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Wirtschaft

Wegen Strafzinsen

Bundesbank steigert Gewinn - Weidmann bleibt Chef

Die Bundesbank hat gut an den Strafzinsen verdient, die Banken und Sparkassen für Einlagen zahlen müssen. Der Finanzminister bekommt daher in diesem Jahr mehr Geld von der Bundesbank als 2018.

DPA

Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main

Mittwoch, 27.02.2019   12:23 Uhr

Die Deutsche Bundesbank überweist dem Finanzministerium nach einem Gewinnanstieg für das vergangene Jahr 2,4 Milliarden Euro. Für den Anstieg sind höhere Zinserträge verantwortlich, teilte die Notenbank mit.

Sparkassen und Banken im Euroraum müssen derzeit 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei den Notenbanken parken. Das soll die Kreditvergabe ankurbeln.

Insgesamt erzielte die Bundesbank im vergangenen Jahr einen Überschuss von 2,5 Milliarden Euro, davon flossen wie schon im Vorjahr 100 Millionen Euro in Rücklagen für Pensionsverpflichtungen. Die verbleibenden 2,4 Milliarden gehen nun an den Bund.

Neue Spielräume ergeben sich aus dem Bundesbank-Gewinn für Finanzminister Olaf Scholz (SPD) jedoch nicht. Das Bundesfinanzministerium plant traditionell einen Bundesbankgewinn in Höhe von 2,5 Milliarden Euro in den Bundeshaushalt ein.

Seit der Euro-Einführung 1999 erzielte die Bundesbank jedes Jahr einen Gewinn, den höchsten 2001 mit 11,2 Milliarden Euro. In den vergangenen Jahren war der Scheck für den Finanzminister jeweils deutlich kleiner ausgefallen als vom Bund erhofft - 2017 hatte der Überschuss nur 1,9 Milliarden Euro betragen. Grund war, dass die Notenbank ihre Vorsorge für mögliche Risiken aus der gemeinsamen Geldpolitik für den Euroraum erhöhte und Geld für Pensionen zurücklegte.

Amtszeit von Präsident Weidmann verlängert

Klarheit gab es derweil in einer wichtigen Personalie der Notenbank. Das Bundeskabinett hat die Amtszeit des Präsidenten Jens Weidmann um weitere acht Jahre verlängert.

Weidmann ist seit 2011 Chef der Bundesbank und gilt als einer der Aspiranten für die Nachfolge des Italieners Mario Draghi an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB). Dessen Amtszeit endet in diesem Herbst. Als Präsident der Bundesbank gehört Weidmann auch dem EZB-Rat an.

fek/dpa

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