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Pleitebank

Britische Regierung entschädigt Icesave-Kunden

Britische Kunden der bankrotten isländischen Icesave-Bank können aufatmen: Die Regierung von Großbritannien erstattet ihre Sparguthaben. Deutsche Island-Anleger müssen dagegen weiter bangen.

Donnerstag, 06.11.2008   18:03 Uhr

London - Bislang mussten britische Kunden der isländischen Pleitebank Icesave zittern: Der britische Einlagensicherungsfonds bei Bankenpleiten erstattet lediglich eine Entschädigungssumme von maximal 50.000 Pfund (64.500 Euro). Wer mehr angelegt hatte, hatte Pech.

Doch die britische Regierung hilft den Betroffenen. Sie stellt 800 Millionen Pfund (986 Millionen Euro) zur Entschädigung bereit, teilte Finanzminister Alistair Darling am Donnerstag in London mit. Trotzdem verhandele die britische Regierung nach wie vor mit Island über die vollständige Rückzahlung der eingefrorenen Kundengelder, sagte Darling. Die Icesave-Bank hatte 230.000 Kunden in Großbritannien.

Island hatte im Oktober die drei größten Banken des Landes verstaatlicht, um dadurch einen Staatsbankrott abzuwenden. Die Kreditinstitute hatten daraufhin die Einlagen der Sparer eingefroren. In Deutschland waren von diesem Schritt insbesondere die über 30.000 Kunden der Kaupthing-Bank betroffen. Die Bundesregierung verhandelt nach wie vor mit Island über eine Entschädigung der Anleger.

Allerdings können die Anleger wohl nur auf die Erstattung von rund 20.000 Euro hoffen, die durch den isländischen Einlagensicherungsfonds geschützt sind. Dem deutschen Einlagensicherungsfonds, der weit höhere Guthaben absichert, gehörte die deutsche Tochter der Kaupthing nicht an.

cvk/AFP

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