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Wirtschaft

Hohe Mieten und Nebenkosten

Wohnen wird zum Schuldenrisiko

Teure Mieten und steigende Nebenkosten könnten immer mehr Haushalte in Zahlungsschwierigkeiten bringen. Schuldnerberater machen Vorschläge, um das Problem zu entschärfen.

Julian Stratenschulte/ DPA

Reihenhäuser in Hannover

Mittwoch, 15.05.2019   08:57 Uhr

Die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt beschäftigt auch die Schuldnerberater. Denn sie sehen durch hohe Mieten, plötzliche Kündigungen oder steigende Nebenkosten ein zunehmendes Schuldenrisiko. Selbst Haushalte mit mittleren Einkommen könnten wegen gestiegener Wohnkosten kaum noch Rücklagen bilden für unvorhergesehene Rechnungen oder Reparaturen, warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung.

"Die hohen Wohnkosten selbst sind ein Überschuldungsrisiko", sagte Geschäftsführerin Ines Moers der Nachrichtenagentur dpa. "Und Menschen, die ohnehin Schulden haben, sind ganz besonders benachteiligt."

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung vertritt größtenteils Menschen, die bei gemeinnützigen Schuldnerberatungsstellen in Deutschland arbeiten. Der Fachverband hält ab Mittwoch seine Jahrestagung ab und legt dabei auch Forderungen an Politik und Vermietungsgesellschaften vor.

Unter anderem verlangen die Schuldnerberater, dass die Vergabe von mietpreisgebundenen, staatlich geförderten Sozialwohnungen nicht mehr von der Vorlage einer Auskunft zur Kreditwürdigkeit abhängig gemacht wird. "Das größte Problem für überschuldete Personen auf dem Wohnungsmarkt ist, dass sie nichts mehr bekommen, sobald sie einen negativen Schufa-Eintrag haben", sagte Moers.

Eine Statistik über alle deutschen Haushalte mit Mietschulden gibt es dem Verband zufolge nicht. Doch Umfragen - etwa vom deutschen Caritasverband - zeigen, dass viele Deutsche Sorge vor zu hohen Wohnkosten haben. Vor allem in Ballungsräumen wächst der Unmut der Bevölkerung über steigende Mieten. In Berlin wurde sogar ein Volksbegehren zur Enteignung großer Wohnungskonzerne gestartet.

Jüngste Zahlen deuten auf Entspannung bei Mieten hin

Zuletzt stellte die Berliner Bausenatorin Katrin Lompscher Zahlen vor, die auf eine Entspannung in der Hauptstadt hindeuten. Demnach stiegen die Mieten seit der Vorstellung des letzten Mietspiegels im Jahr 2017 jährlich um durchschnittlich 2,5 Prozent. Damit hat sich die Verteuerung deutlich verlangsamt - zuvor hatte die Steigerungsrate noch bei 4,6 Prozent gelegen.

Der Vergleich mit anderen Städten zeigt aber, dass das Thema die Großstädte noch länger beschäftigen wird. Liegt die durchschnittliche Nettokaltmiete in Berlin laut dem neuen Mietspiegel bei 6,72 Euro pro Quadratmeter, so sind es in München laut Zahlen des Senats 11,69 Euro. In Hamburg sind es 8,44 Euro und damit immer noch 26 Prozent mehr als in Berlin.

Zuletzt hat ein Preisindex zumindest Hoffnung auf Entspannung bei den Mieten gemacht. Laut dem Wohnindex des Forschungsunternehmens F+B sind die Neuvertragsmieten im ersten Quartal erstmals seit 14 Jahren gesunken - teils auch in den Großstädten. Die Experten wiesen aber darauf hin, dass es entscheidend sei, ob diese Entwicklung nur eine Momentaufnahme ist oder sich fortsetzt.

Für potenzielle Käufer gab es dagegen keine positive Nachricht: Denn bei den Kaufpreisen geht es weiter nach oben.

mmq/dpa

insgesamt 137 Beiträge
MyMoon 15.05.2019
1. Reparaturen
Rücklagen für Reparaturen für Mieter? Für Reparaturen ist der Vermieter zuständig. Nur beim Auszug muss wenn vereinbart gestrichen werden. Das Risiko nur wegen der Miete in Schulden zu gelangen ist für mich nicht [...]
Rücklagen für Reparaturen für Mieter? Für Reparaturen ist der Vermieter zuständig. Nur beim Auszug muss wenn vereinbart gestrichen werden. Das Risiko nur wegen der Miete in Schulden zu gelangen ist für mich nicht nachvollziehbar. Dann sucht man sich weit vom Schuss etwas außerhalb der Großstadt eine günstigere Wohnung. Umgekehrt ist es doch so das die Wohnungsbesitzer Schulden (Kredite) aufnehmen. Und da ist das Risiko die Wohnung zu verlieren und auf einem Kredit liegen zu bleiben viel höher. 1 x Jobverlust, Scheidung , schwere Krankheit... Und schon bricht das Kartenhaus zusammen. Für die ganzen Sozialhilfeempfänger und Arbeitslosen gibt es doch nicht das Risiko, da kann man alles bei den Ämtern beantragen und es wird dann die Miete bezahlt. Man muss es halt nur machen. Der Artikel scheint mir wieder so eine Werbung zum Immobilienkauf zu sein. Damit Banken und Immobilienmakler ein fettes Geschäft machen können. Und viele übernehmen sich eher hierbei oder werden über den Tisch gezogen.
apfeldroid 15.05.2019
2. Einfache Lösung:
Niemand darf mehr als 5 Immobilien besitzen. Die Kapitalgesellschaften (Wonovia und co) dürfen nicht mehr als 1% Gewinn erwirtschaften, der Rest geht proportional der Mietkosten an die Mieter zurück. Dann muss niemand enteignet [...]
Niemand darf mehr als 5 Immobilien besitzen. Die Kapitalgesellschaften (Wonovia und co) dürfen nicht mehr als 1% Gewinn erwirtschaften, der Rest geht proportional der Mietkosten an die Mieter zurück. Dann muss niemand enteignet werden. Der Staat MUSS Gesellschaften gründen und fördern, deren Aufgabe Sozialer Wohnungsbau mit dem Zweck der Kostenneutralität durch die Mieteinnahmen in 30-40 Jahren.
ptb29 15.05.2019
3. Negativer Schufaeintrag
Da kann jeder negative Eintrage vornehmen, der nur bezahlt. Selbst bei unberechtigten Forderungen sind die Mobilfunkunternehmen sofort mit einem Schufaeintrag dabei, der nicht wieder gelöscht wird.
Da kann jeder negative Eintrage vornehmen, der nur bezahlt. Selbst bei unberechtigten Forderungen sind die Mobilfunkunternehmen sofort mit einem Schufaeintrag dabei, der nicht wieder gelöscht wird.
lathea 15.05.2019
4. Der Trend wird wieder zu kleineren.....
......Wohnungen gehen. Angebot und Nachfrage regeln nunmal den Markt. Statt Mietpreisbremse sollte es für Mieter mehr Möglichkeiten geben, Wohnungseigentum zu erwerben. Wer allerdings glaubt, sich ohne Einschränkungen eine [...]
......Wohnungen gehen. Angebot und Nachfrage regeln nunmal den Markt. Statt Mietpreisbremse sollte es für Mieter mehr Möglichkeiten geben, Wohnungseigentum zu erwerben. Wer allerdings glaubt, sich ohne Einschränkungen eine teure und grosse Wohnung in der City leisten zu müssen, braucht sich nicht zu wundern, wenn weder die Miete noch das Eigentum klappt. Ich wurde noch so erzogen, dass man sich nicht mehr leisten sollte, als man auch selbst bezahlen kann. Dem bin ich selbst immer gefolgt und habe es auch in der Erziehung so weiter gegeben. Es hat uns nicht geschadet, sondern stets weitergebracht.
freeclimber 15.05.2019
5. Woran liegt das?
Wenn Mietinteressenten mit negativem Schufaeintrag nur schwer eine neue Mietwohnung finden, liegt das bestimmt an der Schufa oder an den unverschämt egoistischen Vermietern! Oder gibt es da möglicherweise noch jemanden, der sich [...]
Wenn Mietinteressenten mit negativem Schufaeintrag nur schwer eine neue Mietwohnung finden, liegt das bestimmt an der Schufa oder an den unverschämt egoistischen Vermietern! Oder gibt es da möglicherweise noch jemanden, der sich an die eigene Nase fassen sollte?

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