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Wirtschaft

Studie zu möglichen US-Sonderzöllen

Deutscher Autoexport droht einzubrechen

Die USA könnten deutsche Autoimporte als mögliche Gefahr für die nationale Sicherheit einstufen - und Zölle erheben. Die Lieferungen würden einer Ifo-Studie zufolge dann um fast die Hälfte zurückgehen.

DPA

Mercedes-Export in Bremerhaven

Samstag, 16.02.2019   09:09 Uhr

Die von US-Präsident Donald Trump erwogenen Sonderzölle auf Autos könnten die deutschen Autokonzerne dem Münchner ifo-Institut zufolge empfindlich treffen. Sollten die USA die Importzölle dauerhaft um 25 Prozent erhöhen, könnten sich die deutschen Autoexporte in die USA langfristig fast halbieren, wie aus Berechnungen des Instituts hervorgeht.

"Diese Zölle würden die gesamten Autoexporte aus Deutschland um 7,7 Prozent verringern, was einem Wert von 18,4 Milliarden Euro entspräche", sagt ifo-Experte Gabriel Felbermayr. Exporte aus anderen Sektoren und in andere Länder dürften den gesamtwirtschaftlichen Verlust aber leicht abmildern, so dass die deutschen Gesamtexporte um 11,6 Milliarden Euro fallen würden. Zuvor hatte eine vom Verband der Bayerischen Wirtschaft in Auftrag gegebene Studie bereits Zollkosten von drei bis fünf Milliarden Euro vorhergesagt.

Unterdessen rückt im Handelsstreit mit den USA eine Entscheidung über mögliche Zölle näher. Am Sonntag endet die Frist für eine Entscheidung des US-Handelsministeriums darüber, ob der Import von Autos und Zulieferteilen die nationale Sicherheit des Landes beeinträchtigt. Sollte dies der Fall sein, könnte Trump binnen 90 Tagen darüber befinden, ob er Sonderzölle erheben will. Zuletzt wurden Sonderzölle in Höhe von 25 Prozent ins Gespräch gebracht. Dadurch will Trump das amerikanische Handelsdefizit abbauen und Jobs in den USA schaffen.

Wie reagiert die EU auf mögliche Autozölle?

Wann genau die Entscheidung öffentlich wird, ist offen - am kommenden Montag ist in den USA ein Feiertag. Das Ministerium äußerte sich bislang nicht zu der Entscheidung. Die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström hatte sich zuletzt aber zuversichtlich geäußert, dass die USA auf Sonderzölle auf europäische Autos verzichten. Auch die Autobranche hielt nach einem Treffen mit Trump im Dezember Autozölle für vermeidbar, VW-Chef Herbert Diess hatte eine enge Partnerschaft mit US-Konkurrent Ford in Aussicht gestellt.

Ein Sprecher der EU-Kommission sagte laut Nachrichtenagentur AFP, sollten die USA dennoch "in irgendeiner Form agieren", werde die Europäische Union "reagieren". Details nannte er keine. Brüssel hat bereits eine Liste mit US-Gütern im Wert von 20 Milliarden Euro erstellt, die im Falle von Autostrafzöllen mit hohen Gegenzöllen belegt würden.

Schon auf die bereits verhängten US-Sonderzölle auf Stahl und Aluminium hatte die EU mit Einfuhrschranken auf US-Produkte reagiert - etwa auf Whiskey. Die Whiskey-Exporte aus den USA in die EU sind laut dem US-Branchenverband The Distilled Spirits Council zuletzt deutlich gesunken. Allerdings geht es hier um vergleichsweise kleine Summen.

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Sollte Trump auch Autozölle verhängen, dürfte dies laut Ökonom Felbermayr die Wertschöpfung des wichtigen deutschen Industriezweigs um fünf Prozent senken. Innerhalb der EU würden etwa 60 Prozent eines dadurch verursachten Schadens auf die Bundesrepublik entfallen. Die Wertschöpfung in der US-Autoindustrie könnte dagegen steigen.

Die deutsche Autoindustrie warnt vor Abschottung und verweist auf die Bedeutung der deutschen Autobauer und Zulieferer für den US-Arbeitsmarkt. "2018 waren rund 118.000 Mitarbeiter in ihren Werken direkt beschäftigt, rund 8000 mehr als ein Jahr zuvor", heißt es vom Verband der Automobilindustrie (VDA). "Während wir 2018 rund 750.000 Fahrzeuge in den deutschen US-Werken produziert haben, wurden nur 470.000 Neuwagen aus Deutschland in die USA exportiert."

Würde es keine Gegenreaktion anderer Länder geben, könnten die USA langfristig tatsächlich von Sonderzöllen profitieren, sagt Felbermayr. "Porsche, Audi, BMW, Mercedes und Co. würden verstärkt in den USA produzieren und so die Zölle umgehen." Wer weiter in die USA exportiere, müsse die Preise senken. Außerdem würden die USA Milliarden an Zolleinnahmen kassieren. Gegenzölle allerdings, machten das alles kaputt.

apr/dpa/AFP/Reuters

insgesamt 22 Beiträge
ihss 16.02.2019
1. Den Spieß umdrehen,...
... vielleicht mit Sonderabgaben auf US Finanzdienstleister.
... vielleicht mit Sonderabgaben auf US Finanzdienstleister.
kraftmeier2000 16.02.2019
2. Wenn die Deutschen
Autohersteller immer mehr der Produktionen in die USA verlagern, bleibt mir ja bald nichts anderes mehr übrig, Fahrzeughersteller aus Asien zu "unterstützen". Made aus USA jedenfalls kommt mir nicht auf den Hof, und [...]
Autohersteller immer mehr der Produktionen in die USA verlagern, bleibt mir ja bald nichts anderes mehr übrig, Fahrzeughersteller aus Asien zu "unterstützen". Made aus USA jedenfalls kommt mir nicht auf den Hof, und von denen die immer mehr Arbeitsplätze von hier dort hin verschieben ebenfalls nicht. Und das alles nur aus Profit- Gier der Aktionäre.
janne2109 16.02.2019
3. sehr gut
sehr gute Idee, super !!!!!! Leider sind wir ja sehr sehr langsam mit unseren Reaktionen, wenn wir schneller wären würde sich der Mann das gar nicht trauen
Zitat von ihss... vielleicht mit Sonderabgaben auf US Finanzdienstleister.
sehr gute Idee, super !!!!!! Leider sind wir ja sehr sehr langsam mit unseren Reaktionen, wenn wir schneller wären würde sich der Mann das gar nicht trauen
seeflieger 16.02.2019
4. Fake News
Die Aussagen dieses Artikels zeugen von sehr wenig Sachkenntnis, sowohl beim Autor als auch beim IFO-Institut. 1. Wer in den USA ein deutsches Auto fahren möchte, macht dies in der Regel nicht, weil er ein besonders billiges [...]
Die Aussagen dieses Artikels zeugen von sehr wenig Sachkenntnis, sowohl beim Autor als auch beim IFO-Institut. 1. Wer in den USA ein deutsches Auto fahren möchte, macht dies in der Regel nicht, weil er ein besonders billiges Fahrzeug haben möchte, sondern ein besonders prestigeträchtigsten. Dabei ist es ziemlich egal, ob das Auto ein paar tausend Dollar mehr kostet oder nicht. 2. Die meisten in den USA verkauften Autos deutscher Hersteller werden in den USA oder Mexiko hergestellt, sodass keine Strafzölle anfallen würden. 3. Nicht die Preise von in die USA exportierten Fahrzeugen müssen gesenkt werden, sondern die Gewinne. Die Preise bei den Händlern bleiben wahrscheinlich genauso niedrig wie heute (ca. 40% unter den Ladenpreisen in Deutschland). Die Gewinne der Hersteller werden durch die Steuern aber deutlich geringer ausfallen. Das können diese aber bei ihren Milliardengewinnen vorübergehend durchaus verkraften. 4. Auch die US-Autoindustrie wird unter diesen Steuern leiden, weil fast alle Fahrzeuge Zulieferteile aus Europa enthalten, für die dann ja auch diese Steuern zu entrichten wären. Bei den knappen Gewinnmargen der US-Autoindustrie würde dies vermutlich höhere Preise für den Endverbraucher nach sich ziehen, sodass kein Vorteil entstünde, sondern eher sogar ein Nachteil, weil dann die in Kanada und Mexiko gebauten Fahrzeuge deutscher und asiatischer Hersteller ohne diese Zusatzsteuern einen Vorteil hätten. Zusammengefasst ist diese Artikel eine reine Panikmache, der die Fakten genauso verdreht wie Präsident Trump.
tafka_neowave 16.02.2019
5. Gegenmaßnahme Zölle:
Gegenmaßnahme Zölle: Dollar. Das ist es, worin sich unsere Freunde in Übersee kostenlos verschulden und worauf sie sich ausruhen. Und Ihnen deutlichst überproportionale Mittel an die Hand gibt, andere, wie uns, zu gängeln. In [...]
Gegenmaßnahme Zölle: Dollar. Das ist es, worin sich unsere Freunde in Übersee kostenlos verschulden und worauf sie sich ausruhen. Und Ihnen deutlichst überproportionale Mittel an die Hand gibt, andere, wie uns, zu gängeln. In dem Maße, wie wir Gegenpositonen zum $ durch einen starken € aufbauen, werden unsere Freunde auch bereit sein, vom Aroganz-Ross wieder abzusteigen. Die Welt würde eine bessere werden! -- PS: Mit der Zahlungsabwicklungsstelle EU-Iran ist ein erster wichtiger und richtiger Schritt erfolgt.

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