Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

Flughafen

BER-Betreiber prüft Ausweitung des Nachtflugverbots

Zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens sollen am künftigen Hauptstadtflughafen BER keine Maschinen starten oder landen. Unklar ist, wie viele Flüge in der Stunde danach erlaubt sein sollen.

Soeren Stache / DPA

Lassen sich innerdeutsche Flüge am BER zwischen 5 und 6 Uhr morgens vermeiden?

Donnerstag, 08.08.2019   21:02 Uhr

Die Flughafengesellschaft des Hauptstadtflughafens BER will prüfen, ob sich dort innerdeutsche Flüge in der Zeit von 5 bis 6 Uhr vermeiden lassen. Das teilten die Eigentümer nach einer Gesellschafterversammlung mit. Berlin stimmte als Miteigentümer der von Brandenburg geforderten Prüfung zu, der Bund lehnte als Gesellschafter das Vorhaben ab.

Hintergrund ist ein vom Landtag Brandenburg angenommenes Volksbegehren. Dieses hatte ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr gefordert. Nach bisheriger Planung sollen am BER nur zwischen Mitternacht und 5 Uhr keine Flugzeuge starten oder landen dürfen, von 22 bis 24 und 5 bis 6 Uhr soll die Zahl der Flüge begrenzt sein.

Brandenburg hatte deshalb in Gesprächen mit den Miteigentümern Berlin und dem Bund gefordert, in der Zeit zwischen 5 und 6 Uhr nur noch Interkontinentalflüge zuzulassen.

Wie viel eine solche Ausweitung des Nachtflugverbots jedoch an den bisherigen Plänen ändert, ist fraglich. Der BER soll künftig die beiden Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel ersetzen, an denen Interkontinental- und auch Inlandsflüge vor 6 Uhr ohnehin die Ausnahme sind. Es gibt nur sechs Langstreckenziele, in Tegel finden derzeit überhaupt keine Flüge vor 6 Uhr statt.

Wirtschaft lehnt Ausweitung des Nachtflugverbots ab

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wertete die geplante Prüfung als einen Erfolg. "Ich freue mich, dass sich Berlin damit jetzt auf die Seite Brandenburgs und der Anwohner des BER stellt", sagte Woidke. "Der Beschluss ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg für eine zusätzliche Stunde Nachtruhe von 5 bis 6 Uhr."

Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) sagte zu der potenziellen Ausweitung des Nachtflugverbots: "Es hat sich gezeigt, dass wir hier möglicherweise Spielraum für Maßnahmen haben, mit denen die wirtschaftliche Situation des Flughafens nicht maßgeblich beeinträchtigt wird."

Die Wirtschaft warnte jedoch vor Zugeständnissen. "Das Ziel des BER ist es, Wirtschaft und Bürger in der Region besser an den internationalen Flugverkehr anzubinden", teilten die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg mit. "Wer das Nachtflugverbot verschärft, verabschiedet sich davon." Ähnlich äußerte sich die Berliner Industrie- und Handelskammer.

kko/dpa

insgesamt 13 Beiträge
Remotesensing 08.08.2019
1. Lese ich richtig?
gerade wurde der Test der Toilettenspülung und Parkuhren wegen fehlender Papiere verschoben, und man macht sich Gedanken über das Nachtflugverbot? Danke BER, der Abend endet fröhlich.
gerade wurde der Test der Toilettenspülung und Parkuhren wegen fehlender Papiere verschoben, und man macht sich Gedanken über das Nachtflugverbot? Danke BER, der Abend endet fröhlich.
kalsu 08.08.2019
2. Irgendwie die falsche Reihenfolge
Bevor man sich Gedanken macht, wann Flugzeuge von diesem Hier-fliegt-gar-nichts-Hafen nicht starten und nicht landen, sollte man sich doch erstmal Gedanken machen, wann Flugzeuge starten und landen dürfen. Solange da kein [...]
Bevor man sich Gedanken macht, wann Flugzeuge von diesem Hier-fliegt-gar-nichts-Hafen nicht starten und nicht landen, sollte man sich doch erstmal Gedanken machen, wann Flugzeuge starten und landen dürfen. Solange da kein Flugzeug landen kann, kann es auch nicht wieder starten - egal wann.
bobrecht 08.08.2019
3. Nachtflugverbot ausweiten ist gut, aber
dafür muss der Flughafen doch erst mal fertig sein ... oder?!
dafür muss der Flughafen doch erst mal fertig sein ... oder?!
cuisinier81 09.08.2019
4. Liebe Kommentatoren...
Man muss denen aber zu Gute halten, das sie weitsichtig agieren und vorausschauend planen! Ich finde es gut, das die sich Gedanken machen, was ab 2050 passiert!!!
Man muss denen aber zu Gute halten, das sie weitsichtig agieren und vorausschauend planen! Ich finde es gut, das die sich Gedanken machen, was ab 2050 passiert!!!
antilobby 09.08.2019
5.
Vielleicht sollte man den Flugverbot auf 24 Std. pro Tag ausweiten. Dann müsste man den Flughafen nicht mehr weiter bauen.
Vielleicht sollte man den Flugverbot auf 24 Std. pro Tag ausweiten. Dann müsste man den Flughafen nicht mehr weiter bauen.

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP