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Wirtschaft

50-Pence-Geldstück

Britische Regierung lässt Münze mit falschem Brexit-Termin prägen

Als gäbe es nicht schon genug Brexit-Pannen: Großbritannien hat eine 50-Pence-Münze hergestellt, die den 29. März als Datum für den EU-Austritt ausweist. Der Schuldige flüchtet sich in Galgenhumor.

Luke MacGregor / REUTERS

Münzherstellung in Großbritannien (Symbolbild)

Sonntag, 24.03.2019   18:46 Uhr

Großbritanniens Finanzminister Philip Hammond wollte alles richtig machen. Schon im Herbst vergangenen Jahres kündigte er an, pünktlich zum Austritt des Landes aus der EU werde die königliche Münzprägeanstalt Royal Mint eine 50-Pence-Münze herstellen, auf der das Datum des Brexits vermerkt ist - der 29. März. Damit erfüllte er eine Forderung rechter Hardliner und der Boulevardpresse.

Nun ist die Münze da - nicht aber ein Zeitpunkt für den Brexit: Während zahlreiche Exemplare des siebeneckigen Geldstücks bereits aus der Presse gekommen sind, hat London die EU um Aufschub beim Austritt gebeten. Premierministerin Theresa May, ihre Minister und die Parlamentsabgeordneten ringen weiter um Form und Zeitpunkt des Austritts oder stellen ihn sogar infrage.

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Massendemo in London: Sie wollen bleiben!

"Dieser Schnitzer ist eine große Peinlichkeit für das Finanzministerium", schreibt die Zeitung "Sun". Das Blatt hatte die Münze vor einigen Monaten als "Schub für den Brexit" bejubelt.

Diese in sie gesteckte Hoffnung hat die Münze offensichtlich nicht erfüllt. Inzwischen geht es um die Frage, ob die produzierten Exemplare eingeschmolzen werden müssen - was sicher ein fatales Symbol für Brexit-Fans wäre. Finanzminister Hammond ist offenbar dagegen und nimmt die Panne sportlich. "Diese Münzen werden einen großen Sammlerwert haben." Für den normalen Zahlungsverkehr seien sie ohnedies nicht vorgesehen gewesen.

Labour-Opposition spottet

Spöttisch reagierte die oppositionelle Labour-Partei auf die Posse. "Ist es das, was der Finanzminister meint, wenn er sagt, wir gewinnen mit dem Brexit die Kontrolle über unser Geld zurück?", sagte die Abgeordnete Mary Creagh. Der Vorfall stehe symbolisch für das Versagen der britischen Regierung beim Brexit.

Andere Briten nehmen die Sache mit Humor. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter kursieren inzwischen Spaßversionen der Münze, auf der sich Queen Elizabeth II. ratlos an den Kopf fasst.

Hammond hat bereits eine Münze mit dem richtigen Brexit-Datum in Aussicht gestellt. Wie lange Sammler darauf warten müssen, ist nicht abzusehen. Die kommende Woche könnte jedoch erneut weisen, ob die Geldstücke überhaupt jemals geprägt werden.

nis

insgesamt 34 Beiträge
carlitom 24.03.2019
1.
Ist doch super für eine Gedenkmünze: im Gedenken an einen failed state, an Chaos und Regierungsversagen. Passt perfekt.
Ist doch super für eine Gedenkmünze: im Gedenken an einen failed state, an Chaos und Regierungsversagen. Passt perfekt.
Europa! 24.03.2019
2. Schlau
Das sind natürlich super Sammlerstücke für Numismatiker, die mal so richtig lachen wollen.
Das sind natürlich super Sammlerstücke für Numismatiker, die mal so richtig lachen wollen.
Bell412 24.03.2019
3. Das ist das Tolle am Brexit..
.. die "sog. Regierung" kann jeden x-beliebigen Mist fabrizieren, bezahlen und ausbaden müssen es ja zum Glück andere. Die Steuerzahler. Aber deren Geduld und Geld scheint unendlich.
.. die "sog. Regierung" kann jeden x-beliebigen Mist fabrizieren, bezahlen und ausbaden müssen es ja zum Glück andere. Die Steuerzahler. Aber deren Geduld und Geld scheint unendlich.
b1964 24.03.2019
4. Assotiationen
Es kann keine Regel oder auch nur Empfehlung geben, Begriffe, die von den Nazis verwendet wurden, zu verbannen. Maßgeblich kann eigentlich nur sein, was wir heute mit den entsprechenden Begriffen assoziieren. Das hängt auch vom [...]
Es kann keine Regel oder auch nur Empfehlung geben, Begriffe, die von den Nazis verwendet wurden, zu verbannen. Maßgeblich kann eigentlich nur sein, was wir heute mit den entsprechenden Begriffen assoziieren. Das hängt auch vom Kontext ab. Von Russland als Riesenreich im Osten zu sprechen, ist doch in erster Linie aus deutscher Perspektive sachlich richtig. Erst der jeweilige Kontext stellt ggf. problematische Intentionen her. Der zweitgrößte Autobauer der Welt hat bis heute einen ideologisch gewählten Firmennamen: Volkswagen. Wir sollten Sprachsensibilität fördern, aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Darf man ein Kind heute den Namen Adolph (oder gar Adolf) geben? Es gab in der Geschichte auch positive Menschen mit diesem Namen. Und ich kenne mehrere (ältere) nette Männer mit diesem Namen, die diesen erst in den End-Vierzigern erhalten haben. Ich muss aber zugeben, dass ich da Hemmungen habe.
ichliebeeuchdochalle 24.03.2019
5.
Sie schreiben: "Ratlos an den Kopf fasst" ... Sieht eher danach aus, daß sie eine Hand vor die Augen schlägt. Das hat eine leicht andere Bedeutung.
Sie schreiben: "Ratlos an den Kopf fasst" ... Sieht eher danach aus, daß sie eine Hand vor die Augen schlägt. Das hat eine leicht andere Bedeutung.

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