlen. Auch gut und ähnlich nussig im Geschmack wie Quinoa. Eine geschmacklich etwas andere Variante, die aber auch passen dürfte und erst noch ganz bodenständig deutsch wäre: Gersten-Risotto. Man muss also nicht unbedingt in die südamerikanische Ferne schweifen, um die gleichen Effekte zu erzielen.
ManRai 13.04.2019
5. Bacon oder Speck
sich einfach mal einig werden.....
sich einfach mal einig werden.....
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