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Wirtschaft

Bestechungsprozess

Gericht stellt sich auf Deal mit Ecclestone ein

Der Formel-1-Bestechungsprozess könnte bald entschieden sein. Das Landgericht München hält eine Einigung mit Bernie Ecclestone für möglich und streicht die für kommende Woche geplanten Zeugenvernehmungen.

DPA

Formel-1-Chef Ecclestone: Ende des Verfahrens möglich

Freitag, 01.08.2014   13:58 Uhr

München - Im Korruptionsprozess gegen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone stehen Verteidigung und Justiz vor einem Deal über ein vorzeitiges Ende. Das Landgericht München strich am Freitag nach eigenen Angaben die in der kommenden Woche geplanten Zeugenvernehmungen, um Zeit für eine mögliche Verständigung zu haben. "Es besteht die Möglichkeit einer Einigung", sagte eine Gerichtssprecherin. "Es besteht die Möglichkeit, dass in der Verhandlung ein entsprechender Verfahrensabschluss vereinbart wird." Die Termine am Dienstag und Mittwoch seien nun dafür vorgesehen.

Bereits am Dienstag hatte sich für Ecclestone überraschend ein Hoffnungsschimmer abgezeichnet. Die Staatsanwaltschaft, die Ecclestone wegen Korruptionsvorwürfen angeklagt hat, hatte sich auf Verständigungsgespräche mit der Verteidigung eingelassen. Zugleich will Ecclestone seinen Streit mit der BayernLB gegen eine Zahlung von rund 25 Millionen Euro außergerichtlich beilegen, wie die Verteidiger erklärt hatten.

Die Gerichtssprecherin betonte nun, die Auseinandersetzung der BayernLB mit Ecclestone sei für das Strafverfahren belanglos. "Mögliche Schadensersatzansprüche der BayernLB sind eine zivilrechtliche Frage und damit völlig unabhängig von einem möglichen Ende des Strafverfahrens." Nach dem Gesetz können sich Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung unter bestimmten Voraussetzungen auf eine Einstellung eines Strafverfahrens oder auf ein mildes Urteil einigen.

Die Anklage wirft Ecclestone vor, dem Ex-Vorstand der BayernLB, Gerhard Gribkowsky, beim Verkauf der Formel-1-Mehrheit vor acht Jahren 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld gezahlt zu haben. Er habe damit Einfluss auf den Besitzer der Formel 1 nehmen und seinen Job an der Spitze sichern wollen. Ecclestone hat das bisher immer zurückgewiesen und erklärt, sich von Gribkowsky bedroht gefühlt zu haben.

ssu/Reuters

insgesamt 7 Beiträge
noalk 01.08.2014
1. Lückenhaftes Recht?
In dem Verfahren geht es doch um Bestechung. Entweder hat Ecclestone nicht bestochen, dann gehört er freigesprochen. Hat er bestochen, gehört er nach dem Gesetz bestraft, so, wie es das Gesetz vorsieht. Ein Deal riecht mir [...]
In dem Verfahren geht es doch um Bestechung. Entweder hat Ecclestone nicht bestochen, dann gehört er freigesprochen. Hat er bestochen, gehört er nach dem Gesetz bestraft, so, wie es das Gesetz vorsieht. Ein Deal riecht mir danach, dass das sich Gericht mit der Angelegenheit überfordert sieht und den Weg des geringsten Widerstandes sucht. Das wirft kein gutes Licht auf die Rechtsprechung. Ach, ich vergaß, es geht mal wieder um jemanden, der sehr vermögend ist.
Just4fun 01.08.2014
2. so einfach kann "Recht" sein: ...
zahlst Du 25 Mio €, war's keine Bestechung .... ?
Zitat von sysopDPADer Formel-1-Bestechungsprozess könnte bald entschieden sein. Das Landgericht München hält eine Einigung mit Bernie Ecclestone für möglich und streicht die für kommende Woche geplanten Zeugenvernehmungen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ecclestone-gericht-stellt-sich-auf-deal-ein-a-984049.html
zahlst Du 25 Mio €, war's keine Bestechung .... ?
silenced 01.08.2014
3. <->
Kein Kommentar, da ist wieder wer gleicher als die anderen. Es hat vor Gericht keine Deals zu geben. Entweder man ist schuldig oder man ist unschuldig.
Kein Kommentar, da ist wieder wer gleicher als die anderen. Es hat vor Gericht keine Deals zu geben. Entweder man ist schuldig oder man ist unschuldig.
theodor11 01.08.2014
4. Gerechtigkeit?
Ein weiterer Beweis, dass es vor Gericht nicht um Gerechtigkeit geht, sondern um Geld. Wer reich ist, hat mehr Rechte.
Ein weiterer Beweis, dass es vor Gericht nicht um Gerechtigkeit geht, sondern um Geld. Wer reich ist, hat mehr Rechte.
coppsi 01.08.2014
5. mit Geld sich die Freiheit erkaufen.
so verkommen ist unser Staat bereits . Gleiches Recht für alle ?
so verkommen ist unser Staat bereits . Gleiches Recht für alle ?

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