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Fotoprojekt über moderne Kirchenarchitektur

Rock die Andacht

Es ist Pfingsten - gehen Sie heute zur Kirche? Tja, das haben wir uns gedacht. Der Fotograf Thibaud Poirier macht so faszinierende Bilder moderner Gotteshäuser, dass man selbst als Atheist in Versuchung gerät.

Thibaud Poirier
Von
Sonntag, 09.06.2019   07:41 Uhr

In vielen Stadt gehören Kirchen zu den meistbesuchten Denkmälern. Touristen sind fasziniert von ihrer Geschichte, der Dauer des Bauprozesses und von dem, was die Architektur über die Vergangenheit erzählt.

Der Fotograf Thibaud Poirier ist katholisch, seit seiner Teenagerzeit war er allerdings in keiner Kirche mehr. Bis vor vier Jahren. Zufällig entdeckte er damals eine moderne Kirche und war sofort fasziniert von deren ungewöhnlichen Formen, Farben und Baumaterialien. Davon wollte er mehr sehen - und machte sich auf die Suche.

Insgesamt hat Poirier mittlerweile rund 30 moderne Kirche in 17 unterschiedlichen Städten besucht. Die meisten Bilder nahm er in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Dänemark auf, einige aber auch in Japan. Die Kirchen wählte er nach architektonischen und ästhetischen Gesichtspunkten aus.

Fotostrecke

Fotostrecke: Moderne Kirchen in Europa und Japan

Von bescheidenen und schlichten Kapellen bis hin zu aufwendigen Kathedralen mit gewölbten bis in den Himmel ragenden Türmen sind die Gottesdiensträume unglaublich vielfältig. Poiriers Bilder zeigen die Beton und Stahlkonstruktion der Kathedrale St. Marien in Tokio oder die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin mit ihren Tausenden kleinen Glasfenstern.

Die Kirchen fand Poirier durch gezielte Recherchen im Internet oder in Büchern. Die meisten der Gotteshäuser seien nicht gut dokumentiert, sagt der Fotograf. Sodass er lange gebraucht habe, um sie zu entdecken. Bei Poiriers vorherigen Projekten beispielsweise über Bibliotheken war dies viel einfacher.

Für die Fotoserie "Sacred Spaces" verwendete Poirier immer die gleiche Perspektive. Durch diese stilistische Wahl lassen sich die Unterschiede der Kirchen sofort erkennen. Es gibt nur wenige Elemente, die die Kirchen miteinander verbinden: das Kreuz, die Sitzreihen oder der Altar.

Besonders gefallen Poirier Sakralbauten aus Beton aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren. Sein Favorit: die Notre Dame de Royan, die bis 1958 vom französischen Architekten Guillaume Gillet geplant wurde. "Die Form und die beeindruckende Größe machen sie zu einer der schönsten und dramatischsten Exemplare, die ich je besuchen durfte."

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