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Freitag, 05.04.2019   11:16 Uhr

Mitbewohner einbeziehen

Das Leben der anderen

Wer mit Partnern oder Kindern zusammenwohnt, sollte auch deren Bedürfnisse und Wünsche zum Thema Wohnen kennen und vor allem respektieren. Mit diesen Tipps kommen Sie ins Gespräch.

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SPIEGEL WISSEN hat ein achtwöchiges Coaching entwickelt, mit dem Sie das Beste aus Ihren vier Wänden machen. Der siebte Teil richtet sich vor allem an Menschen, die mit anderen zusammen wohnen. Die anderen Teile finden Sie hier.

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In 60 Prozent aller Haushalte in Deutschland wohnen zwei oder mehr Personen. Und das bedeutet, dass es auch unterschiedliche Bedürfnisse und Vorstellungen gibt, wie man sich einrichten und wohnen möchte. Die Kommunikation ist also ziemlich wichtig, wenn man etwas verändern will. Die Aufgaben dieser Woche richten sich deshalb primär an Menschen, die mit anderen zusammenwohnen.

Falls Sie zu den 40 Prozent gehören, die allein leben, können Sie sich diese Woche einmal zurücklehnen und genießen, welche schönen, entspannenden Veränderungen Sie in Ihrer Wohnung schon vorgenommen haben. Und auch, wenn es nicht so viele sind: Suchen Sie in dieser Woche an zwei oder drei Tagen für zehn Minuten bewusst eine Ecke oder einen Platz in Ihrer Wohnung auf, an dem Sie sich wohlfühlen, und lassen Sie die positive Atmosphäre auf sich wirken. Was tut Ihnen an dem Platz so gut? Wie können Sie mehr davon in Ihre vier Wände bekommen?

Und nun die Übung für alle, die sich mit Partnern, Kindern, Verwandten oder Mitbewohnern einigen und absprechen sollten:

Heute ist Wohnkonferenz

Die Psychologin Barbara Perfahl hat in ihren Beratungen immer wieder festgestellt, dass Familien und Paare Wohnthemen oft zwischen Tür und Angel besprechen - morgens, bevor man aus dem Haus geht, wirft man dem Partner noch den Satz zu "Wir müssen endlich mal das Wohnzimmer streichen". Das führt oft zu Streit und Konflikten.

Ähnliches gilt, wenn einer der Bewohner sich viel und gern mit Einrichten beschäftigt und deshalb im Kopf schon immer sieben Schritte weiter ist als alle anderen, die auch noch im Haushalt leben. Deshalb sollte Wohnen ein offenes Diskussionsthema sein, das immer mal wieder in Ruhe besprochen wird und so ins Bewusstsein aller rückt.

Laden Sie also Ihre "Mitbewohner" in den nächsten Tagen zu einer kurzen Besprechung zum Thema Wohnen ein. Eine halbe Stunde reicht. Mit Kindern sitzt man am Tisch, mit dem Partner kann man natürlich auch einfach bei einem Essen im Lokal oder bei einem Spaziergang reden. Wichtig ist, dass man vorher einmal festlegt "Wir reden an dem Tag über unsere Wohnsituation: Denk drüber nach, was Du gut findest und behalten willst und was anders sein soll." In der Besprechung sagt dann jeder, was für ihn gerade der wichtigste Wunsch beim Wohnen ist, was gut und was schlecht läuft.

Unsere Expertin

Dr. Barbara Perfahl hat dieses Wohn-Wohlfühl-Coaching gemeinsam mit dem Team von SPIEGEL WISSEN entwickelt. Sie ist Wohnpsychologin, Beraterin und hat eine eigene Home-Staging-Firma. In ihrem Buch "Ein Zuhause für die Seele. In fünf Schritten zum Wohlfühl-Zuhause" macht sie zahlreiche Angebote, wie Menschen ihre Wohnbedürfnisse besser verstehen und sich danach einrichten. Gleichzeitig hat sie auch einen Onlinekurs zum Thema Einrichten auf ihrer Website.

Auch Sie selbst überlegen, welches die wichtigste Neuerung wäre, die Ihnen und Ihren Wohnbedürfnissen entgegenkommt. Sehr oft geht es darum, dass man mehr Raum für sich braucht, dass bestimmte Einrichtungsgegenstände (zum Beispiel Zankäpfel wie die hässlichen Erbstücke des Partners oder der Partnerin) nicht mehr passen oder dass man Kinderzimmer renovieren oder umgestalten sollte.

Wichtig: Natürlich kann nicht jedem jeder Wunsch sofort erfüllt werden, trotzdem sollte jeder nach dem Gespräch mit seinem Anliegen einen Schritt weitergekommen sein. Zum Abschluss wird konkret festgelegt, was man verändern will.

Sonderfall: Falls alle anderen stoisch sind und Sie selbst - vielleicht auch durch die Anregungen des Coachings - viele neue Ideen auf dem Zettel haben, machen Sie das klar, und sagen Sie den anderen, was Sie wie und warum verändern wollen. Holen Sie sich die Zustimmung bzw. sondieren Sie, was den anderen womöglich zu viel Aktionismus ist.

Notieren Sie abschließend die wichtigsten Ergebnisse und machen Sie für zwei Veränderungsvorhaben konkrete Zeitpläne, wann in den nächsten Monaten die Aufräumaktionen, Renovierungen, Neuanschaffungen etc. vorgenommen werden sollen.

Solche kleinen Treffen zum Thema Wohnen können Sie übrigens einmal im Jahr anberaumen (wenn Wohnen für Sie nicht so wichtig ist) oder einmal in einem halben Jahr (wenn Sie das Thema für sich zentral finden).

Zu jeder Ausgabe bietet SPIEGEL WISSEN ein praktisches, leicht im Alltag umsetzbares Online-Coaching passend zu seinem jeweiligen Heftthema an. Während dieser Zeit erhalten Sie immer freitags per E-Mail eine Übungseinheit, die Ihnen helfen kann, Ihr Leben besser zu gestalten. Hier den Newsletter bestellen:

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