Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

Ratssitzung

EZB belässt Leitzins bei 0,0 Prozent

Sparer müssen weiter auf steigende Zinsen warten: Der geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank rührt den seit März 2016 auf null gesenkten Leitzins nicht an.

REUTERS

EZB-Zentrale in Frankfurt (Archiv)

Donnerstag, 24.01.2019   16:50 Uhr

Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt die Zinsen vorerst unangetastet. Der EZB-Rat hat den Leitzins auf dem Rekordtief von null Prozent belassen. Auf diesem Niveau liegt er bereits seit März 2016. Der Strafzins für geparktes Geld von Banken, der sogenannte Einlagensatz, bleibt bei minus 0,4 Prozent. Sparer müssen sich also noch gedulden, bis die Zinsen wieder steigen.

Wahrscheinlich werde der Rat bis zur nächsten Sitzung im März abwarten, um die konjunkturelle Lage besser beurteilen zu können, heißt es in einem Ausblick der US-amerikanischen Bank JPMorgan.

So signalisiert die EZB die erste Zinsanhebung nach der Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise frühestens nach dem Sommer dieses Jahres. Angesichts der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung innerhalb wie außerhalb des Euroraums halten es aber immer mehr Bankvolkswirte für unwahrscheinlich, dass die Notenbank noch in diesem Jahr eine erste Zinsanhebung vornehmen wird. Für ein Signal in Richtung einer späteren Anhebung sei es aber noch zu früh, heißt es aus diversen volkswirtschaftlichen Abteilungen.

Neben den überwiegend schwach ausgefallenen jüngsten Konjunkturdaten lag außerdem die Inflation mit 1,6 Prozent im Dezember unter dem Ziel der Notenbank. Sie strebt knapp zwei Prozent als optimales Niveau für die Wirtschaft an. Einige Experten halten es für möglich, dass EZB-Chef Mario Draghi deswegen die Konjunkturperspektiven jetzt pessimistischer beurteilt.

Ein Abschwung käme für die Europäische Zentralbank zur Unzeit. Seit Anfang des Jahres steckt die Notenbank keine frischen Milliarden mehr in den Kauf von Anleihen. Laufen Staats- und Unternehmenspapiere aus dem 2,6 Billionen Euro schweren Kaufprogramm aus, wird dieses Geld aber neu investiert.

brt/dpa-AFX/Reuters

insgesamt 35 Beiträge
mborevi 24.01.2019
1. Der EZB Rat ...
... wird ja von südeuropäischen Ländern dominiert, da jedes Land, unabhängig von der Größe der Bevölkerung, gleiches Stimmrecht hat. Es ist schwer vorstellbar, dass die überschuldeten Länder Südeuropas sich selbst Zinsen [...]
... wird ja von südeuropäischen Ländern dominiert, da jedes Land, unabhängig von der Größe der Bevölkerung, gleiches Stimmrecht hat. Es ist schwer vorstellbar, dass die überschuldeten Länder Südeuropas sich selbst Zinsen auferlegen werden. Daher warten wir noch lange auf Zinsen für unser Erspartes. Und die Bundesbank auf Zinsen für die 800 Milliarden an Target Schulden, für die diese Länder bei der Bundesbank in der Kreide stehen.
marcaurel1957 24.01.2019
2.
Man kann sich informieren, was Targetsalden sind.....warum tun Sie es nicht? Die Targetsalden sind Forderungen/ Verbindlichkeiten NUR gegenüber der EZB, niemals gegenüber anderen Ländern.....Ihre Aussage ist also [...]
Zitat von mborevi... wird ja von südeuropäischen Ländern dominiert, da jedes Land, unabhängig von der Größe der Bevölkerung, gleiches Stimmrecht hat. Es ist schwer vorstellbar, dass die überschuldeten Länder Südeuropas sich selbst Zinsen auferlegen werden. Daher warten wir noch lange auf Zinsen für unser Erspartes. Und die Bundesbank auf Zinsen für die 800 Milliarden an Target Schulden, für die diese Länder bei der Bundesbank in der Kreide stehen.
Man kann sich informieren, was Targetsalden sind.....warum tun Sie es nicht? Die Targetsalden sind Forderungen/ Verbindlichkeiten NUR gegenüber der EZB, niemals gegenüber anderen Ländern.....Ihre Aussage ist also falsch. Niemand käme auf die Idee, dafür Zinsen zu verlangen, das es sich um reine korrespondierenden Bilanzpositionen handelt. We ist, kann auch heute sein Geld mit 2% anlegen...ganz ohne Risiko!
hikage 24.01.2019
3.
Immer wieder das Gejammer der Unbedarften. Solange sie kein Multimillionär sind, ist die Wahrscheinlichkeit nahe bei 100%, dass sie mehr Kosten durch Zinsen hätten, als ihnen ihr Erspartes einbringt, Im Gegensatz zu [...]
Zitat von mborevi... wird ja von südeuropäischen Ländern dominiert, da jedes Land, unabhängig von der Größe der Bevölkerung, gleiches Stimmrecht hat. Es ist schwer vorstellbar, dass die überschuldeten Länder Südeuropas sich selbst Zinsen auferlegen werden. Daher warten wir noch lange auf Zinsen für unser Erspartes. Und die Bundesbank auf Zinsen für die 800 Milliarden an Target Schulden, für die diese Länder bei der Bundesbank in der Kreide stehen.
Immer wieder das Gejammer der Unbedarften. Solange sie kein Multimillionär sind, ist die Wahrscheinlichkeit nahe bei 100%, dass sie mehr Kosten durch Zinsen hätten, als ihnen ihr Erspartes einbringt, Im Gegensatz zu den Zinsen aufs Ersparte sind diese Kosten allerdings nicht so schön auf einen Blick sichtbar, sondern bei allen ihren Ausgaben eingepreist.
minicuzzo 24.01.2019
4.
Jaja klar, die Südländer leben nur auf Pump und die tollen Deutschen sind alles sparer und unglaublich reich. Man muss nur mit offenen Augen durchs leben gehen und merkt sehr schnell, dass die Menschen in Deutschland genauso [...]
Zitat von mborevi... wird ja von südeuropäischen Ländern dominiert, da jedes Land, unabhängig von der Größe der Bevölkerung, gleiches Stimmrecht hat. Es ist schwer vorstellbar, dass die überschuldeten Länder Südeuropas sich selbst Zinsen auferlegen werden. Daher warten wir noch lange auf Zinsen für unser Erspartes. Und die Bundesbank auf Zinsen für die 800 Milliarden an Target Schulden, für die diese Länder bei der Bundesbank in der Kreide stehen.
Jaja klar, die Südländer leben nur auf Pump und die tollen Deutschen sind alles sparer und unglaublich reich. Man muss nur mit offenen Augen durchs leben gehen und merkt sehr schnell, dass die Menschen in Deutschland genauso froh über die Niedrigzinspolitik sind wie die im Süden. Wenn die Löhne nicht steigen, ist das die einzige Möglichkeit die Wirtschaft am leben zu halten. Arroganz ist eine schlechte Eigenschaft.
hefe21 24.01.2019
5. Es ist nicht unsere Absicht, Zinsen zu zahlen (Mario Ulbricht)
"Niemand käme auf die Idee, dafür Zinsen zu verlangen, das es sich um reine korrespondierenden Bilanzpositionen handelt." Ist das Satire? Was ist übrigens eine "korrespondierende Bilanzposition"? Hat [...]
Zitat von marcaurel1957Man kann sich informieren, was Targetsalden sind.....warum tun Sie es nicht? Die Targetsalden sind Forderungen/ Verbindlichkeiten NUR gegenüber der EZB, niemals gegenüber anderen Ländern.....Ihre Aussage ist also falsch. Niemand käme auf die Idee, dafür Zinsen zu verlangen, das es sich um reine korrespondierenden Bilanzpositionen handelt. We ist, kann auch heute sein Geld mit 2% anlegen...ganz ohne Risiko!
"Niemand käme auf die Idee, dafür Zinsen zu verlangen, das es sich um reine korrespondierenden Bilanzpositionen handelt." Ist das Satire? Was ist übrigens eine "korrespondierende Bilanzposition"? Hat die da Brieffreundschaften mit anderen Bilanzpositionen? Die annähernd eine Billion sind schlicht das Guthaben der Bundesbank bei der EZB. Und selbstverständlich gibt es dafür in normalen Zeiten Zinsen - die Bundesbank müsste in normalen Zeiten ja auch Zinsen an ihre assoziierten Banken zahlen, bei denen sich diese Guthaben spiegeln. Und diese spiegelnden Banken müssten in normalen Zeiten Zinsen an jene zahlen, denen die Guthaben schlussendlich gehören. Also den Nettoguthabenbesitzern, die keine weitere Bilanzspiegelung mehr gegenüberstehen haben. Über die Gründe der Zinsenvernichtung wird es auch keine 3 Meinungen geben. Es wurde derart viel unbedientes (also nicht wieder ausgeschiedenes) Phantasiegeld in den Kreislauf geschossen, dass der Geldorganismus röchelnd und zuckend auf der Intensivstation liegt.

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP