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Wirtschaft

Städte-Ranking

Hier bringt der Immobilienkauf die beste Rendite

Wegen der Mini-Zinsen kaufen immer mehr Deutsche Häuser und Wohnungen. Eine Studie zeigt, in welchen Städten sich das besonders lohnt. Ganz vorn dabei: Bonn und Wolfsburg.

DPA

Schloss Poppelsdorf in Bonn

Von
Donnerstag, 23.06.2016   09:17 Uhr

Wenn es um den Kauf von Immobilien geht, dann sind Metropolen wie München, Hamburg oder Frankfurt am Main nach wie vor die beliebtesten Standorte. Die besten Renditen bringen sie allerdings nicht. Denn die Immobilienpreise steigen an solchen Standorten so rapide, dass sich der Wohnungs- oder Häuserkauf dort immer weniger lohnt.

Eine neue Studie zeigt nun, wo Investoren noch wirkliche Schnäppchen machen können. Der Immobiliendienstleister Dr. Lübke & Kelber hat 110 Städte verglichen und Deutschlands "Hidden Champions" definiert. Die größten Renditen bei Bestandsimmobilien winken demnach in Städten wie Bonn, Wolfsburg und Osnabrück; bei Investments in Neubauten liegen Wolfsburg, Bremen und Mannheim ganz vorn.

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Fotostrecke: Wo Immobilienkäufer noch Schnäppchen machen können

Für ihr Ranking haben die Experten zunächst eine Risiko-Kennziffer für die untersuchten Städte ermittelt. Dabei berücksichtigten sie neben der Nachfrage nach Wohnraum auch die Wirtschaftskraft, die Bevölkerungsentwicklung sowie die Miet- und Kaufpreise.

Für das Ranking der sogenannten Hidden Champions haben die Experten dann eine zu erzielende Mindestrendite errechnet, die sich am Standortrisiko orientiert - je höher das Risiko, desto höher sollte die Rendite sein. Anschließend haben sie den Abstand zwischen dieser Mindestrendite und der tatsächlich erzielbaren Eigenkapitalrendite errechnet.

Fallende Zinsen gleichen steigende Kaufpreise aus

In Städten wie Frankfurt ist das Standortrisiko demnach am geringsten - ebenso aber auch der mögliche Gewinn. So kommt die Studie für den Kauf einer Bestandsimmobilie in guter Lage in Frankfurt am Main auf eine Eigenkapitalrendite von gerade mal 2,9 Prozent. Angenommen wurde dabei, dass sich der Käufer mit 40 Prozent Eigenkapital beteiligt und einen Zinssatz von 1,15 Prozent zahlt.

In Bonn dagegen winkt bei einem Immobilienkauf zu denselben Rahmenbedingungen eine Rendite von 7,2 Prozent. In Frankfurt an der Oder oder in Gera lassen sich sogar noch höhere Renditen erzielen, allerdings sind die Investments dort auch mit einem großen Risiko behaftet.

Insgesamt sehen die Immobilienexperten einen Trend zu stark steigenden Kaufpreisen. "Die Eigenkapitalrenditen für Wohnimmobilien haben sich im Vergleich zum Vorjahr oft nur deshalb nicht weiter reduziert, weil auch die Zinsen für Kredite noch einmal deutlich gefallen sind", sagt Ulrich Jacke, Geschäftsführer von Dr. Lübke & Kelber. Im Schnitt seien die Zinsen von 1,85 Prozent auf 1,15 Prozent gesunken.

Der Studie zufolge können in den meisten Städten derzeit bei Bestandsimmobilien Eigenkapitalrenditen von mehr als vier Prozent erzielt werden. Im Neubausegment sind es meist mehr als drei Prozent. Sollten die Zinsen wieder steigen, könnten die Renditen deutlich sinken.

insgesamt 54 Beiträge
KayYou 23.06.2016
1. Wolfsburg?
Auch seitdem VW ein Sparprogramm eingeleitet hat?
Auch seitdem VW ein Sparprogramm eingeleitet hat?
Freidenker10 23.06.2016
2.
Renditen heisst in diesem Fall Mietsteigerungen die sich kein Normalverdiener mehr leisten kann. Ganz große klasse!!
Renditen heisst in diesem Fall Mietsteigerungen die sich kein Normalverdiener mehr leisten kann. Ganz große klasse!!
alaba27 23.06.2016
3. Wolfsburg ?
Das kann bei der starken Abhängigkeit von VW aber ganz schnell in die Hose gehen. Bei dem Rest stimme ich zu.
Das kann bei der starken Abhängigkeit von VW aber ganz schnell in die Hose gehen. Bei dem Rest stimme ich zu.
acitapple 23.06.2016
4.
Wenn ich es richtig verstehe, wird nur verglichen, ob überhaupt noch was rauskommt, wenn man Kreditkosten und Mieteinnahmen gegenüberstellt. Was ist mit den Kaufnebenkosten ? Beim Kauf fallen schon mal ca. 13,5% des [...]
Wenn ich es richtig verstehe, wird nur verglichen, ob überhaupt noch was rauskommt, wenn man Kreditkosten und Mieteinnahmen gegenüberstellt. Was ist mit den Kaufnebenkosten ? Beim Kauf fallen schon mal ca. 13,5% des Immobilienpreises (bei Bestandsimmobilien mit Makler) an. Die kriegt man auch nicht zurück und bewirken auch keine Wertsteigerung. Die müssen auch erst mal über dei Miete reingeholt werden. Wie sieht die Rendite dann aus ?
zindl 23.06.2016
5. Wob
Wenn man mehr Hotels baut, würden die Zulieferer sich freuen ;)
Wenn man mehr Hotels baut, würden die Zulieferer sich freuen ;)

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