Schrift:
Ansicht Home:
Stil

Stiftung Warentest zu Businesshemden

Testsieger kommt vom Discounter

Die Stiftung Warentest hat Businesshemden untersucht. Wie pflegeleicht sind sie und wie wurden sie hergestellt? Im Test traten Markenhemden gegen Discountermode an. Das günstigste Hemd ist eins der besten.

Getty Images

Ein gutes Hemd sitzt nicht nur richtig, es ist auch robust

Mittwoch, 28.08.2019   12:06 Uhr

Das Businesshemd gehört für viele Männer zur Arbeitsuniform. Dementsprechend oft wird es getragen und wieder gewaschen.

Ein gutes Hemd zeichnet sich deshalb nicht nur durch seine Passform aus, es ist auch langlebig und pflegeleicht. Eigenschaften, die nicht unbedingt teuer bezahlt werden müssen, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt. Ein Siegermodell kommt vom Discounter und kostet zehn Euro.

14 hellblaue Businesshemden aus 100 Prozent Baumwolle unterzogen die Prüfer einer Belastungsprobe. Sie wurden 30 mal gewaschen, geschleudert und gebügelt, schreibt die Zeitschrift "test" (Ausgabe 9/2019). Außerdem wurden der Tragekomfort und die Atmungsaktivität bewertet sowie auf Schadstoffe getestet. Die Hälfte der Modelle schnitt in den standardisierten Tests mit "Gut" ab. Der Rest bekam ein "Befriedigend". Gesundheitsschädliche Substanzen enthielt keines der Hemden.

Interessanterweise gehören die beiden am besten bewerteten Hemden auch zu den günstigsten. Die zwei Testsieger stammen von Lidl (10 Euro) und P&C Düsseldorf (30 Euro), sie bekamen jeweils die Note 2,0. Mit 2,3 bis 2,5 schnitten jeweils ein Modell von Hugo Boss (100 Euro), Walbusch (60 Euro), Brainshirt (80 Euro), Van Laack (140 Euro) und Esprit (40 Euro) ab.

Gute Sozialstandards sind die Ausnahme

Die Tester interessierten sich auch dafür, unter welchen Bedingungen die Hemden hergestellt wurden und wie sehr dadurch die Umwelt belastet wird. Dazu wurden die Anbieter befragt und Nähfabriken vor Ort inspiziert, wenn die Unternehmen dies erlaubten, zum Beispiel in Bangladesch, Indonesien, Myanmar, Polen, Tunesien und Türkei.

Hier gibt es keinen klaren Sieger. Mindeststandards - etwa bei der Arbeitssicherheit - würden eingehalten. Echtes Engagement, wie etwa faire Löhne oder die Unterstützung von Gewerkschaften, sei jedoch die Ausnahme. "Relativ hoch ist die Fairness gegenüber Arbeitern und Umwelt nur bei drei Unternehmen", schreibt Stiftung Warentest.

Männer können aus dem Test auch einen Kauftipp mitnehmen: Erst ab der 21. Wäsche sahen die Tester erste Schäden an einzelnen Hemden, darunter Löcher an den Kragenspitzen von Modellen mit festen Stäbchen darin. Diese stoßen in der Waschtrommel an und scheuern tendenziell schneller auf, so die Stiftung Warentest. Wenn möglich, sollte man solche Stäbchen daher bei der Wäsche herausnehmen können.

löw/dpa

Mehr im Internet

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP