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Wirtschaft

HSH Nordbank

Hamburger Senator distanziert sich von Nonnenmacher

Der Druck auf Dirk Jens Nonnenmacher wächst: Hamburgs Finanzsenator Carsten Frigge nannte den HSH-Nordbank-Chef erstmals eine Belastung. Bislang hatte der CDU-Politiker ihn gegen Kritik aus Schleswig-Holstein in Schutz genommen.

DPA

Finanzsenator Frigge: Abwägen zwischen Belastung und Problem der Nachfolgersuche

Montag, 25.10.2010   12:43 Uhr

Hamburg - Ein Vertrauensbeweis sieht anders aus: Der Hamburger Finanzsenator Carsten Frigge hat sich erstmals öffentlich von HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher distanziert. In einen Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" sagte Frigge, die Sanierung der verlustträchtigen Bank komme zwar besser als erwartet voran. Er fügt jedoch an: "Ob die Belastung, die Herr Nonnenmacher aus anderen Gründen für die Bank darstellt, schwerer wiegt als die Problematik, einen Nachfolger für ihn zu finden, muss sorgfältig abgewogen werden."

Die Eigentümer bereiten sich laut Frigge "auf den Fall vor, dass es Beweise für die Vorwürfe gegen Herrn Nonnenmacher gibt". Die HSH Nordbank hatte am Freitag im Zusammenhang mit der sogenannten Spitzelaffäre eingeräumt, dass die Sicherheitsfirma Prevent eine Diskussionsveranstaltung mit dem HSH-Kritiker und früheren Kieler Wirtschaftsminister Werner Marnette im Jahr 2009 besucht hatte. Allerdings sei Prevent "in keinerlei Weise beauftragt worden, Personen zu überwachen, schon gar nicht Vertreter aus Politik und Medien, beziehungeweise der Anteilseigner", erklärte die Bank.

Ein pikantes Detail der Affäre: Nach SPIEGEL-Informationen war Frigge an einem Unternehmen beteiligt, dessen Geschäftsführer die kriselnde HSH Nordbank beraten hat. Bei der Firma handelt es sich um die Düsseldorfer C4 Consulting, an der Frigge immer noch 50 Prozent der Anteile hält. C4 Consulting wiederum gehörte bis Mitte 2009 mehr als ein Viertel der Berliner C4 Communications GmbH. Deren Geschäftsführer, Dirk Große-Leege, hat nach eigenen Angaben von März 2009 bis August 2010 die HSH Nordbank in "Kommunikationsangelegenheiten" beraten.

Bewertung der HSH-Erklärung steht noch aus

Auslöser der HSH-Erklärung waren Berichte, wonach Prevent Politiker und Kritiker bespitzelt oder bei Auftritten beobachtet haben soll. Die Landesregierung von Schleswig-Holstein setzte dem Institut daraufhin ein Ultimatum zur Beantwortung entsprechender Fragen. Hamburg und Schleswig-Holstein sind die Haupteigner der HSH Nordbank.

Außerdem stehen Vorwürfe im Raum, wonach die HSH Nordbank zwei Topmanager mit fingierten Beweisen aus ihren Jobs drängen wollte. Einem Vorstand soll ein fingierter Geheimnisverrat untergeschoben worden sein, einem Topmanager in New York sogar Kontakte zur Kinderpornoszene. Staatsanwälte ermitteln in den Fällen.

Eine Bewertung der HSH-Erklärung durch die Anteilseigner steht noch aus. Ein Sprecher des Hamburger Senators Frigge erklärte, der Politiker wolle sich dazu nicht äußern. Er bestätigte aber, dass die Anteilseigner sich auf den Fall eines Abgangs von Nonnenmacher vorbereiten. "Alles andere wäre fahrlässig", so Sprecher Daniel Stricker.

Am Dienstag läuft außerdem ein Ultimatum der in Hamburg mitregierenden Grünen gegen Nonnenmacher ab: Der Fraktionsvorsitzende Jens Kerstan hatte wegen der Bespitzelungsvorwürfe erklärt, entweder es gebe bis Dienstag "ein glasklares Dementi zu den aktuellen Vorwürfen oder Nonnenmacher muss gehen".

insgesamt 3 Beiträge
genugistgenug 25.10.2010
1. .
wird jetzt nur EIN Schuldiger präsentiert? Da dürften noch weitere auf der Liste stehen. Wäre interessant zu wissen wie der goldene Fallschirm für Nonnemnacher aussieht und wer den Vertrag ausgehandelt hat.
Zitat von sysopDer Druck auf Dirk Jens Nonnenmacher wächst: Hamburgs Finanzsenator Carsten Frigge nannte den*HSH-Nordbank-Chef erstmals eine Belastung. Bislang hatte der CDU-Politiker ihn gegen Kritik aus Schleswig-Holstein in Schutz genommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,725138,00.html
wird jetzt nur EIN Schuldiger präsentiert? Da dürften noch weitere auf der Liste stehen. Wäre interessant zu wissen wie der goldene Fallschirm für Nonnemnacher aussieht und wer den Vertrag ausgehandelt hat.
flowpower22 25.10.2010
2. ..
Ich finde den Namen zum Piepen komisch "Nonnenmacher". Da müssen seine Vorfahren auch schon ganz schöne Schlimmlinge gewesen sein.
Zitat von sysopDer Druck auf Dirk Jens Nonnenmacher wächst: Hamburgs Finanzsenator Carsten Frigge nannte den*HSH-Nordbank-Chef erstmals eine Belastung. Bislang hatte der CDU-Politiker ihn gegen Kritik aus Schleswig-Holstein in Schutz genommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,725138,00.html
Ich finde den Namen zum Piepen komisch "Nonnenmacher". Da müssen seine Vorfahren auch schon ganz schöne Schlimmlinge gewesen sein.
stanzer 25.10.2010
3. Lösung für Nonnenmacher
Ich habe die Lösung für Nonnenmacher. Er heuert auf der Barkasse "Peanuts -Kopper" an. Dann fährt zusammen mit dem Finanzsenator von den Landungsbrücken in die Norderelbe. Die Passagiere rufen im Chor : "He [...]
Zitat von sysopDer Druck auf Dirk Jens Nonnenmacher wächst: Hamburgs Finanzsenator Carsten Frigge nannte den*HSH-Nordbank-Chef erstmals eine Belastung. Bislang hatte der CDU-Politiker ihn gegen Kritik aus Schleswig-Holstein in Schutz genommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,725138,00.html
Ich habe die Lösung für Nonnenmacher. Er heuert auf der Barkasse "Peanuts -Kopper" an. Dann fährt zusammen mit dem Finanzsenator von den Landungsbrücken in die Norderelbe. Die Passagiere rufen im Chor : "He lücht!" und alle Hafensirenen tuten lautstark.
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