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Wirtschaft

Brüssel

EU beschließt schärfere CO2-Grenzwerte für Neuwagen

Europäische Autos sollen sauberer werden: EU-Unterhändler haben sich auf strengere Grenzwerte für den Kohlendioxid-Ausstoß von Neuwagen bis 2030 geeinigt. Das soll helfen, die Klimaziele zu erreichen.

DPA

Autos vor der Zulassung (Symbolbild)

Montag, 17.12.2018   20:54 Uhr

Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments haben beschlossen, dass der Kohlendioxidausstoß von Neuwagen bis 2030 um 37,5 Prozent im Vergleich zu 2021 sinken soll. Das teilte die österreichische Ratspräsidentschaft mit. Für leichte Nutzfahrzeuge wurde eine CO2-Reduktion um 31 Prozent vereinbart. Als Zwischenziel soll in beiden Fahrzeugklassen bis 2025 eine Minderung um 15 Prozent erreicht sein.

Die in einem Vermittlungsverfahren erreichten Vorgaben sind deutlich schärfer, als die Autoindustrie und die Bundesregierung ursprünglich forderten. Die EU-Staaten hatten Anfang Oktober für eine Senkung des CO2-Werts bei neuen Autos und leichten Nutzfahrzeugen um durchschnittlich 35 Prozent plädiert. Deutschland trug das Ziel damals mit, obwohl die Bundesregierung - ebenso wie die EU-Kommission - eigentlich nur 30 Prozent Minderung wollte. Das Europaparlament ging mit einer Forderung, den Kohlendioxidausstoß nach um 40 Prozent zu senken, in die Verhandlungen.

Die Vorgaben sollen helfen, die Klimaziele der Europäischen Union insgesamt zu erreichen und die Emissionen aus dem Straßenverkehr zu drücken. Zuletzt ist der der Kohlendioxidausstoß von Neuwagen in Deutschland zwar gesunken - die Emissionen aller Pkw zusammen stiegen jedoch.

Hersteller müssten mehr Elektroautos produzieren

Zu erreichen sind die neuen Zielwerte nur, wenn Hersteller neben Diesel und Benzinern immer mehr Fahrzeuge ohne Emissionen verkaufen - also zum Beispiel reine Elektroautos. Nur so können sie ihren Schnitt insgesamt schaffen. Dafür müssen sie aber ihre Produktion umbauen. Die Bundesregierung befürchtet Jobverluste, falls der Umstieg auf neue Antriebe zu schnell vollzogen wird. Befürworter strenger Werte meinen dagegen, dass europäische Autobauer so in der Konkurrenz zu China bestehen und neue Jobs schaffen könnten.

Bisher ist in der EU festgelegt, dass Neuwagen im Flottendurchschnitt 2021 nicht mehr als 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen sollen. Von dieser Basis aus soll die Senkung folgen. Doch ist die aktuelle Vorgabe für viele Hersteller noch nicht in Reichweite: Der europäische Durchschnitt lag zuletzt bei 118,5 Gramm. Insgesamt stammt rund ein Viertel aller Klimagase der EU aus dem Verkehr, Autos und Lastwagen haben daran den größten Anteil.

Lesen Sie hier: Was Autofahrer gegen die steigenden CO2-Emissionen tun können.

Vor der letzten Runde der EU-Unterhändler hatte der europäische Herstellerverband Acea noch einmal eindringlich vor zu scharfen Zielwerten gewarnt. "Wenn sie auf überehrgeizige CO2-Reduktionswerte dringt, riskiert die EU, Autos für Leute mit begrenzten Mitteln zu teuer zu machen", erklärte der Verband. Die jüngsten Proteste in Frankreich und Belgien zeigten, dass das Tempo des Wandels Rückhalt in der Gesellschaft haben müsse.

kko/dpa

insgesamt 83 Beiträge
nestor01 17.12.2018
1. Schärfere CO2-Werte für Autos
Die sind OK, wenn sie technisch machbar sind. Wenn nicht, erinnern sie mich nur an die Ziele von Erich Honecker in Bezug auf die Erfüllung von 5-Jahres-Plänen und zur Vervollkommnung des Sozialismus. Warum die Autos nicht [...]
Die sind OK, wenn sie technisch machbar sind. Wenn nicht, erinnern sie mich nur an die Ziele von Erich Honecker in Bezug auf die Erfüllung von 5-Jahres-Plänen und zur Vervollkommnung des Sozialismus. Warum die Autos nicht einfach verbieten?
Rassek 17.12.2018
2. Ein wenig
Kraut und Rüben.. Ist der Wert prozentual gesunken? Dh ein neuwr SUV kann prozentual weniger ausstossen. In Gramm aber mehr als ein alter Kleinwagen. Die Umwelt interessiert aber nur die Gesamtlast in Tonnen.
Kraut und Rüben.. Ist der Wert prozentual gesunken? Dh ein neuwr SUV kann prozentual weniger ausstossen. In Gramm aber mehr als ein alter Kleinwagen. Die Umwelt interessiert aber nur die Gesamtlast in Tonnen.
scgtef 17.12.2018
3. Elektro- und Hybridfahrzeuge
werden erst billiger, wenn mehr hergestellt werden. Gerade Hybridantriebe könnten als Zwischenlösung dienen, da sie sowohl einen Benzin-, als auch einen Elektromotor haben, muss die Reichweite der Batterie nicht so groß sein. [...]
werden erst billiger, wenn mehr hergestellt werden. Gerade Hybridantriebe könnten als Zwischenlösung dienen, da sie sowohl einen Benzin-, als auch einen Elektromotor haben, muss die Reichweite der Batterie nicht so groß sein. Ich habe neuerdings einen BMW Hybrid, in der Stadt fahre ich rein elektrisch, bei längeren Strecken mit Benzin. Der Elektroantrieb macht richtig Spaß, leise und flott.CO2 Null . Stickoxid Null.
Karl Heinz Klaus 17.12.2018
4. Als ob 2030 noch jemand Verbrenner kaufen würde
Als ob 2030 noch jemand Verbrenner kaufen würde. Bei dem jetzigen Tempo der Optimierungen wird die E-Batterie wird wohl um 2025 überhohlen
Als ob 2030 noch jemand Verbrenner kaufen würde. Bei dem jetzigen Tempo der Optimierungen wird die E-Batterie wird wohl um 2025 überhohlen
lupo62 17.12.2018
5.
Was passiert eigentlich, wenn die Autoindustie die vorgebenen Werte nicht schaft, und zwar auf breiter Front, nicht nur einzelne Firmen? Passiert dann irgendwas? Strafzahlungen? Fahrverbote?
Was passiert eigentlich, wenn die Autoindustie die vorgebenen Werte nicht schaft, und zwar auf breiter Front, nicht nur einzelne Firmen? Passiert dann irgendwas? Strafzahlungen? Fahrverbote?

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