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Wirtschaft

Prognose für 2019

Heizkosten steigen um bis zu sechs Prozent

Wer mit Gas heizt, zahlt im laufenden Jahr teils deutlich drauf. Das zeigt eine Hochrechnung, die dem SPIEGEL vorliegt. Hier können Sie prüfen, ob Ihre Heizkosten angemessen sind.

DPA

Heizöllieferung in Brandenburg

Von
Mittwoch, 30.10.2019   06:08 Uhr

Wer eine Gasheizung hat, muss 2019 mit höheren Ausgaben rechnen. Für die rund 40 Millionen betroffenen Haushalte können die Heizkosten, abhängig von der Effizienz des Kessels und der Isolation des Gebäudes, um bis zu fünf Prozent steigen. Bezieher von Fernwärme müssen gar mit einem Kostenschub von bis zu sechs Prozent rechnen.

Das geht aus dem sogenannten Heizspiegel hervor, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online, der Deutsche Mieterbund und der Verband Kommunaler Unternehmen im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstellt haben. Die Analyse, für die mehr als 100.000 Datensätze zum Energieverbrauch verschiedener Haushalte ausgewertet wurden, liegt dem SPIEGEL vor. Die wichtigsten Aussagen:

Mit diesem interaktiven Tool können Sie herausfinden, ob Ihre Heizkosten angemessen sind:

Die Heizkosten der Deutschen unterscheiden sich teilweise stark. Während Verbraucher, die mit Erdgas heizen, in einer gut gedämmten 70-Quadratmeter-Wohnung nur etwa 470 Euro pro Jahr zahlen, sind es in einer schlecht isolierten Wohnung gleicher Größe bis zu 980 Euro.

"Wenn es um Heizkosten geht, schauen viele nur auf die Entwicklung der Energiepreise und auf das Wetter", sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online. "Dabei ist der Sanierungsstand eines Hauses der entscheidende Faktor für Heizkosten und den Klimaschutz."

Dementsprechend fällt auch die Klimabilanz einer Wohnung aus. In einer 70-Quadratmeter-Wohnung eines energetisch gut sanierten Mehrfamilienhauses mit Erdgasheizung entstehen pro Jahr etwa 1,5 Tonnen klimaschädliches CO2 durchs Heizen. In einem energetisch schlechteren Gebäude sind es 3,8 Tonnen. Um diesen CO2-Unterschied zu kompensieren, müssten rund 200 Bäume gepflanzt werden.

Verbraucher können schon durch kleine Verhaltensänderungen Ihre Ausgaben und ihren CO2-Verbrauch spürbar reduzieren. Hier ein paar Tipps:

So drücken Sie Ihre Heizkosten

Sammelbestellungen in der Nachbarschaft
Je mehr Heizöl man kauft, desto besser wird der Preis. Wer sich also mit den Nachbarn zusammentut und das Brennmaterial in einer Sammelbestellung kauft, kann erhebliche Summen sparen. Der Nachteil: Einer muss für alle bestellen - und haftet, wenn die anderen nicht zahlen.
Sammelbestellungen im Internet
Eine sicherere Möglichkeit, vom Mengenrabatt zu profitieren, ist, sich an einer Online-Sammelbestellung zu beteiligen. Auf Websites wie HeizoelPool können Käufer ihre Postleitzahl und gewünschte Ölmenge eintragen. Sind genug Bestellungen aus einer Region zusammengekommen, wird ein Auftrag ausgelöst. Die Preisersparnis liegt laut Website bei drei bis fünf Prozent. Die Teilnahme ist kostenlos.
Kontrolle der Raumtemperatur
Es klingt banal und macht doch einen Riesenunterschied: Wer die Raumtemperatur um nur drei Grad absenkt, spart bis zu 18 Prozent Heizkosten. Der einfachste Weg, um die Temperatur zu kontrollieren: ein Thermometer kaufen. Viele Menschen heizen nach Körpergefühl. Das ist meist trügerisch. Wer nicht weiß, wie warm es in seiner Wohnung ist, neigt zum Überheizen. Eine professionellere Methode, die Temperatur zu kontrollieren, ist der Einbau eines elektrischen Thermostats, mit dem man genau festlegen kann, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit welche Raumtemperatur herrschen soll.
Dämmung und Isolierung
Eine ordentliche Dämmung kann den Wärmeverlust - und damit die Heizkosten - drastisch reduzieren. In Altbauwohnungen liegt die Einsparung bei bis zu 60 Prozent. Wer Heizenergie sparen will, muss sein Haus nicht unbedingt voll sanieren. Schon wer die oberste Geschossdecke isoliert, spart tüchtig Geld. Auch kalte Kellerdecken oder schlecht gedämmte Rolllädenkästen und Heizkörpernischen lassen sich relativ einfach und preiswert abdichten. Die meiste Energie geht allerdings durch schlecht abgedichtete Außenwände und das Dach verloren. Die zu dämmen, ist die teuerste und aufwendigste aller Sanierungsarbeiten.
insgesamt 47 Beiträge
zzzzxy 30.10.2019
1. so richtig teuer
sind aber bei wohnungen die abrechnungskosten... das ist ein hoher Prozentsatz
sind aber bei wohnungen die abrechnungskosten... das ist ein hoher Prozentsatz
syt 30.10.2019
2. So geht Politik !
Einfach mehr Geld ein streichen , denn heizen müssen alle ! Oder sollen wir jetzt doch lieber Holz im Ofen verbrennen,das idt günstiger ? Macht dann schöne Abgase ! Was für ein Irrsinn !
Einfach mehr Geld ein streichen , denn heizen müssen alle ! Oder sollen wir jetzt doch lieber Holz im Ofen verbrennen,das idt günstiger ? Macht dann schöne Abgase ! Was für ein Irrsinn !
kunibertus 30.10.2019
3. Das ist doch verständlich.
Wenn im Zuge der Erderwärmung weniger geheizt werden muss, müssen schließlich die Energiepreise steigen, damit die Gewinne der Lieferanten nicht einbrechen. Dann kommt noch die CO2-Steuer - oder wie immer das genannt wird - [...]
Wenn im Zuge der Erderwärmung weniger geheizt werden muss, müssen schließlich die Energiepreise steigen, damit die Gewinne der Lieferanten nicht einbrechen. Dann kommt noch die CO2-Steuer - oder wie immer das genannt wird - dazu und der Bürger wird weiter zur Kasse gebeten. Am besten, man kauft sich einen warmen Pullover.
thequickeningishappening 30.10.2019
4. Ueberall steigen Die Kosten
Nur nicht im Warenkorb für Inflation.
Nur nicht im Warenkorb für Inflation.
klaus1959 30.10.2019
5. 200 Bäume pflanzen
ist sicher um einiges günstiger als ein Haus voll zu isolieren. Kostet nur einen Bruchteil der Sanierungskosten. Also ich lass jetzt mal 10.000 Bäume pflanzen :)
ist sicher um einiges günstiger als ein Haus voll zu isolieren. Kostet nur einen Bruchteil der Sanierungskosten. Also ich lass jetzt mal 10.000 Bäume pflanzen :)

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