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Wirtschaft

Strafzölle

Trumps Handelsstreit kostet jeden US-Haushalt 580 Dollar

US-Präsident Trump hat stets gesagt, dass seine Politik der Strafzölle nur den betroffenen Ländern schaden würde. Experten haben nun berechnet, wie US-Haushalte leiden müssen.

AFP

Bis 2020 muss jeder US-Haushalt rechnerisch mit 580 Dollar weniger auskommen

Mittwoch, 21.08.2019   20:26 Uhr

Jeder US-Haushalt hat wegen der von Präsident Donald Trump angezettelten Handelskonflikte bis 2020 rechnerisch 580 Dollar weniger Einkommen zur Verfügung. Das teilte das unabhängige Budgetbüro des Kongresses (CBO) mit.

Die US-Wirtschaftsleistung werde um rund 0,3 Prozentpunkte geringer ausfallen, heißt es in der Mitteilung. Nach 2020 werde der negative Effekt abflauen, weil Unternehmen ihre Lieferketten ändern werden.

Trump hat bisher immer darauf bestanden, dass die Handelskonflikte nur den mit Strafzöllen belegten Ländern - darunter China - schaden würden. Experten befürchten indes, dass sie zu einem deutlichen Abkühlen der US-Wirtschaft führen könnten.

Wachstum verlangsamt

Die Wirtschaft leidet nach Ansicht des CBO vor allem aus drei Gründen unter den Handelskonflikten.

Die US-Wirtschaft wächst weiterhin, die Arbeitslosigkeit ist niedrig, doch das Wachstum hat sich zuletzt verlangsamt. Im August hatte die Regierung zusätzliche Strafzölle auf chinesische Importe überraschend auf Dezember verschoben, um das Weihnachtsgeschäft nicht zu belasten. Viele Analysten sahen darin ein Eingeständnis Trumps, dass die Zölle auch der US-Wirtschaft schaden.

brt/dpa

insgesamt 13 Beiträge
tulius-rex 21.08.2019
1. Binsenweisheit
Verhängt ein Land Einfuhrzölle, zahlt immer der eigene Bürger, es sei denn er kann auf gleichwertige, günstigere inländische Konkurrenzprodukte zurückgreifen. Diese sind aber offensichtlich nicht vorhanden und zwingen den [...]
Verhängt ein Land Einfuhrzölle, zahlt immer der eigene Bürger, es sei denn er kann auf gleichwertige, günstigere inländische Konkurrenzprodukte zurückgreifen. Diese sind aber offensichtlich nicht vorhanden und zwingen den Verbraucher zum -jetzt teurer werdenden- Import. Trumps Maßnahmen sichern im besten Falle eigene Arbeitsplätze für weniger konkurrenzfähige Produkte, die Rechnung für diese Protektion zahlt wie gesagt stets der eigene Verbraucher. Trump tut seinen Wählern keinen Gefallen.
GeMe 21.08.2019
2. Mein Bedauern hält sich in Grenzen
Die US-Wähler wollten es doch so. Zwar nicht die Mehrheit der Wähler, aber doch die Mehrheit der Wahlmänner. Also was soll das Gejammer? Und seien wir ehrlich.... Um den großartigsten Dealmaker aller Zeiten zu bekommen, sind [...]
Die US-Wähler wollten es doch so. Zwar nicht die Mehrheit der Wähler, aber doch die Mehrheit der Wahlmänner. Also was soll das Gejammer? Und seien wir ehrlich.... Um den großartigsten Dealmaker aller Zeiten zu bekommen, sind 580 US-Dollar pro Jahr doch eine Summe, die man kaum sinnvoller anlegen könnte.
syracusa 21.08.2019
3. verdeckte Steuererhöhung
Das sind doch im Wesentlichen die Mehrkosten durch Zölle, die die US-Bürger für Importe bezahlen müssen. Diese Zölle sind Staatseinnahmen und reduzieren damt das gewaltige Haushaltsdefizit. Letztlich handelt es sich also nur [...]
Das sind doch im Wesentlichen die Mehrkosten durch Zölle, die die US-Bürger für Importe bezahlen müssen. Diese Zölle sind Staatseinnahmen und reduzieren damt das gewaltige Haushaltsdefizit. Letztlich handelt es sich also nur um eine verdeckte Steuererhöhung, die die kleineren Leute stärker trifft als die Reichen. Trump-Politik eben, um seine anderweitigen Steuersenkungen v.a. für Reiche zu kompensieren.
_gimli_ 21.08.2019
4.
Was ist denn die Definition von konkurrenzfähig? Nach heutiger Definition ist das oft der Preis, aber genau das allein ist Unsinn. Am Ende geht es um Arbeitsplätze im Inland, Nachhaltigkeit usw.
Zitat von tulius-rexVerhängt ein Land Einfuhrzölle, zahlt immer der eigene Bürger, es sei denn er kann auf gleichwertige, günstigere inländische Konkurrenzprodukte zurückgreifen. Diese sind aber offensichtlich nicht vorhanden und zwingen den Verbraucher zum -jetzt teurer werdenden- Import. Trumps Maßnahmen sichern im besten Falle eigene Arbeitsplätze für weniger konkurrenzfähige Produkte, die Rechnung für diese Protektion zahlt wie gesagt stets der eigene Verbraucher. Trump tut seinen Wählern keinen Gefallen.
Was ist denn die Definition von konkurrenzfähig? Nach heutiger Definition ist das oft der Preis, aber genau das allein ist Unsinn. Am Ende geht es um Arbeitsplätze im Inland, Nachhaltigkeit usw.
Humanfaktor 21.08.2019
5. Normative Kraft des Faktischen
Menschen lernen am ehesten, wenn es sie die Folgen Ihrer Entscheidungen am Geldbeutel erwischen. Und in den USA habe einige Bevölkerungsgruppen in mancherlei Hinsicht eine ordentliche Portion Nachhilfeunterricht nötig.
Menschen lernen am ehesten, wenn es sie die Folgen Ihrer Entscheidungen am Geldbeutel erwischen. Und in den USA habe einige Bevölkerungsgruppen in mancherlei Hinsicht eine ordentliche Portion Nachhilfeunterricht nötig.

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