Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

Globale Konjunktur

Unruhe ist die neue Normalität

Noch läuft die Weltwirtschaft halbwegs. Doch die Unsicherheit über die weitere Entwicklung steigt immer weiter. Dahinter steckt eine tiefere Ursache: Wir erleben eine Zersplitterung der politischen Ordnung - national und international.

AP / Alastair Grant

Einer von zahlreichen Unruheherden weltweit: Britanniens Premier Boris Johnson

Eine Kolumne von
Sonntag, 13.10.2019   17:46 Uhr

So viel Unsicherheit haben die Forscher noch nie gemessen, nicht nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, nicht während der Finanzkrise 2008, nicht während der Eurokrise zwischen 2010 und 2015.

Seit Monaten zeigt der globale Unsicherheitsindikator, berechnet von einem Team von US- Ökonomen, stark erhöhte Werte - mehr als das Dreifache des langfristigen Mittels. Der Indikator, so sieht es aus, warnt vor Peak Panic.

Das mag arg übertrieben erscheinen. Schließlich läuft die Weltwirtschaft noch halbwegs ordentlich. Die Beschäftigung in den reichen Ländern ist hoch, die Zahl der Arbeitslosen niedrig. Von Inflation ist wenig zu sehen. Die Börsen haben die abgelaufene Woche mit einem fetten Plus beendet.

Die gängigen Konjunkturindikatoren mögen zurückgegangen sein, aber sie zeigen längst keine welterschütternde Krise an. Und doch: Eine neue, beunruhigende Normalität ist eingekehrt.

Am Dienstag beginnt die Herbsttagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Washington. Zu Beginn legt der IWF seine neue Prognose für die Weltwirtschaft vor. Es ist zu erwarten, dass die Fonds-Ökonomen ihre Vorhersagen abermals nach unten korrigieren. Bereits im Sommer sahen sie "politische Fehltritte und die damit verbundene Unsicherheit" als größten belastenden Faktor für die Wirtschaft an. Seither ist die Lage nicht gerade ruhiger geworden.

Jede Menge Unruheherde

In gut zwei Wochen läuft die Frist für den EU-Austritt Großbritanniens ab. Auch wenn jetzt auf den letzten Drücker wieder Brexit-Verhandlungen stattfinden, ist völlig unklar, wie es ab November weitergeht und ob ein neues Abkommen eine Mehrheit im britischen Unterhaus bekommt (achten Sie auf den entscheidenden EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag).

Zum Autor

Im Handelskonflikt zwischen den USA und China mögen die Zeichen derzeit auf relative Entspannung stehen. Aber die bisherige Zolleskalation hat bereits beträchtliche Schäden angerichtet. Von einer nachhaltigen Lösung sind beide Seiten weit entfernt.

Wohin man schaut: unvorhergesehene Ereignisse, überraschende Wendungen. In Washington laufen die Anhörungen zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump. Der Konflikt um Vorladungen und die Vorlage von Beweismitteln zwischen Weißem Haus und Repräsentantenhaus trägt Züge einer Verfassungskrise.

In Hongkong steigen die Befürchtungen, die chinesische Armee könnte die Freiheitsbewegung mit Waffengewalt niederringen und ein Blutbad anrichten. Taiwans Präsidentin Tsai Ing-Wen warnte diese Woche vor einem Übergreifen des Konflikts mit Peking auf ihr Land.

Die Armee des Nato-Staates Türkei besetzt den kurdisch bewohnten Norden Syriens - und die Regierung in Ankara erwartet Beistand von ihren Partnern. Doch die denken gar nicht daran; stattdessen überzieht die Nato-Führungsmacht USA die Türkei mit harten Wirtschaftssanktionen. Am Persischen Golf spitzt sich der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran nach einem angeblichen Raketenangriff auf einen iranischen Tanker zu.

Es ist noch gar nicht so lange her, da hätte jede einzelne dieser Nachrichten das Potenzial gehabt, die weltweiten Schlagzeilen für Tage oder Wochen zu bestimmen. Inzwischen passiert so vieles gleichzeitig, dass wir kaum noch hinterherkommen. Was ist hier eigentlich los?

Unsicherheit schafft Instabilität

Steigende Unsicherheit bedeutet nicht, dass alles immer schlimmer wird, sondern dass die Zukunft weniger ausrechenbar erscheint. Das wiederum hat höchst reale Folgen für Politik und Wirtschaft: Unsicherheit destabilisiert Institutionen, national und international. Und weil Planungsgrundlagen fehlen, halten sich Unternehmen und Konsumenten zurück; sie warten ab, fahren Investitionen und Konsumausgaben zurück.

Deshalb gehen Ökonomen davon aus, dass große allgemeine Verunsicherung schlecht ist für die wirtschaftliche Entwicklung. Entsprechend viel Aufmerksamkeit widmen sie inzwischen diesem Thema: 53-mal tauchen die Worte "unsicher" und "Unsicherheit" in der aktuellen Gemeinschaftsdiagnose der deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute auf, in der Ausgabe vom Frühjahr waren es noch 35 Nennungen. Eine schlechtere Wirtschaftslage wiederum kann die Politik destabilisieren - Unsicherheit nährt weitere Unsicherheit.

Das erhöhte Unsicherheitsniveau hat eine tiefere Ursache: Wir erleben die Diffusion von politischer Macht - national und international. Traditionelle Herrschaftsstrukturen schwinden, neue Akteure tauchen auf. Das mag sympathisch wirken, wie eine große Emanzipationsbewegung. Aber zugleich wird die Welt instabiler und weniger steuerbar.

Die internationale Dimension: Kräftemessen der großen Mächte

Auf internationaler Ebene waren die USA jahrzehntelang die dominierende Macht. Sie schufen und stützten Institutionen - wie IWF, Weltbank, Nato und die Welthandelsorganisation WTO -, die eine internationale Ordnung stifteten. Natürlich, es war eine Ordnung nach dem Geschmack der Hegemonialmacht, aber immerhin waren die Regeln klar.

Andere westliche Länder halfen, diese Ordnung zu stützten: Auf die G7 (USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Japan) entfielen bei ihrer Gründung Mitte der Siebzigerjahre mehr als die Hälfte des globalen Sozialprodukts, des Welthandels und der Treibhausgasemissionen. Heute liegt der jeweilige Anteil nur noch bei rund einem Viertel. Damals führte der Westen dank konzentrierter Machtressourcen unangefochten. Die Sowjetunion konnte lediglich militärisch mithalten. China vermochte damals kaum seine Bevölkerung zu ernähren.

Ganz anders heute: Die USA sind immer noch die größte, aber bei Weitem nicht mehr die dominierende Handelsmacht. Entsprechend können sie nicht mehr die Regeln setzen, sondern verstricken sich in einen Dauerkonflikt mit der staatsdominierten Großvolkswirtschaft China, die die westlichen Regeln im Grunde nicht akzeptiert. Die EU ist mit sich selbst beschäftigt und weit davon entfernt, eine Großmacht zu sein.

In Asien fordert China die bisherige Schutzmacht USA heraus, baut seine militärische Präsenz im Südchinesischen Meer aus und bedroht seine Nachbarn, darunter Taiwan, die aus Pekinger Sicht abtrünnige Insel. Russland kann die Krim besetzen, und der Westen hat dem wenig entgegenzusetzen, kann die Annexion letztlich nur akzeptieren. Die Türkei fühlt sich stark genug, gegen den Protest der Nato-Partner in Syrien einzumarschieren, nicht zuletzt weil die Führung in Ankara hofft, dass Russland und China als mögliche Ersatzpartner bereitstehen.

Die Ordnung der Nachkriegszeit gilt nicht mehr. Neue Institutionen und Regeln haben sich noch nicht herausgebildet. Die Welt ist zurück in einem Kräftemessen der großen Mächte. Ein sicherer Rahmen für die Weltwirtschaft sieht anders aus.

Die nationale Dimension: Populismus und Bewegung

Auch auf nationaler Ebene sorgt die Diffusion der Macht für instabile Verhältnisse. Wo noch vor wenigen Jahren relativ hierarchische Strukturen herrschten, die den Prozess der politischen Willensbildung ordneten, ist nun ein erratisches Element eingekehrt. Volksparteien sind geschrumpft (was macht eigentlich die SPD?) oder verschwunden (wie die französischen Sozialisten).

Immer neue Bewegungen (von "Pegida" über die britische "Leave"-Kampagne, die französischen Gelbwesten bis zu "Exinction Rebellion") und Parteien (von "La République en marche" in Frankreich bis zur "Brexit Party") bewegen die politische Agenda. Organisiert über soziale Medien, treiben sie die Regierungen vor sich her.

Die wichtigsten Wirtschaftsereignisse der bevorstehenden Woche

Montag

Peking - Spuren des Handelskriegs - Chinas Zoll veröffentlicht Außenhandelszahlen für das dritte Quartal.

Stockholm - Nach- und Vordenker - Bekanntgabe des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften.

Dienstag

Washington - Weltfinanztreffen - Beginn der Herbsttagung von IWF und Weltbank. Zum Beginn stellt der IWF seinen Economic Outlook vor.

Luxemburg - Was jetzt, Europa? - EU-Ministertreffen zum Brexit: Die zuständigen Regierungsmitglieder der 27 verbleibenden EU-Staaten beraten vor dem EU-Gipfel darüber, ob und wie sich doch noch eine Lösung erzielen lässt.

Mittwoch

Washington - Crash-Gefahr - Der IWF stellt seinen neuen Bericht zur globalen Finanzstabilität vor.

Toulouse - Tandems und andere Fortbewegungsmittel - Merkel, Macron und ihre Kabinette treffen sich zum deutsch-französischen Ministerrat, kurz vor dem EU-Gipfel.

Westerville - Linksdrall - Fernsehdebatte der aussichtsreichsten zwölf Bewerber der Demokraten. Aussichtsreichste Kandidatin ist derzeit die ehemalige Harvard-Professorin Elizabeth Warren. Die Umfragewerte des bisherigen Frontrunners Joe Biden leiden unter den Auslandsaktivitäten seines Sohnes Hunter. Bernie Sanders wiederum musste kürzlich den Wahlkampf wegen einer Herz-OP unterbrechen.

Donnerstag

Brüssel - Historischer Gipfel - Der Europäische Rat der Regierungschefs der 28 EU-Staaten hat eigentlich nur ein vordringliches Thema: eine Lösung zu finden, damit Großbritannien geordnet, also mit einem Vertrag, aus der EU ausscheiden kann.

Freitag

Brüssel - Is it a deal? - Der EU-Gipfel endet. Die große Frage ist, ob ein Brexit-Abkommen mit Großbritannien doch noch zustande kommt.

Berlin - Eine unendliche Geschichte - Sondersitzung des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg. Diesmal geht es um den Ausbau des immer noch nicht eröffneten, aber bereits zu kleinen Flughafens BER.

Washington - Diesmal regelkonform - Die US-Strafzölle auf EU-Importe wegen regelwidriger EU-Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus treten in Kraft. Die WTO hatte den USA erlaubt, Abgaben auf 7,5 Milliarden Dollar an EU-Importen zu erheben. Betroffen sind unter anderem französischer Wein, spanisches Olivenöl, irische Butter und italienischer Käse.

Peking - Leben mit dem Handelskrieg - Chinas Statistikamt legt Zahlen zum Wirtschaftswachstum im dritten Quartal vor.

Samstag

London - Is it really a deal? - Die vom britischen Unterhaus per Gesetz gesetzte Frist endet, zu der Premier Johnson eine abermalige Verlängerung des Brexit beantragen muss. Das Gesetz gilt nicht, falls bis Samstag ein Austrittsabkommen in Kraft ist. Johnson hatte stets betont, das Königreich werde die EU verlassen, mit oder ohne Abkommen. Man darf gespannt sein.

Populistische Führungsfiguren machen sich die neuen Mechanismen zunutze und surfen auf den Wellen öffentlicher Erregung. Dass Donald Trump im Weißen Haus und Boris Johnson in Downing Street 10 sitzen, ist ein Resultat dieser Machtverschiebungen. Einmal an der Regierung, richten Populisten regelmäßig enorme Schäden an.

Eigentlich ist die Öffnung der politischen Räume eine tolle Sache. Anliegen, die früher keine Lobby hatten, lassen sich nun öffentlich artikulieren. Soziale Medien sind, so gesehen, ein machtvolles Vehikel, das der Demokratie zu einer neuen Blüte verhelfen könnte. Aber bislang fehlt es an Regeln und Institutionen, die politische Diskurse ordnen und in konstruktiven Bahnen halten könnten.

Es ist wie auf internationaler Ebene: Traditionelle Machtpositionen schwinden, neue Ordnungsprinzipien sind noch nicht in Sicht. Solange das so ist, wird Unsicherheit die neue Normalität bleiben.

Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Mitarbeiter von Civey arbeiten für die Auswertungen lediglich mit User-IDs und können die Nutzer nicht mit ihrer Abstimmung in Verbindung bringen. Die persönlichen Angaben der Nutzer dienen vor allem dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden. Darüber hinaus arbeitet Civey mit externen Partnern zusammen, die Zielgruppen für Werbetreibende erstellen. Nur wenn Nutzer die Datenschutzerklärung sowohl von Civey als auch von einem externen Partner akzeptiert haben, dürfen Ihre Antworten vom Partner zur Modellierung dieser Zielgruppen genutzt werden. Ein Partner erhält aber keine Informationen zu Ihren politischen und religiösen Einstellungen sowie solche, mit denen Sie identifiziert werden können. Civey-Nutzer werden auch nicht auf Basis ihrer Antworten mit Werbung bespielt. Der Weitergabe an Partner können Sie als eingeloggter Nutzer jederzeit hier widersprechen. Mehr Informationen zum Datenschutz bei Civey finden Sie hier.
Wer steckt hinter Civey-Umfragen?
An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.
insgesamt 24 Beiträge
scratchpatch 13.10.2019
1. Zu viele Fragen
Was wird jetzt passieren? Wenn man Trumps Tweets liest, dann freut er sich, nicht mehr im Nordirak zu sein (wohin er noch kürzlich die Verbündeten locken wollte) nach dem Motto: Lass die sich doch gegenseitig die Köpfe [...]
Was wird jetzt passieren? Wenn man Trumps Tweets liest, dann freut er sich, nicht mehr im Nordirak zu sein (wohin er noch kürzlich die Verbündeten locken wollte) nach dem Motto: Lass die sich doch gegenseitig die Köpfe einschlagen, was interessiert es uns, wenn Amerika nicht profitiert. Man muss befürchten, dass er "profitieren" wirklich im finanziellen Sinne meint. Noch kann er Machtpolitik betreiben mit Sanktionen, aber was ist die Grundlage? Was wäre, wenn der Euro den Dollar als Leitwährung ersetzen würde - könnten dann die Europäer mit Sanktionen die Weltpolitik lenken? Was passiert mit der industrialisierten Landwirtschaft und abgebauten Umweltauflagen, wenn Kunden umdenken und nachhaltige Produkte, weniger Fleisch fordern? Was, wenn etwa Europa durch Handelsabkommen angetrieben wird, etwa Soja woanders zu kaufen? Wie würde sich bei einer schwächeren Wirtschaft die hohe internationale Verschuldung auswirken? Wie kann das schwache Sozial- und Gesundheitssystem Umstrukturierungen der Globalisierung ähnlich wie in Europa abfedern? Irgendwie erscheint es als Schwäche, dass Trump so hoch ansetzen muss mit Drohungen, Handelskrieg etc., um mehr amerikanische Produkte zu verkaufen.
dw_63 13.10.2019
2. Und?
Der Artikel fasst die derzeitige Situation zwar schön zusammen, aber bis auf den Satz, dass alte Herrschaftsstrukturen und neue noch nicht da sind, fehlen mir andere Aussagen, oder zusammengefasst, die Welt ist im Umbruch und [...]
Der Artikel fasst die derzeitige Situation zwar schön zusammen, aber bis auf den Satz, dass alte Herrschaftsstrukturen und neue noch nicht da sind, fehlen mir andere Aussagen, oder zusammengefasst, die Welt ist im Umbruch und keiner weiß wie das endet.
tommybonn2000 13.10.2019
3. Tiefere Ursache
Der Kommentar kratzt nur an der Oberfläche. Denn tatsächlich muss die Frage lauten, wieso das Alles in einer funktionierenden westlichen Demokratie wo es doch allen gut gehen sollte, möglich ist und gerade passiert. Es scheint [...]
Der Kommentar kratzt nur an der Oberfläche. Denn tatsächlich muss die Frage lauten, wieso das Alles in einer funktionierenden westlichen Demokratie wo es doch allen gut gehen sollte, möglich ist und gerade passiert. Es scheint angefangen zu haben mit dem Ende des Kommunismus. Bis dahin konnte die westlichen Demokratien immer sagen: "Guckt in den Osten, wie unfrei die sind. Keiner setzt sich für die kleinen Leute ein und diese haben auch kaum Rechte. Der Kommunismus zählt mehr als der einzelne Mensch. Dort werden Menschen und die Meinungen von einer kleinen Elite gelenkt und bestimmt. Und Menschen die Misstände anprangern kommen in den Gulag. Da geht's euch doch gut." Doch seit dem es den Kommunismus nicht mehr gibt, scheinen sich auch die Demokratien plötzlich zu verändern: "Auch in der sogenannten freien Welt, in den westlichen Demokratien (eigentlich Mammonkratien) sind sie unfrei. Auch dort kümmert sich keiner um die kleinen Leute und ihre Rechte. Die Wirtschaft zählt mehr als der einzelne Mensch Und auch in der westlichen Demokratie (oder was wir so nennen) werden die Menschen und Meinungen von einer kleinen Elite gelenkt und beherrscht. Und auch in der achso freien Welt, darf man nicht alles sagen oder alle Missstände aufdecken (Stichwort: Snowden, dem sogar die Todesstrafe droht)." Die meisten Menschen erkennen das nicht bewusst, aber unbewusst. Sie erkennen, egal welche der herkömmlichen Parteien oder Weg sie wählen, sich nichts ändert. Also suchen sie nach neuen Lösungen. Und in diese Lücken stoßen dann die Rattenfänger wie die Rechten, die Nationalen, die Faschisten und alle anderen die Formen des Populismus vertreten und scheinbar neue Lösungen anbieten oder zumindest anders klingen. Das Problem ist, dass wenn immer eine Elite meint sie alleine müsste von einer Regierungsform profitieren und sie bestimmen, die Masse als letzten Ausweg immer die vollständige Zerstörung wählt. Unbewusst aber letztlich unausweichbar und zielgerichtet.
Tolotos 13.10.2019
4. Ich sehe viele Ursachen der Probleme in der Globalisierung!
International gibt es eine globale Wirtschaft, aber keine funktionierende politische Struktur, die die den international aufgestellten Unternehmen gesellschaftlich sinnvolle Rahmenbedingungen auferlegen könnte. So hat sich eine [...]
International gibt es eine globale Wirtschaft, aber keine funktionierende politische Struktur, die die den international aufgestellten Unternehmen gesellschaftlich sinnvolle Rahmenbedingungen auferlegen könnte. So hat sich eine Art Wirtschaftsfeudalismus etabliert, in der große Unternehmen asoziale Produktionsstrukturen einfach in Staaten auslagern, in den sozialstaatliche Regeln keine große Bedeutung haben. Auf nationaler Ebene haben die Demokratien einigermaßen funktioniert, solange die nationalen Grenzen die Interessen von Geldadel und Restbevölkerung einigermaßen gleichgeschaltet haben. Das funktioniert nicht mehr, seitdem die Globalisierung die Bedeutung der Staatsgrenzen für Großunternehmen und Geldadel weitgehend marginalisiert hat. Jetzt zeigt sich, dass auch in Staaten, die sich als demokratisch bezeichnen, die realpolitische Willenbildung weniger die Interessen der Wählermehrheit als die der Eigner der Kapitalmehrheit vertritt. Das hat in vielen Demokratien das Vertrauen in die etablierte Politik zerstört.
lubrikation 13.10.2019
5. Sehr schön
Herr Professor hat die Weltlage zusammengefasst. Sicherlich hochinteressant für all seine Studenten die wirtschaftspolitischen Journalismus an der Technischen Universität Dortmund studieren und keine Zeitung lesen. Und was nun?
Herr Professor hat die Weltlage zusammengefasst. Sicherlich hochinteressant für all seine Studenten die wirtschaftspolitischen Journalismus an der Technischen Universität Dortmund studieren und keine Zeitung lesen. Und was nun?
Newsletter
Müllers Memo

Verwandte Artikel

Mehr im Internet

Verwandte Themen

Zum Autor

  • Institut für Journalistik, TU Dortmund
    Henrik Müller ist Professor für wirtschaftspolitischen Journalismus an der Technischen Universität Dortmund. Zuvor arbeitete der promovierte Volkswirt als Vizechefredakteur des manager magazin. Außerdem ist Müller Autor zahlreicher Bücher zu wirtschafts- und währungspolitischen Themen. Für den SPIEGEL gibt er jede Woche einen pointierten Ausblick auf die wichtigsten Wirtschaftsereignisse der Woche.

Anzeige

Anzeige

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP