Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

Fusionsverhandlungen

WestLB erwägt Dreierbündnis

Die Zukunft der angeschlagenen Westdeutschen Landesbank ist wohl wieder völlig offen: Nachdem die Fusionsverhandlungen mit der DekaBank offenbar gestoppt sind, spricht das Institut jetzt mit der Landesbank Hessen-Thüringen. Auch ein Dreierbündnis rückt in greifbare Nähe.

Sonntag, 08.02.2009   17:08 Uhr

Düsseldorf - Statt eines Zweierbündnisses nur mit der DekaBank favorisiert die WestLB mittlerweile offenbar eine Dreierfusion einschließlich der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Kreise. Bei den hessisch-thüringischen Sparkassen, denen 85 Prozent der Anteile an der Helaba gehören, gibt es für solche Pläne laut "Handelsblatt" aber wenig Gegenliebe.

"Warum sollen wir die WestLB mit ins Boot nehmen, wenn diese auf absehbare Zeit nicht auf einen grünen Zweig kommen wird?", fragte ein hessischer Sparkassenmanager der Zeitung zufolge. In Düsseldorf setze man jetzt darauf, dass die CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch und Jürgen Rüttgers die Fusion zur Chefsache erklärten.

Bei der WestLB sieht man das offenbar anders: "Wir setzen jetzt auf ein Zusammengehen mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und rechnen hier mit zeitnahen Gesprächen", erfuhr das Blatt aus diesen Kreisen. Eine "Dreierfusion" aus WestLB, Dekabank und Helaba könne dann nur ein nächster Schritt sein und komme wegen der hohen Komplexität aktuell nicht infrage.

Zu Berichten über ein Scheitern der Zweiergespräche zwischen WestLB und Deka gab es am Wochenende keine offizielle Stellungnahme. In jedem Fall drängt die Zeit: Bis Ende März erwartet die EU-Kommission eine feste Absichtserklärung der WestLB und ihrer potenziellen Fusionspartner.

cvk/AP/ddp

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP