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Wirtschaft

Bedingung für neues Hilfspaket

IWF pocht auf Schuldenerlass für Griechenland

Der Internationale Währungsfonds will erst nach einem Schuldenerlass der Gläubiger über weitere Mittel für Griechenland entscheiden. Die Bundesregierung hatte sich zuvor um eine feste Zusage für eine Beteiligung am dritten Hilfspaket bemüht.

AP/dpa

IWF-Mitarbeiterin Velculescu: Der Fonds scheut eine klare Zusage zum dritten Hilfspaket

Freitag, 14.08.2015   09:50 Uhr

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hält sich eine Beteiligung am dritten Hilfspaket für Griechenland weiter offen. Der Fonds macht Schuldenerleichterungen für Athen zur Bedingung für ein weiteres Engagement.

Der IWF werde "eine Bewertung über seine Beteiligung an jeglicher weiterer Finanzierung für Griechenland vornehmen, sobald die Schritte zum Programm der griechischen Behörden und zum Schuldenerlass gemacht sind", sagte Delia Velculescu, Leiterin des für Griechenland zuständigen Teams, zum Ende eines knapp zweiwöchigen Besuchs in Athen mit.

Man erwarte "Entscheidungen der europäischen Partner Griechenlands über einen Schuldenerlass, der die griechischen Schulden tragfähiger machen wird", sagte Velculescu.

Die Aussagen der IWF-Unterhändlerin bringen die Bundesregierung in Bedrängnis. Deutschland stemmt sich gegen weitere Schuldenerleichterungen für Griechenland. Zugleich sieht Kanzlerin Angela Merkel ebenso wie andere Europartner in der Beteiligung des IWF an dem Hilfspaket eine Grundvoraussetzung. Gleiches gilt für die Kritiker an weiteren Griechenlandhilfen in der Unionsfraktion im Bundestag. Das Finanzministerium in Berlin hatte sich in dieser Woche um eine konkretere Zusage bemüht - vergebens.

Am frühen Freitagmorgen soll das griechische Parlament über die Bedingungen des Hilfspakets abstimmen. Das Land soll im Gegenzug zu weitreichenden Reform- und Sparmaßnahmen in den kommenden drei Jahren 86 Milliarden Euro erhalten. Die Debatte darüber begann um 3 Uhr morgens. Zuvor hatten sich die Abgeordneten mit der linksgerichteten Parlamentspräsidentin Zoi Konstantopoulou über Verfahrensfragen gestritten.

Nach der Abstimmung in Athen müssen am Freitag die Eurofinanzminister in Brüssel entscheiden, ob sie grünes Licht geben. In der kommenden Woche könnte dann der Bundestag abstimmen.

syd/AFP/dpa

insgesamt 121 Beiträge
MatthiasSchweiz 14.08.2015
1.
Hm, aber bei der Ukraine hat der IWF keinen Scheu, Geld auf Nimmerwiedersehen reinzupumpen, obwohl er damit gegen diverse seiner eigenen Regeln verstösst. Wer räumt mal in dem Laden auf und zieht die Verantwortlichen zur [...]
Hm, aber bei der Ukraine hat der IWF keinen Scheu, Geld auf Nimmerwiedersehen reinzupumpen, obwohl er damit gegen diverse seiner eigenen Regeln verstösst. Wer räumt mal in dem Laden auf und zieht die Verantwortlichen zur Rechenschaft? Hoffentlich hilft in Zukunft die Konkurrenz der von den BRICS-Staaten gegründeten Weltbank, damit sich der IWF anstrengen muss um eine Alternative zu sein und auch mal etwas sinnvolles tut, als nur der verlängerte Arm der neoliberalen Ausbeuter ist.
"Armenhaus" 14.08.2015
2. Zahlenspiel 2
Da ist es wieder das "Schreckgespenst" Schuldenerlass ..- Wie ist das mit meinen Schulden € 20tsd - 30tsd.-bekomme ich die dann auch von meiner Bank erlassen ?? Nun für die ca. 80 Milliarden die das stolze [...]
Da ist es wieder das "Schreckgespenst" Schuldenerlass ..- Wie ist das mit meinen Schulden € 20tsd - 30tsd.-bekomme ich die dann auch von meiner Bank erlassen ?? Nun für die ca. 80 Milliarden die das stolze Griechenland den deutschen Steuerzahler bis jetzt gekostet hat dürfen freilich auch unsere Zugewanderten und Flüchtlinge demnächst jobben gehen - Naja, wenn man die Lohn& Einkommenssteuer nach oben schraubt, die Renten und Sozialausgaben noch weiter kürzt ( Pensionen kürzen geht ja nicht ) und vielleicht jeder zweite Deutsche in den nächsten 30 Jahren mit exakt 67 Jahren den Löffel ab gibt .. -dann könnte es vielleicht den €uro als Zahlungsmittel in diesen von Hass, Gier und Dummheit zerfressen Europa der Vollidioten noch geben ..- Vanitas €uropa -.
carsti3000 14.08.2015
3. Die CDU schafft sich ab!
Die CDU sollte mal ueber ihr Langzeitzukunft nachdenken. Merkel wird wohl per Geldgeschenk solange sie an der Macht ist die negative Stimmung gegen die CDU aufschieben. Aber irgendwann muss die CDU fuer diese Aktionen gradestehen. [...]
Die CDU sollte mal ueber ihr Langzeitzukunft nachdenken. Merkel wird wohl per Geldgeschenk solange sie an der Macht ist die negative Stimmung gegen die CDU aufschieben. Aber irgendwann muss die CDU fuer diese Aktionen gradestehen. Vor allem Konservative werden dies der CDU nie vergeben und NIE mehr die Partei waehlen. Wer weiss, vielleicht ist Griechenland fuer die CDU dasselbe - oder schlimmer - als die Agenda 2010 der SPD. Dann hat die CDU wohl bald auch unter 20 Prozent...oder gar einstellig :)
einwerfer 14.08.2015
4. Einfache Lösung in Sicht
Frau Merkel wird Mdm. Lagarde anrufen, welche schließlich noch von Merkels Freund Sarkozy in's Amt gehievt wurde. Diese wird sich daraufhin Frau Merkels Argumenten nicht verschließen können und die Forderung nach einem [...]
Frau Merkel wird Mdm. Lagarde anrufen, welche schließlich noch von Merkels Freund Sarkozy in's Amt gehievt wurde. Diese wird sich daraufhin Frau Merkels Argumenten nicht verschließen können und die Forderung nach einem Schuldenschnitt fallen lassen. Und 2018 wird's dann doch einen Schuldenschnitt geben, aber natürlich unter völlig anderen, alternativlosen Bedingungen. Denn 2015 war natürlich nicht erkennbar, dass Griechenland seine Schuldenlast nicht schultern kann. Dann, 2018, ist Frau Merkel aber längst wiedergewählt und auf dem Weg sowohl Adenauer als auch Kohl an Regierungszeit zu übertreffen.
Ulrich Berger 14.08.2015
5. Nun seid doch nicht so!
Erlasst alle Schulden (werden ja sowieso nicht zurueckgezahlt), Dann laechelt Mme. Lagarde auch wieder huldvoll auf die EU herab.
Erlasst alle Schulden (werden ja sowieso nicht zurueckgezahlt), Dann laechelt Mme. Lagarde auch wieder huldvoll auf die EU herab.

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