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Wirtschaft

USA vs. China

Zwei angeschlagene Riesen

Eine Lösung im Handelskrieg? In der kommenden Woche wollen die USA und China noch mal verhandeln. Scheitern sie, zündet kurz vor Weihnachten die nächste Eskalationsstufe. Es wäre ein Desaster - ist aber leider ziemlich wahrscheinlich.

REUTERS

US-Präsident Trump (r.) Xi Jinping während des G20-Gipfels in Buenos Aires im Dezember 2018

Eine Kolumne von
Sonntag, 06.10.2019   20:02 Uhr

Der nächste Showdown auf der Weltbühne steht bevor. Am Donnerstag treffen sich die Emissäre der USA und Chinas: Zwei selbststilisierte starke Männer, Donald Trump und Xi Jinping, lassen ausloten, ob sich die nächste Runde im Handelskrieg doch noch abwenden lässt.

Die Bedeutung dieser Verhandlungen lässt sich kaum überschätzen. Scheitern sie, wollen die USA ab dem 15. Dezember auf praktisch alle Einfuhren aus China Zölle erheben; die durchschnittlichen Abgaben auf China-Importe liegen dann bei 25 Prozent. China hat Gegenzölle in ähnlicher Größenordnung ankündigt.

Der eskalierende Handelsstreit hat ein fundamentales Unsicherheitsmoment in die Weltwirtschaft gebracht. Die Auswirkungen auf die Konjunktur sind längst spürbar. Gerade in handelsintensiven Volkswirtschaften wie der deutschen (am Donnerstag gibt's neue Zahlen vom Export) kürzen Industrieunternehmen ihre Investitionspläne zusammen und beginnen Kapazitäten abzubauen, womöglich auch Arbeitsplätze zu streichen.

Vor allem aber fügen sich die USA und China selbst gegenseitig Schmerzen zu. Die US-Exporte nach China sind seit Sommer 2018 um 30 Prozent zurückgegangen, die Importe um 15 Prozent, wie Deutschlands führende Konjunkturforschungsinstitute in ihrer Gemeinschaftsdiagnose vorrechnen. Auch wenn man berücksichtigt, dass ein Teil des sino-amerikanischen Handels nun über Vietnam umgeleitet wird, ist ein herber Rückgang des Warenaustauschs zwischen zwei wichtigen Handelspartnern zu verzeichnen.

Derweil geht in China das Wirtschaftswachstum zurück. Bislang ist es der Staatsführung gelungen, soweit gegenzusteuern, dass die Konjunktur halbwegs stabilisiert ist. Damit aber verschiebt Peking gegenwärtige Probleme in die Zukunft (dazu unten mehr).

Trump hatte den Amerikanern versprochen, Handelskriege seien "leicht zu gewinnen". Stattdessen gibt es nun Verlierer auf allen Seiten. Und es erweist sich als schwierig, die Eskalation zu stoppen: Eine Eigendynamik hat eingesetzt, die auf die Währungspolitik überzugreifen droht.

All das war zu erwarten. Warum ist es dennoch soweit gekommen?

Innere Spannungen entladen sich nach außen

Auf den ersten Blick stellt sich die Szenerie so dar: Zwei Supermächten stehen Führerfiguren vor, die beide vor Kraft kaum laufen können - und die jeweils ihren Bevölkerungen zeigen wollen, dass sie sich nicht von der jeweils anderen Seite herumstoßen lassen.

Bei näherem Hinsehen jedoch wirken sowohl die USA als auch China wie angeschlagene Riesen. Beide ringen mit inneren Spannungen, die sich in diesem Konflikt nun nach außen entladen.

Dass Trump China (und andere Länder) für die sozialen Verwerfungen in den USA verantwortlich macht, ist seit dem vorigen Präsidentschaftswahlkampf bekannt. Auch die EU muss mit weiteren Importzöllen rechnen; das WTO-Urteil zu wettbewerbsverzerrenden Airbus-Subventionen kommt dem Weißen Haus gerade recht.

Was China betrifft, hat Trump zumindest einen Punkt. Eine staatskapitalistische Volkswirtschaft dieser Größe, die ausländischen Investoren die Übertragung geistigen Eigentums abpresst, die ganze Branchen für ihre nationalistische Wirtschaftsstrategie ("Made in China 2025") einspannt und sie mit billigen Krediten päppelt, stellt eine massive Wettbewerbsverzerrung dar, für die das internationale Handelssystem nicht ausgelegt ist.

Insoweit hat Trump recht. Die Europäer - und gerade auch die deutsche Wirtschaft - hegen inzwischen ähnliche Vorbehalte.

Warum lenkt China nicht ein?

Der Handelskrieg ließe sich rasch beenden, würde die chinesische Staatsführung die Forderungen der USA erfüllen. Dafür müsste sie aber ihr Wirtschaftsmodell komplett umbauen - was wiederum am Führungsanspruch der Kommunistischen Partei rütteln würde. Xi Jinping, der sich voriges Jahr zum großen Führer auf Lebenszeit küren ließ, hat seine Macht gerade anlässlich des 70. Revolutionsjubiläums mit einer gigantischen Militärparade im Sowjetstil zur Schau gestellt. Schwächezeigen passt nicht zu dieser Pose.

Selbst ein halbgarer Kompromiss im Handelsstreit wäre besser als eine weitere Eskalation. Damit ließen sich immerhin irreparable Schäden verhindern. Längerfristig könnten sich weitere Fortschritte erzielen lassen, idealerweise im Dialog zwischen den USA, der EU und Japan einerseits und China andererseits.

Trump war in der Vergangenheit immer wieder zu überraschend konzilianten Wendungen fähig - solange sie ihn als genialen Deal Maker vor der Weltöffentlichkeit dastehen ließen. Angesichts des anlaufenden Amtsenthebungsverfahrens (achten Sie auf die Anhörungen im US-Kongress ab Montag) ist der Präsident jedoch im permanenten Kampfmodus. Eine präsidiale Geste der handelspolitischen Vernunft scheint derzeit außerhalb des Bereichs des Möglichen.

Drei Herausforderungen: Armut, Schulden, Klima

Neben persönlichen machttaktischen Erwägungen des Führungspersonals spielen tiefgreifende strukturelle Probleme eine Rolle, die sich in einigen Punkten frappierend ähneln. Sie bilden den Hintergrund, vor dem sich der Handelskonflikt entfaltet.

Ungleichheit: Der Wohlstand in den USA und in China ist deutlich ungleicher verteilt als etwa in Westeuropa. In den USA leben mehr als ein Sechstel der Bevölkerung unterhalb der Armutsschwelle, in China mehr als ein Viertel. Die Einkommensunterschiede sind viel größer als in europäischen OECD-Ländern.

Auch die regionalen Divergenzen sind in den beiden Riesenstaaten gravierend. Die Wirtschaftsleistung pro Kopf liegt im reichen Nordosten der USA (Massachusetts) rund doppelt so hoch wie im armen Süden (Mississippi). Ähnlich groß sind die Unterschiede zwischen Chinas Südosten und seinem rückständigen Westen. Derart große Unwuchten zerren am gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Schulden: Die USA und China sind in fast gleichem Ausmaß verschuldet, wie aus OECD-Zahlen hervorgeht. Staat, Unternehmen und Privatbürger schieben zusammen Verbindlichkeiten von rund 250 Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistung vor sich her. In den USA ist es der Staat, der am höchsten verschuldet ist; in China sind es die (häufig staatlichen) Unternehmen.

Ein Teil der US-Schulden wird vom Ausland finanziert. Dank der Größe seiner Kapitalmärkte und des Weltwährungsstatus des US-Dollars sind Anleger aus aller Welt bereit, Amerikas Überkonsum zu extrem günstigen Bedingungen zu finanzieren. Bislang jedenfalls.

Je mehr Trump die internationale Wirtschaftsordnung und die nationalen Institutionen beschädigt, desto mehr müssen die USA eine Neubewertung ihrer Solvenz als größte Schuldnernation der Welt fürchten. Die kürzlich bekannt gewordenen Pläne, chinesische Konzerne von den US-Börsen zu verbannen, dürften bei manchem Investor grundsätzlichere Fragen aufgeworfen haben.

China wiederum ist das mit Abstand am höchsten verschuldete Schwellenland. Um das Wachstum am Laufen zu halten, hat die Führung in Peking seit der großen westlichen Rezession von 2008 die Banken von der Kette gelassen - und damit das Wachstum schuldenfinanziert auf Kurs gehalten. Die Staatsführung scheint eine herbe Rezession um jeden Preis vermeiden zu wollen; der Preis sind steigende Risiken im Finanzsystem.

Chinas Gläubiger sitzen überwiegend im Lande selbst. Dass viele von ihnen die Situation kritisch einschätzen, zeigt sich an der latenten Kapitalflucht, die die Behörden mit aller Macht versuchen zu verhindern. Kapitalverkehrskontrollen sollen Chinas Ersparnisse im Land halten. Zudem hat Peking seit 2014 fast 800 Milliarden Dollar an Währungsreserven zur Stabilisierung des Wechselkurses auf die Märkte geworfen.

Die hohen Schulden werden zum Problem, sollte das Wachstum irgendwann ausbleiben. Auch deshalb setzt China auf rasches technologisches Upgrading. Pekings ambitionierte Made-in-China-Strategie könne nur aufgehen, wenn man weiterhin Zugriff auf ausländisches Wissen habe. Die Wirtschaft ähnele einem "Kartenhaus", so der Thinktank Merics: "Chinas Ambitionen stehen auf wackligem Grund. Die Abhängigkeit von ausländischem Technologie-Know-how bleibt groß." Die rote Wirtschaftsgroßmacht bleibt auf den Austausch mit dem Rest der Welt dringend angewiesen.

Klimawandel: China und die USA sind die größten Emittenten von Kohlendioxid und anderen klimaschädlichen Gasen weltweit. In den kommenden zwei bis drei Jahrzehnten müssen sie ihr Wirtschaftsmodell drastisch anpassen. Andernfalls wird sich der Klimawandel nicht bremsen lassen.

Zwar stoßen beide Länder weniger Emissionen in Relation zur Wirtschaftsleistung aus als früher. Aber im Vergleich zu Westeuropa ist der Rückstand enorm. Umso größer sind die Herausforderungen für die Zukunft. Zwar kann der Strukturwandel hin zu einer klimaneutralen Wirtschaftsweise einen neuen Wachstumsschub auslösen. Zunächst aber entwertet er große Teile der existierenden Infrastruktur und kostet Millionen von Jobs - sozialer Sprengstoff.

Die beste Lösung - und die schlechteste

Die Lage in beiden Ländern ist nicht so stabil, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Der Handelskrieg jedoch, soviel ist klar, wird keines der anstehenden Probleme lösen, sondern sie, im Gegenteil, verschärfen. Umgekehrt: Offene Grenzen und geordneter Austausch von Gütern und Ideen wären enorm nützlich. Den Konflikt beizulegen wäre zweifellos die beste Lösung.

Das Kalkül der Regierenden aber sieht anders aus. Ihnen geht es zuallererst um die Sicherung der Macht: sehr kurzfristig für Donald Trump angesichts des drohenden Impeachments und des beginnenden Wahlkampfs - mittelfristig auch für Xi Jinping, der befürchten muss, dass seine Bürger gegen die Partei aufbegehren und bürgerliche Freiheits- und politische Mitwirkungsrechte einfordern, wie derzeit schon die Einwohner Hongkongs.

Der Konflikt mit dem jeweiligen Gegner - samt üblicher Beschwörungsformeln von nationaler Einheit und Stärke - nützt Trump und Xi für den Moment mehr als eine vernünftige kooperative Politik. Tragisch eigentlich.

Die wichtigsten Wirtschaftsereignisse der bevorstehenden Woche

Montag

Nürnberg - Macht und Gegenmacht - Gewerkschaftstag der IG Metall (bis Samstag).

Washington - Impeachment I - Im Repräsentantenhaus werden die Anhörungen im Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Trump fortgesetzt. Der Auswärtige Ausschuss und der Geheimdienst- und Kontrollausschuss beginnen mit einer Vernehmung von George Kent, Mitarbeiter im Außenministerium und unter anderem mit der Ukraine-Politik der USA befasst.

Dienstag

Brüssel - Euro-Gelder - Der Europäische Rechnungshof legt seinen Prüfbericht zum EU-Haushalt 2018 vor.

Berlin - Deutschland im Handelskrieg - Eurostat - Der Bundesverband Groß- und Außenhandel stellt seine Sicht auf Lage und Perspektive des Außenhandels dar.

Brüssel - Künftige Führungsmannschaft - Das Europäische Parlament befragt die designierten Vizepräsidenten der Von-der-Leyen-Kommission: Valdis Dombrovskis (Finanzen), Margrethe Vestager (Wettbewerb) und Frans Timmermans (Klima).

Washington - Impeachment II - Fortsetzung der Vernehmung durch das Repräsentantenhaus mit T. Ulrich Brechbuhl, Berater im US-Außenministerium.

Mittwoch

Luxemburg - Zur Lage der Eurozone - Treffen der Euro-Finanzminister (Eurogruppe). Es geht unter anderem um den Zustand der Bankenunion und um das geplante Eurozone-Budget.

Donnerstag

Washington - Kräftemessen - Beginn einer weiteren Verhandlungsrunde im Zollstreit zwischen China und den USA.

Wiesbaden - Schlüsselgröße - Neue Zahlen vom Statistischen Bundesamt zu den Exporten im August. Deutschlands exportlastige Wirtschaft leidet besonders unter der Schwäche des Welthandels.

Washington - Impeachment III - Fortsetzung der Vernehmung im Repräsentantenhaus, nun mit dem US-Botschafter bei der Europäischen Union, Gordon Sondland.

Freitag

Oslo - Give peace a chance! - Bekanntgabe des Friedensnobelpreises.

Sonntag

Warschau - Machtwechsel? - Wahlen in Polen. In Umfragen liegen die regierenden Nationalkonservativen vorn.

insgesamt 43 Beiträge
PeterAlef 06.10.2019
1. ...China wird einen ganz anderen Effekt fürchten müssen...
...der Ausfall oder zumindest die drastische Verteuerung von Amerikanischen Produkten auf dem Chinesischen Konsummarkt wird eine Art von 'Entzug' bewirken, der nicht mit rein Chinesischen Produkten kompensierbar ist. Die gerade im [...]
...der Ausfall oder zumindest die drastische Verteuerung von Amerikanischen Produkten auf dem Chinesischen Konsummarkt wird eine Art von 'Entzug' bewirken, der nicht mit rein Chinesischen Produkten kompensierbar ist. Die gerade im kapitalistischen Gefilde angekommenen Chinesen werden das gar nicht schätzen. Und Fragen stellen. da haben sie in Hongkong ja gerade ein feines Vorbild.... Einfach so weitermachen können die jetzt nicht mehr. Und die Falken lauern schon....
DieterZuckermann 06.10.2019
2.
Ein viel, viel, viel zu pro-amerikanischer Artikel. Das Versagen der USA wird hier auf beide Schultern verteilt und eine Teil des Problems China zugeschoben. Falsch! USA ist hier Alleinschuldiger und soll auch alleine den [...]
Ein viel, viel, viel zu pro-amerikanischer Artikel. Das Versagen der USA wird hier auf beide Schultern verteilt und eine Teil des Problems China zugeschoben. Falsch! USA ist hier Alleinschuldiger und soll auch alleine den Rückzieher machen. Auch hier kann es keine Kompromisse geben. USA muss alleine alle Zugeständnisse tragen. Und zwar wirklich alle. Diese Verniedlichung der USA in diesem Artikel ist gefährlich. Schludriger muss ganz klar beim Namen genannt werden. Es ist USA alleine und es gibt keinen weiteren Mitschuldigen.
iasi 06.10.2019
3. Die USA sind sich wirtschaftlich selbst genug
Wie sollen denn Chinas Gegenzölle aussehen? Da gibt es nicht mehr viel, was aus den USA kommt und mit weiteren Zöllen belegt werden könnte. Zudem hat China bisher die US-Zölle mit einer Abwertung der eigenen Währung [...]
Wie sollen denn Chinas Gegenzölle aussehen? Da gibt es nicht mehr viel, was aus den USA kommt und mit weiteren Zöllen belegt werden könnte. Zudem hat China bisher die US-Zölle mit einer Abwertung der eigenen Währung gedämpft. Nur hat die schwache Währung eben auch negative Wirkungen. Ganz offensichtlich können die USA die Handelskriege eben deshalb so gut verkraften, da sie weit weniger exportabhängig sind und vor allem, weil das enorme Handelsbilanzdefizit nicht anderes bedeutet, als dass die USA vor allem ein Absatzmarkt für die Welt waren. Die niedrigste Arbeitslosenrate seit 50 Jahren deutet nicht gerade auf wirtschaftliche Schwierigkeiten der USA durch die Handelskriege hin - im Gegenteil.
tailspin 06.10.2019
4. Zerbrich dir nicht den Kopf vom Trump
Ich wuerde Herrn Mueller nahelegen, erstmal mal vor der eigenen Haustuer zu kehren. Das Projekt Europa und insbesondere die Null/Negativ-Zinspolitik der EZB hat die Deutschen Haushalte seit 2012 netto 59 Mrd. Euro gekostet. Die [...]
Ich wuerde Herrn Mueller nahelegen, erstmal mal vor der eigenen Haustuer zu kehren. Das Projekt Europa und insbesondere die Null/Negativ-Zinspolitik der EZB hat die Deutschen Haushalte seit 2012 netto 59 Mrd. Euro gekostet. Die Inhaber von Guthaben erhielten in diesem Zeitraum 158 Mrd Euro weniger Zinsen als im Vergleich zum Niveau des Jahres 2012, waehrend die Darlehensnehmer 99 Mrd Euro einsparten. Niedrige Zinsen haben nicht zu einer adequaten Ausweitung des Kreditvolumens gefuehrt, sondern zu einem Rueckkgang, weil sie Unsicherheit verbreiten. Die EZB scheint hingegen noch nicht mal in der Erkenntnisphase zu sein. https://moneymaven.io/mishtalk/economics/questioning-lagarde-as-gross-interest-income-in-germany-heads-towards-zero-WUMxCUwZjkiqWdVhOB3-yA/
s.l.bln 06.10.2019
5. Die chinesischen Gegenzölle...
...sind für den Verlauf der Geschichte unerheblich. Die haben nur symbolischen Charakter. Die Chinesen wissen, daß die von Trump angedrohte nächste Eskalationsstufe die breite Masse der Konsumprodukte betrifft und diese [...]
Zitat von iasiWie sollen denn Chinas Gegenzölle aussehen? Da gibt es nicht mehr viel, was aus den USA kommt und mit weiteren Zöllen belegt werden könnte. Zudem hat China bisher die US-Zölle mit einer Abwertung der eigenen Währung gedämpft. Nur hat die schwache Währung eben auch negative Wirkungen. Ganz offensichtlich können die USA die Handelskriege eben deshalb so gut verkraften, da sie weit weniger exportabhängig sind und vor allem, weil das enorme Handelsbilanzdefizit nicht anderes bedeutet, als dass die USA vor allem ein Absatzmarkt für die Welt waren. Die niedrigste Arbeitslosenrate seit 50 Jahren deutet nicht gerade auf wirtschaftliche Schwierigkeiten der USA durch die Handelskriege hin - im Gegenteil.
...sind für den Verlauf der Geschichte unerheblich. Die haben nur symbolischen Charakter. Die Chinesen wissen, daß die von Trump angedrohte nächste Eskalationsstufe die breite Masse der Konsumprodukte betrifft und diese Zölle werden nunmal in den USA von Amerikanern bezahlt. Und die betreffen dann Produkte, für die gar kein kurzfristiger Ersatz von preislich attraktiven Konkurrenzlieferanten zur Verfügung steht. Wenn die Chinesen nicht blinzeln, wovon ich ausgehe, kann Trump entweder den Schwanz einziehen oder das vollstrecken und dann bin ich mal auf die Börsenbewegungen gespannt. Der kann sich nicht jeden Tag neue Enthüllungen im Impeachmentprozess leisten und parallel dazu noch eine Talfahrt der Börsen/Wirtschaft. Das weiß man auch in China. Dort gibt es nächstes Jahr keine Wahlen, die irgendwen in Gefahr brächten. Die Chinesen können das aussitzen, weil der Zeitraum, bis zu dem das final entschieden wird, überschaubar ist.
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