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Wirtschaft

Schwache Konjunktur

Bundesregierung halbiert Wachstumsprognose

Schon wieder korrigiert die Bundesregierung ihre Wachstumserwartungen nach unten. Keiner blickt so pessimistisch in die Zukunft wie Wirtschaftsminister Altmaier.

Michael Kappeler / DPA

Peter Altmaier

Von und
Donnerstag, 11.04.2019   18:30 Uhr

Die Bundesregierung rechnet nach Informationen des SPIEGEL für das laufende Jahr nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent. Damit halbiert Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), dessen Ressort bei der regierungsamtlichen Konjunkturprognose federführend ist, seine Voraussage aus dem Jahreswirtschaftsbericht vom Januar.

Für 2020 erwarten seine Experten ein Plus von rund 1,5 Prozent. Bis zur offiziellen Vorstellung der Prognose am kommenden Mittwoch können sich die Zahlen noch marginal ändern.

Grund für die merkliche Abkühlung der Konjunktur ist vor allem die Exportschwäche der deutschen Industrie, ausgelöst nicht zuletzt durch die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China sowie zwischen den USA und Europa. Dass es im nächsten Jahr wieder merklich bergauf gehen soll, liegt vor allem daran, dass im Jahr 2020 vier Feiertage auf ein Wochenende fallen - es also mehr Arbeitstage gibt.

Mit ihrer Konjunktureinschätzung befindet sich die Bundesregierung am unteren Rand des Prognosenspektrums. Seit Wochen korrigieren alle Experten ihre Wachstumserwartungen für das laufende Jahr nach unten. Zuletzt hatten der Sachverständigenrat der Bundesregierung Ende März und die führenden Forschungsinstitute Anfang April für 2019 noch ein Plus von 0,8 Prozent vorausgesagt.

Die gedämpften Erwartungen schlagen sich auch nieder in den Haushaltsplanungen von Finanzminister Olaf Scholz (SPD). Die Prognose der nächsten Woche ist Grundlage für die Steuerschätzung, die Anfang Mai stattfinden wird. Schon jetzt steht fest, dass die Steuereinnahmen hinter den bisherigen Erwartungen zurückbleiben werden. Trotz aller konjunkturellen Rückschläge will Scholz an der schwarzen Null, also einem ausgeglichenen Haushalt ohne neue Schulden, festhalten.

insgesamt 35 Beiträge
Armin2 11.04.2019
1. Per Zufallsgenerator
Wenn in der freien Wirtschaft ein Manager seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr mal eben um 50 Prozent kürzen würde – der Mann wäre seinen Job los, bevor die Adhoc-Meldung rausginge. Man fragt sich wirklich, welche [...]
Wenn in der freien Wirtschaft ein Manager seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr mal eben um 50 Prozent kürzen würde – der Mann wäre seinen Job los, bevor die Adhoc-Meldung rausginge. Man fragt sich wirklich, welche Peifen da eigentlich diese Prognosen machen (und wieviel Geld die bekommen). Würfeln die die Zahlen aus? Ich halte jede Wette, dass ich mit meinen Prognosen deutlich besser wäre.
haarer.15 11.04.2019
2. Schwache Konjunktur
Na und ? Konjunktur ist immer was Dynamisches. Das Wachstum kennt eben nicht nur eine Richtung nach oben. Kann auch mal stagnieren. Global ist sowieso einiges im Umbruch - auch deshalb weist die Kurve erst einmal nach unten. Ist [...]
Na und ? Konjunktur ist immer was Dynamisches. Das Wachstum kennt eben nicht nur eine Richtung nach oben. Kann auch mal stagnieren. Global ist sowieso einiges im Umbruch - auch deshalb weist die Kurve erst einmal nach unten. Ist aber nur ein Grund. Auf nationaler Ebene gibt es schon auch Versäumnisse. Wer die Zeichen frühzeitig erkannt und reagiert hat, der hat heute weniger Anpassungsprobleme. Wenn Wirtschaft und Politik heute - auf etwas hohem Niveau - jammern, so haben sie eben ihre Hausaufgaben nicht gemacht.
hansaeuropa 11.04.2019
3. Wachstumsbremse per Grundgesetz
und nun wird der Staat wegen der Schuldenbremse noch weiter seine Ausgaben kürzen und der Schrumpfungsprozess hält sich selbst am Leben. In Griechenland hat diese Politik auch zu "blühenden Landschaften " geführt.
und nun wird der Staat wegen der Schuldenbremse noch weiter seine Ausgaben kürzen und der Schrumpfungsprozess hält sich selbst am Leben. In Griechenland hat diese Politik auch zu "blühenden Landschaften " geführt.
Nordstadtbewohner 11.04.2019
4. Peter Altermaiers Prognosen
"Keiner blickt so pessimistisch in die Zukunft wie Wirtschaftsminister Altmaier." Ich erinnere mich noch daran, wie Peter Altmaier vor noch nicht allzu langer Zeit davon sprach, dass die deutsche Wirtschaft noch die [...]
"Keiner blickt so pessimistisch in die Zukunft wie Wirtschaftsminister Altmaier." Ich erinnere mich noch daran, wie Peter Altmaier vor noch nicht allzu langer Zeit davon sprach, dass die deutsche Wirtschaft noch die nächsten 20 Jahre um 2,5% pro Jahr wachsen könne. Jetzt blickt er so pessimistisch wie kein anderer in die Zukunft. Hier zeigt sich, Herrn Altmaier fehlt der volkswirtschaftliche Hintergrund und Erfahrung in der Privatwirtschaft. Kein Wunder, dass ihn die Mittelstandsvereinigungen so kritisieren.
Nonvaio01 11.04.2019
5. das glueck der regierung ist
das man alles auf Brexit schieben kann, so muss man nicht zugeben das man unfaehig ist und den karren in den sand gesetzt hat. Von nun an wird es nur noch bergab gehen, viele haben es immer gesagt das die Merkel politik eine [...]
das man alles auf Brexit schieben kann, so muss man nicht zugeben das man unfaehig ist und den karren in den sand gesetzt hat. Von nun an wird es nur noch bergab gehen, viele haben es immer gesagt das die Merkel politik eine politik ins verderderben ist, und da kommt D auch nicht mehr raus weil D ca 20 jahre hinter dem rest ist wenn es um innovation geht. Ich wuensche der deutschen wirtschaft alles schlechte, und das meine ich ernst, obwojhl ich selber deutscher bin, aber diese arroganz mit der man teilweise begnet wird ist einfach nur extrem.

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