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Wirtschaft

Geldpolitik

Trump bezeichnet US-Notenbank als Feind

Der Chef der US-Notenbank Jerome Powell hat eine Rede über Geldpolitik gehalten. Präsident Donald Trump hat sie nicht gefallen. Auf Twitter verschärfte er seine Angriffe auf die Fed - und wetterte gegen China.

SHAWN THEW / EPA-EFE / REX

Trump auf Twitter: "Meine einzige Frage lautet, wer ist unser größerer Feind, Jay Powell oder Präsident Xi?"

Freitag, 23.08.2019   19:23 Uhr

So scharf wie noch nie hat US-Präsident Donald Trump die Notenbank seines Landes kritisiert. "Meine einzige Frage lautet, wer ist unser größerer Feind, Jay Powell oder Präsident Xi?", schrieb Trump nach einer Rede von Notenbankchef Jerome Powell auf Twitter. Er bezog sich damit auf Chinas Präsidenten Xi Jinping.

Die Volksrepublik hatte kurz zuvor im Handelsstreit mit den USA neue Strafzölle auf US-Produkte im Wert von rund 75 Milliarden Dollar angekündigt. Powell wiederum machte in seiner Rede deutlich, dass er für die Fed, wie die Notenbank genannt wird, nur begrenzte Möglichkeiten sieht, auf die Auswirkungen des Handelskonflikts auf die US-Konjunktur zu reagieren.

Trump wirft der Fed vor, das Wachstum mit zu hohen Zinsen abzubremsen. Er hat schon seit Längerem mit der früheren Gepflogenheit gebrochen, dass sich US-Präsidenten aus Rücksicht auf die Unabhängigkeit der Notenbank mit Kritik an deren Entscheidungen zurückhalten. Stattdessen fordert er offensiv Zinssenkungen.

Ende Juli hatte die Fed den Leitzins zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren gesenkt. Trump ging der Schritt jedoch nicht weit genug. Die Notenbank reagierte mit der Zinssenkung auf den Handelskonflikt mit China, der zusehends auf die Weltkonjunktur und die heimische Wirtschaft durchschlägt.

Trump: "Wir brauchen China nicht"

Auf Twitter kündigte Trump nun an, noch an diesem Freitagnachmittag (Ortszeit) auf die neuen Strafzölle von China zu reagieren. "Wir brauchen China nicht", schrieb Trump. Die USA seien ohne China besser dran. Er weise die "großartigen US-Unternehmen" dazu an, sich nach Alternativen zu China umzusehen. Dies beinhalte auch die Rückkehr von Unternehmen in die USA.

US-Transportunternehmen müssten zudem alle Lieferungen von Fentanyl unterlassen, schrieb Trump weiter. In den USA wird das starke Schmerzmittel oft als Droge missbraucht und ist verantwortlich für Tausende Tote. China gilt als größer Produzent von Fentanyl weltweit. "Fentanyl tötet 100.000 Amerikaner im Jahr", twitterte Trump. Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping habe das Versprechen nicht eingelöst, das Problem zu lösen.

Der US-Aktienmarkt gab nach den Aussagen des Präsidenten deutlich nach. Der US-Dollar geriet zu allen wichtigen Währungen unter Druck.

kko/dpa/dpa-AFX

insgesamt 92 Beiträge
neutralfanw 23.08.2019
1. Feinde?
Trump's Frage ist falsch formuliert. Er müsste fragen, wer sind unsere Freunde? Die Antwort würde lauten: wir haben keine Freunde. Wir hatten mal Freunde und Verbündete. Konsequenz daraus?
Trump's Frage ist falsch formuliert. Er müsste fragen, wer sind unsere Freunde? Die Antwort würde lauten: wir haben keine Freunde. Wir hatten mal Freunde und Verbündete. Konsequenz daraus?
draco2007 23.08.2019
2.
Was stimmt mit ihm nicht? Wo bleibt das 2nd Amendment?
Was stimmt mit ihm nicht? Wo bleibt das 2nd Amendment?
claus7447 23.08.2019
3. Also wenn Donny jemand als Feind bezeichnet..
.... ist das ja Lob aus höchstem Munde. Ja, auch potus45 muss feststellen, nicht jeder tanzt nach seiner rostigen Pfeife.
.... ist das ja Lob aus höchstem Munde. Ja, auch potus45 muss feststellen, nicht jeder tanzt nach seiner rostigen Pfeife.
die-metapha 23.08.2019
4. Interessant
Die "Feinde" des Herrn Trump sind also - nebst der freien amerikanischen Presse und demokratisch gewählten Politiker - nun also auch die amerikanische Notenbank..... Also wer jetzt nicht merkt, wie es um diesen Präsidenten im [...]
Die "Feinde" des Herrn Trump sind also - nebst der freien amerikanischen Presse und demokratisch gewählten Politiker - nun also auch die amerikanische Notenbank..... Also wer jetzt nicht merkt, wie es um diesen Präsidenten im Oberstübchen steht wird wohl nie drauf kommen.
j.vantast 23.08.2019
5. Die FED ist ein Feind?
Hui, muss blöd sein wenn der Feind sich im eigenen Land befindet. Aber die Zahl seiner Feinde hat sich in relativ kurzer Zeit ja vervielfacht, da kommt´s doch auf einen mehr oder weniger wirklich nicht mehr an. Hätte nie [...]
Hui, muss blöd sein wenn der Feind sich im eigenen Land befindet. Aber die Zahl seiner Feinde hat sich in relativ kurzer Zeit ja vervielfacht, da kommt´s doch auf einen mehr oder weniger wirklich nicht mehr an. Hätte nie gedacht dass ich das mal schreiben würde, aber selbst unter Bush war die Welt friedlicher.

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