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Wirtschaft

Nach Absturz in Äthiopien

Kompletter europäischer Luftraum für Boeing 737 Max gesperrt

Boeing 737 Max 8 dürften nun in ganz Europa nicht mehr fliegen. Der Flugzeugtyp, von dem in fünf Monaten zwei Maschinen abstürzten, ist auch in vielen weiteren Staaten gesperrt. Nur die US-Flugaufsicht reagiert nicht.

Boeing

Eine Boeing 737 Max 8

Dienstag, 12.03.2019   19:13 Uhr

Die europäische Luftfahrtbehörde EASA hat den europäischen Luftraum für Maschinen des Typs Boeing 737 Max gesperrt. Die Ankündigung am Dienstagabend kam nur wenige Stunden, nachdem bereits mehrere EU-Länder diese Maßnahme ergriffen hatten, darunter auch Deutschland und Großbritannien.

Das Verbot gelte als "Vorsichtsmaßnahme" für die Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 und Boeing 737 Max 9, erklärte die EASA. Als Grund führte die Behörde den Absturz einer Boeing 737 Max 8 am Sonntag in Äthiopien an. Dabei kamen 157 Menschen ums Leben. Ein Flugzeug des gleichen Typs war bereits im Oktober in Indonesien abgestürzt.

Die Sperre des deutschen Luftraums für das Boeing-Modell 737 Max gilt für drei Monate. Bis einschließlich 12. Juni dürfe kein Flugzeug des Typs Boeing 737 Max 8 und Max 9 über der Bundesrepublik fliegen, teilte die Deutsche Flugsicherung (DFS) am Abend mit.

Zuvor hatten schon viele weitere Airlines und Luftfahrtbehörden aus Furcht vor einem technischen Problem vorläufige Verbote gegen die Boeing 737 Max 8 verhängt - darunter Frankreich, Österreich, Irland, Italien, die Niederlande, Polen, Belgien, Indonesien, Singapur, Australien, Malaysia und der Oman. Allein in China sind von dem Verbot knapp 100 Flugzeuge betroffen.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA, in deren Aufsichtsbereich 74 der Boeing 737 Max 8 im Einsatz sind, hat indes kein Startverbot ausgesprochen.

Überblick

Der weltgrößte Reisekonzern TUI stoppte ebenfalls Flüge mit dem Flugzeugtyp Boeing 737 Max 8. Der Schritt betreffe alle TUI-Fluggesellschaften, teilte ein Sprecher mit. Auch viele weitere Fluglinien stellten zunächst den Betrieb ein. (Eine Übersicht finden Sie hier.)

Der Kurs Chart zeigen der Boeing-Aktien fiel am Nachmittag zeitweise um rund sechs Prozent. Der US-Flugzeugbauer beharrt indes auf der Sicherheit seiner Baureihe 737 Max. "Wir haben volles Vertrauen in die Sicherheit", teilte der Konzern am Dienstag mit.

Videoanalyse: "Das ist ein großer Imageschaden"

Foto: SPIEGEL ONLINE

Das Modell 737 Max 8 wird erst seit 2017 eingesetzt. Der Absturz in Äthiopien war der zweite mit diesem Modell nach einem Flugzeugunglück in Indonesien im Oktober.

insgesamt 51 Beiträge
espressotime 12.03.2019
1.
Perfekt.....Malachiten, wie die Börsen darauf reagieren.
Perfekt.....Malachiten, wie die Börsen darauf reagieren.
ddcoe 12.03.2019
2. Oha - das zut weh
Der Imageschaden für Boeing wird stündlich größer - die Forderungen nach Schadensersatz sicher auch. Ich halte es in der derzeitigen Situation für grob fahrlässig, dass die Maschinen in den USA fliegen dürfen. Aber [...]
Der Imageschaden für Boeing wird stündlich größer - die Forderungen nach Schadensersatz sicher auch. Ich halte es in der derzeitigen Situation für grob fahrlässig, dass die Maschinen in den USA fliegen dürfen. Aber vermutlich traut sich dort die Sicherheitsbehörde einfach nicht sich mit Trump anzulegen?
exilant64 12.03.2019
3. Gleich als erstes...
ein Machwerk aus dem Kaninchenbau der Verschwörungstheoretiker. Ich hoffe, dass bald ein (validiertes) Update kommt, denn ansonsten steige ich in keine Max. Die olle 800er ist ja ok.
ein Machwerk aus dem Kaninchenbau der Verschwörungstheoretiker. Ich hoffe, dass bald ein (validiertes) Update kommt, denn ansonsten steige ich in keine Max. Die olle 800er ist ja ok.
tommybonn2000 12.03.2019
4. Die FAA wird nachziehen...
Es bringt ja nichts, die Dinger in den USA weiterfliegen zu lassen wenn sie ausserhalb der USA fast nirgendwo überfliegen oder landen dürfen. Die wären ja bei der FAA mit dem Baseball-Schläger getauft, würden sie nun nicht in [...]
Es bringt ja nichts, die Dinger in den USA weiterfliegen zu lassen wenn sie ausserhalb der USA fast nirgendwo überfliegen oder landen dürfen. Die wären ja bei der FAA mit dem Baseball-Schläger getauft, würden sie nun nicht in der selben Weise reagieren. Denn wenn jetzt etwas passiert, dann könnte die FAA ihre Entscheidung die MAX weiterfliegen zu lassen niemals rechtfertigen und ihr ruf wäre auf Jahrzehnte geschädigt....
Das Grauen 12.03.2019
5. Sehr vernünftig.
Hoffentlich kann durch die Auswertung der Flugschreiber jetzt bald Klarheit über die Unfallursache gefunden und dann das Problem oder die Probleme behoben werden. Bis dahin ist es besser, wenn die Flieger am Boden bleiben. [...]
Hoffentlich kann durch die Auswertung der Flugschreiber jetzt bald Klarheit über die Unfallursache gefunden und dann das Problem oder die Probleme behoben werden. Bis dahin ist es besser, wenn die Flieger am Boden bleiben. Womöglich handelt es sich ja um Materialermüdung bei den Sensoren oder um Qualitätsprobleme (wie bei den Boeing-Tankflugzeugen), die noch zahlreiche andere Maschinen dieses Typs betreffen. Safety first!

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