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Wirtschaft

Griechenland

Juncker hält Forderungsverzicht der Euro-Staaten für möglich

Müssen die Euro-Staaten für die Griechenland-Rettung auf Gelder verzichten? Luxemburgs Premier Juncker schließt das nicht aus. Bundesfinanzminister Schäuble sieht in erster Linie die Regierung in Athen in der Pflicht: "Ankündigungen haben wir genug."

dapd

EU- und Griechenland-Flagge: "Wir wollen, dass Griechenland in der Euro-Zone verbleibt"

Freitag, 27.01.2012   07:31 Uhr

Luxemburg - Europa könnte bei der Griechenland-Rettung zu weiteren Zugeständnissen gezwungen sein: Der luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker forderte die Euro-Staaten auf, über einen Forderungsverzicht nachzudenken. Bei den Gesprächen mit den Banken sei das angestrebte Ziel nicht "ganz zu erreichen", sagte Juncker dem "Standard". Auch der öffentliche Sektor müsse sich fragen, "ob er nicht die Hilfestellung leistet", sagte Juncker. Eine Summe für einen Verzicht nannte der Euro-Gruppen-Chef nicht.

Auch im "Handelsblatt" schloss Juncker nicht aus, dass neben den privaten Gläubigern auch die Europäische Zentralbank (EZB) und die Euro-Staaten Griechenland Schulden erlassen müssen. Solche Lösungsvorschläge halte er "nicht für völlig absurd", sagte Juncker.

Private Gläubiger verhandeln derzeit in Athen mit der Regierung über einen Schuldenschnitt, die Gespräche sind jedoch ins Stocken geraten. An diesem Freitag werden sie fortgesetzt. Es geht unter anderem um einen Erlass in Höhe von 50 Prozent der Forderungen. Dieser Schuldenerlass, der etwa hundert Milliarden Euro entspricht, ist die Voraussetzung für das im Herbst im Grundsatz beschlossene zweite Griechenland-Hilfsprogramm von Internationalem Währungsfonds (IWF) und den Euro-Ländern. Es soll insgesamt 130 Milliarden Euro betragen. Ziel ist es, die griechischen Schulden auf 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes bis zum Jahr 2020 zu reduzieren. Allerdings könnte das Hilfspaket dafür nach Angaben von EU-Währungskommissar Olli Rehn zu knapp berechnet sein.

Wenn es einen Teilerlass der Banken und der öffentlichen Gläubiger gebe, könne das Ziel, die öffentliche Verschuldung bis 2020 auf "tragfähige" 120 Prozent zu reduzieren, noch erreicht werden, sagte Juncker dem "Standard". Die Euro-Länder müssen Griechenland nach Ansicht Junckers noch länger helfen als bisher diskutiert. Zehn Jahre würden nicht genügen, sagte er dem "Handelsblatt".

Unmut in der Union wächst

Weniger geduldig zeigt sich dagegen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Er forderte die Regierung in Athen zum Handeln auf. "Ankündigungen haben wir genug", sagte er der "Stuttgarter Zeitung". Erst wenn Griechenland die Vereinbarungen aus dem ersten Hilfsprogramm vollständig umgesetzt habe, könnten neue Hilfen fließen. Unionsfraktionschef Volker Kauder hatte in einem Interview mit SPIEGEL ONLINE bereits mit einem Stopp weiterer Milliardenhilfen gedroht, sollten die Griechen die Auflagen der Geldgeber nicht erfüllen. "Ihnen muss klargemacht werden: Geld gibt es nur, wenn das Land straff geführt wird."

Unionsfraktionsvize Michael Meister hält sogar einen möglichen Euro-Austritt Griechenlands für verkraftbar. "Wir sind dank unterschiedlicher Maßnahmen auf diesen Fall vorbereitet und könnten die Folgen abfedern", sagte Meister der "Rheinischen Post". "Wir wollen, dass Griechenland in der Euro-Zone verbleibt, verlangen aber auch einen eigenen Einsatz. Nicht auszuschließen ist, dass das griechische Parlament einen freiwilligen Austritt beschließt", sagte der CDU-Politiker.

Einen solchen demokratischen Beschluss würde er respektieren, aber auch bedauern. "Die Auswirkungen auf Griechenland wären fatal, weil mit einem Austritt die eigentlichen Probleme nicht gelöst, jedoch mit einem Schlag wirksam würden", sagte Meister.

yes/AFP/AP

insgesamt 32 Beiträge
Litajao 27.01.2012
1. Der Europa-Gruppen-Chef hat gesprochen.
Wieder einmal hat Juncker der luxemburgische Regierungschef und EUROPA-GRUPPEN-CHEF gesprochen. Juncker kam wohl zu dem Job als Europa-Gruppen-Chef, weil er als Regierungschef von Luxembourg nichts zu tun hatte und kein [...]
Zitat von sysopMüssen die Euro-Staaten*für die Griechenland-Rettung auf Gelder verzichten? Luxemburgs Premier*Juncker schließt das nicht aus. Bundesfinanzminister Schäuble sieht*in erster Linie die Regierung in Athen in der Pflicht: "Ankündigungen haben wir genug." http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,811708,00.html
Wieder einmal hat Juncker der luxemburgische Regierungschef und EUROPA-GRUPPEN-CHEF gesprochen. Juncker kam wohl zu dem Job als Europa-Gruppen-Chef, weil er als Regierungschef von Luxembourg nichts zu tun hatte und kein anderer diesen "unwichtigen" Job haben wollte. Nun ist dieser Job aber wichtig geworden und Juncker nutzt diese weidlich aus, um die Interessen von Luxembourg und seiner Freunde beim Club-Med voll auszunutzen. Juncker weiß genau, dass die Finanz-INDUSTRIE (welche dummes Wort, creiert von den Bankern, denn was wird denn bei bei Finanzindustrie industriell produziert,) von Luxembourg den Bach runtergeht, wenn die Euro-Zone und der Euro so weiter ins Chaos fallen. Deshalb tut er alles, um einen Dummen -oder wohl besser eine Dumme - zu finden, die den Karren aus dem Dreck zieht, auch wenn sie dann selbst untergeht, was er wohl mit Erfolg getan hat.
famulus 27.01.2012
2. Der Juncker
Juncker hat sie wohl nicht mehr alle beisammen. Wieso kann eigentlich ein Männlein, das gerade mal so viel Einwohner wie Dortmund regiert, darüber entscheiden, wie man ein Land mit 82 Mio Bewohnern ständig ausnehmen kann? [...]
Zitat von sysopMüssen die Euro-Staaten*für die Griechenland-Rettung auf Gelder verzichten? Luxemburgs Premier*Juncker schließt das nicht aus. Bundesfinanzminister Schäuble sieht*in erster Linie die Regierung in Athen in der Pflicht: "Ankündigungen haben wir genug." http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,811708,00.html
Juncker hat sie wohl nicht mehr alle beisammen. Wieso kann eigentlich ein Männlein, das gerade mal so viel Einwohner wie Dortmund regiert, darüber entscheiden, wie man ein Land mit 82 Mio Bewohnern ständig ausnehmen kann? Kein Verzicht auf unsere Forderungen gegen Griechenland! Und wieder wurde eine Euro-Lüge, derzufolge Deutschland ja von der Unterstützung Griechanlands profitieren solle, entlarvt.
aprilapril 27.01.2012
3.
Er schon wieder. Herr Juncker ist stets Vorreiter für Ratschläge an andere. Nur im eigenen Land hält er von Veränderungen wenig. Ein echter Europäer!
Zitat von sysopMüssen die Euro-Staaten*für die Griechenland-Rettung auf Gelder verzichten? Luxemburgs Premier*Juncker schließt das nicht aus. Bundesfinanzminister Schäuble sieht*in erster Linie die Regierung in Athen in der Pflicht: "Ankündigungen haben wir genug." http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,811708,00.html
Er schon wieder. Herr Juncker ist stets Vorreiter für Ratschläge an andere. Nur im eigenen Land hält er von Veränderungen wenig. Ein echter Europäer!
.......... 27.01.2012
4. Ic wundere mich nur,
dass Juncker noch sprechen kann... Er hat das ganze Schlamassel eingebrockt! Er hat sich von Griechen betrügen lassen...
dass Juncker noch sprechen kann... Er hat das ganze Schlamassel eingebrockt! Er hat sich von Griechen betrügen lassen...
josefsson 27.01.2012
5. ist ein Verbleib GR im Euro
verkraftbar? Meiner Meinung nach nicht. Unsere "Rettungsgelder" sehen wir nie wieder - wetten?
Zitat von sysopMüssen die Euro-Staaten*für die Griechenland-Rettung auf Gelder verzichten? Luxemburgs Premier*Juncker schließt das nicht aus. Bundesfinanzminister Schäuble sieht*in erster Linie die Regierung in Athen in der Pflicht: "Ankündigungen haben wir genug." http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,811708,00.html
verkraftbar? Meiner Meinung nach nicht. Unsere "Rettungsgelder" sehen wir nie wieder - wetten?

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