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Wirtschaft

Energiewende

Bundesnetzagentur fordert vierte Nord-Süd-Stromautobahn

Wie soll Windenergie vom Norden in den Süden kommen? Über eine vierte Stromtrasse, fordert die Bundesnetzagentur. Sie plädiert für eine Verbindung zwischen Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen.

KARSTEN KLAMA/EPA-EFE/REX

Windpark in der Nordsee: Wie kommt der Strom in den Süden?

Dienstag, 06.08.2019   15:12 Uhr

Der Ausbau der dringend nötigen Stromtrassen in Deutschland stockt. Nun hat die Bundesnetzagentur eine vierte Stromautobahn vorgeschlagen, um Windenergie vom Norden gen Süden zu übertragen.

Eine Gleichstromverbindung zwischen Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sei erforderlich, teilte die Regulierungsbehörde mit. Die Behörde hatte einen Vorschlag der Netzbetreiber geprüft. Die wollten die zusätzliche Trasse von Schleswig-Holstein bis nach Baden-Württemberg bauen. Die Netzagentur ist aber für eine kürzere Strecke nur bis NRW. Zudem plädiert die Behörde für Ausbau von Wechselstromverbindungen, also kleineren Leitungen.

Der Streckenkorridor für die neue Stromautobahn geht von Heide in Schleswig-Holstein über das niedersächsische Wilhelmshaven bis nach Polsum und Uentrop in NRW. Der genaue Streckenverlauf zwischen diesen Orten ist noch unklar - er wird erst in einem späteren Verfahren festgelegt, das dauert noch lange. Nach Wunsch der Netzbetreiber sollte die Trasse bis nach Altbach in Baden-Württemberg gehen, das lehnte die Netzagentur aber ab.

Bis 2030 soll der Ökoanteil im deutschen Stromnetz von derzeit 38 auf 65 Prozent steigen. Ein Großteil davon entsteht im windreichen Norden.

Derzeit sind drei große Stromtrassen in Deutschland in Planung, welche den Ökostrom vom Norden in den industriell geprägten Süden und Westen der Republik bringen sollen. Sie heißen "Suedlink", "Suedostlink" und "Ultranet"/"A-Nord". Die Vorhaben lösen in der örtlichen Bevölkerung mitunter starke Widerstände aus.

Die Bonner Behörde startete am Dienstag eine Konsultation des Netzentwicklungsplans. Firmen, Verbände und Vertreter der Zivilgesellschaft können sich bis Mitte Oktober zu Wort melden. Bis Jahresende will die Regulierungsbehörde den Plan festlegen. Auf dessen Basis wiederum soll der Bundesgesetzgeber den Leitungskorridor in ein Gesetz aufnehmen - ist er hierin verankert, muss die neue Stromautobahn gebaut werden.

mmq/dpa

insgesamt 27 Beiträge
quark2@mailinator.com 06.08.2019
1.
Immer dieser Wortmurks. Schon "Weltraumbahnhof" ist dumm, denn da gibt es keine Bahn. Es gibt aber "Kosmodrom". Und hier nun also "Stromautobahn" ... Da fahren keine Autos. Reicht [...]
Immer dieser Wortmurks. Schon "Weltraumbahnhof" ist dumm, denn da gibt es keine Bahn. Es gibt aber "Kosmodrom". Und hier nun also "Stromautobahn" ... Da fahren keine Autos. Reicht "Starkstromleitung" nicht ? Dann von mir aus "Superstromtrasse", wenn es unbedingt sein muß. Wäre mMn. jedenfalls besser, wenn das Zeugs vernünftig bezeichnet wird. Und weil wir gerade dabei sind: Da die Bundesländer, durch welche der Strom nur durchfließt, keine Maut nehmen können, wäre es schön, wenn die Trasse nicht von deren Bürgern bezahlt werden müßte. So bezahlen die Menschen in ganz Mitteldeutschland die Leitungen, von denen dann Nord- und Süddeutschland profitieren. Irgendwie nicht fair, oder ?
zooombie 06.08.2019
2. Wo Sie Recht haben...
Stromautobahnen, das wäre doch die Idee: Warum werden die Stromtrassen nicht da verlegt, wo eh Platz und Infrastruktur ist, z.B. entlang der Autobahnen (Mittelstreifen?) Manchmal hat man das Gefühl, es muß mit maximaler [...]
Stromautobahnen, das wäre doch die Idee: Warum werden die Stromtrassen nicht da verlegt, wo eh Platz und Infrastruktur ist, z.B. entlang der Autobahnen (Mittelstreifen?) Manchmal hat man das Gefühl, es muß mit maximaler Anstrengung und maximalem finanziellem Aufwand ein Maximum an Schaden erzeugt werden, klar kostet ja nicht das Geld und die Naturreservoire derer, die die Entscheidungen treffen.
Dualist 06.08.2019
3. Stromautobahn
Wieso können denn Trassen und Windräder nicht entlang von Autobahnen gebaut werden? Mag evtl. nicht der kürzeste Weg sein, aber doch einfacher in der gerichtlichen Durchsetzung. Und die jahrzehntelange Verschleppung von [...]
Wieso können denn Trassen und Windräder nicht entlang von Autobahnen gebaut werden? Mag evtl. nicht der kürzeste Weg sein, aber doch einfacher in der gerichtlichen Durchsetzung. Und die jahrzehntelange Verschleppung von Trassen durch besorgte Bürger und dadurch einhergehend der faktische Stopp der Energiewende ist schädlich für Deutschland und seine Industrie.
holzghetto 06.08.2019
4. @ quark2@mailinator.com
Enteignung von Feldern, Wiesen und Waldstücken. Es bezahlt jeder der so ein Grundstück besitzt vom Norden bis in den Süden dort wo die Leitung endet. Hier in den Breitengraden gibt es schon Proteste und Demos weil hier heile [...]
Enteignung von Feldern, Wiesen und Waldstücken. Es bezahlt jeder der so ein Grundstück besitzt vom Norden bis in den Süden dort wo die Leitung endet. Hier in den Breitengraden gibt es schon Proteste und Demos weil hier heile Natur zerstört werden soll nur weil unterirdisch ein paar Kabel verlegt werden müssen. Die nachfolgenden Schäden am Erdreich, Tierreich und Natur ist natürlich nicht zu vergessen. Der Mitteldeutsche hat von diesem Strom nix denn er kann ihn nicht anzapfen.
holzghetto 06.08.2019
5. @ Dualist
alleine die Windräder will man in Bayern ja nicht bauen und haben, denn die wollen soetwas nicht dort in der Gegend rumstehen haben. Haben die bayrischen Politiker ja letzt erst geäussert ;) Stattdessen darf der Rest von [...]
alleine die Windräder will man in Bayern ja nicht bauen und haben, denn die wollen soetwas nicht dort in der Gegend rumstehen haben. Haben die bayrischen Politiker ja letzt erst geäussert ;) Stattdessen darf der Rest von Deutschland drunter leiden weil die Bayern so engstirnig sind. Es weht halt überall Wind. Der auf der Nordsee ist max. 5% stärker. Das ist kein grosser Unterschied.

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