Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

Treffen mit Xi

China geht im Handelskonflikt offenbar auf USA zu

Der Waffenstillstand im Handelsstreit gilt bis 1. März. Vor einem Gespräch mit Chinas Präsident Xi äußern sich die USA optimistisch. Haben sie Zugeständnisse bei Subventionen erhalten?

DPA

Containerschiff im chinesischen Qingdao (Archiv)

Freitag, 15.02.2019   09:11 Uhr

Die USA und China haben ihre Gespräche zur Beilegung ihres Handelsstreits in Peking fortgesetzt. Es wird erwartet, dass der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin am letzten Tag der zweitägigen Gespräche von Chinas Staatschef Xi Jinping empfangen werden. Das sagte der Wirtschaftsberater von Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, in Washington.

"Das ist ein sehr gutes Zeichen", sagte Kudlow: "Die Stimmung ist gut." Weitere Details dazu, wie die am Donnerstag gestartete Verhandlungsrunde bislang gelaufen ist, gibt es weder von chinesischer noch von US-Seite.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf drei Insider, dass China ein Ende marktverzerrender Subventionen der heimischen Industrie zugesagt habe. Details, wie dieses Ziel erreicht werden solle, seien jedoch nicht vorgelegt worden.

Bei den US-Unterhändlern sei die Ankündigung daher auf Skepsis gestoßen, die Subventionsregelungen in Einklang mit den Vorschriften der Welthandelsorganisation WTO zu bringen. Eine offizielle Bestätigung für dieses Angebot und die Reaktion darauf gibt es bislang nicht.

Verhandlungen auch nach dem 1. März?

Das US-Handelsministerium will Trump wiederum laut Reuters bis Sonntag seine Vorschläge zu Strafzöllen auf Autos und Fahrzeugteile vorlegen. Dabei gehe es um die Frage, ob die Einfuhr von Autos aus dem Ausland ein Risiko für die nationale Sicherheit darstelle, hieß es unter Berufung auf Insider. Angesichts der aktuellen Verhandlungen ist nicht damit zu rechnen, dass sich Trump zeitnah zu etwaigen Empfehlungen äußert.

Klar ist: Sollten sich beide Seiten nicht einigen, steigen am 1. März die Zölle auf chinesische Importgüter im Wert von 200 Milliarden Dollar auf 25 Prozent, denn dann endet ein 90-tägiger "Waffenstillstand". Trump stört sich am hohen US-Defizit im Warenaustausch mit China - und wirft der Volksrepublik unfaire Handelspraktiken sowie den Diebstahl geistigen Eigentums vor. China bestreitet dies.

Mehr zum Thema

Auch Trump hatte zuletzt jedoch angedeutet, dass die Frist auch für eine Weile aufgeschoben werden könnte, wenn eine Übereinkunft nahe sei. Wirtschaftsberater Kudlow sagte, es sei noch nicht entschieden, ob die Frist ausgeweitet werde. Die Finanzagentur Bloomberg berichtet unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Personen, dass die US-Regierung einen Aufschub um 60 Tage in Erwägung ziehe.

DPA

Xi Jinping mit Donald Trump

Bei einem Besuch einer chinesischen Delegation in Washington vor zwei Wochen hatte Trump auch ein direktes Treffen mit Xi angeregt, um auf höchster Ebene einen Deal zu erreichen. Später erklärte Trump, dass ein solches Gespräch aber nicht vor dem 1. März stattfinden werde.

apr/Reuters/dpa

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP