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Wirtschaft

Verhandlungen mit Gläubigern

IWF-Chefin Lagarde hält Euro-Austritt der Griechen für möglich

Was, wenn Griechenland wirklich den Euroraum verlässt? Ein Spaziergang wäre das nicht, sagt laut Medienbericht die IWF-Chefin Christine Lagarde - aber auch "nicht das Ende des Euro".

Getty Images

IWF-Direktorin Lagarde, Bundesbank-Chef Weidmann: Druck auf Athen

Freitag, 29.05.2015   07:03 Uhr

Lange galt das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euroraum als ein Szenario, das unbedingt vermieden werden muss. Jetzt mehren sich die Stimmen, die einen sogenannten Grexit in Betracht ziehen. Anlässlich des Treffens der G7-Finanzminister und -Notenbankchefs in Dresden äußerte sich IWF-Direktorin Christine Lagarde dazu.

"Der Austritt Griechenlands ist eine Möglichkeit", sagte Lagarde der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ") in ihrer Freitagausgabe. Ein solcher Schritt wäre nach Lagardes Worten "kein Spaziergang", bedeutete aber "wohl nicht das Ende des Euro". Nach SPIEGEL-Informationen rechnet der IWF bei einem Ausstieg Griechenlands aus dem Euro mit schweren wirtschaftlichen Verwerfungen.

Lagarde widersprach erneut griechischen Äußerungen, wonach die laufenden Verhandlungen mit den Gläubigern - dem IWF, der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) - kurz vor dem Abschluss stünden. "Es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir in den nächsten Tagen eine umfassende Lösung erreichen werden", sagte sie. Nachdem es aus Athen vor zehn Tagen positive Signale gegeben habe, "waren wir in der vergangenen Woche dann wieder ernüchtert". Es sei noch "ein weites Feld zu beackern".

Angesichts des drohenden griechischen Staatsbankrotts schloss die IWF-Chefin die Auszahlung weiterer Kredite des Fonds ohne den Abschluss einer sauberen Reformvereinbarung aus. "Wir haben Regeln, wir haben Prinzipien. Es darf keine halbgare Programmüberprüfung geben", sagte Lagarde. Diese Überprüfung gehe "nicht im Hauruck-Verfahren".

AP/dpa

G7-Gipfel in Dresden: Griechische Lesart wird nicht geteilt

Damit ist eine reguläre Auszahlung der noch vorhandenen Kredite bis zum Ende des Hilfsprogramms der Eurostaaten bis Ende Juni praktisch ausgeschlossen. Denn diese setzt eine Vereinbarung aller drei "Institutionen" mit Athen voraus; erst danach könnten die zuständigen Gremien der Gläubiger die noch vorhandenen Kredite von insgesamt 7,2 Milliarden Euro freigeben.

Athen läuft die Zeit davon: Griechenland muss trotz leerer Kassen bis zum 5. Juni 300 Millionen Euro an den IWF zurückzahlen. Insgesamt sind im Juni etwa 1,55 Milliarden Euro beim IWF fällig.

Die G7-Länder demonstrierten beim Thema Griechenland große Einigkeit. Während sich Athen weiter zuversichtlich zeigte, dass bis zum kommenden Sonntag eine Übereinkunft mit den Geldgebern erzielt wird, dämpften die Verhandlungspartner die Hoffnung auf eine rasche Einigung über weitere Hilfen für das pleitebedrohte Euroland. "Die griechische Lesart wird hier in Dresden von niemandem geteilt", heißt es.

An diesem Freitag gehen die zweitägigen Beratungen der Vertreter aus Deutschland, den USA, Japan, Großbritannien, Frankreich, Kanada und Italien (G7) zu Ende. Am Mittag wollen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Bundesbankpräsident Jens Weidmann als Gastgeber Bilanz ziehen.

bos/dpa

insgesamt 80 Beiträge
Farguard 29.05.2015
1. Hä?
Der Austritt ist doch schon seit...ewig MÖGLICH? GR KÖNNTE gehen, wann immer es will, niemand kann es festhalten. GR KANN NICHT "rausgeworfen" werden (zumindest, wenn die EU EINMAL nach den Verträgen geht, was [...]
Der Austritt ist doch schon seit...ewig MÖGLICH? GR KÖNNTE gehen, wann immer es will, niemand kann es festhalten. GR KANN NICHT "rausgeworfen" werden (zumindest, wenn die EU EINMAL nach den Verträgen geht, was natürlich ein Novum wäre). Also klar, ICH halte den Austritt auch für möglich. Und das, seit GR den Euro hat. So. wer bezahlt mir für meine Weisheit jetzt ein tolles Millionengehalt?
ellenbetti 29.05.2015
2. Taschenspielertrick
die Griechen wollen unser Spielgeld gar nicht mehr und pokern mit der EU, wer mehr zu verlieren hat. Die Griechen stehen hinter Syriza und wir gegen unsere eigene Regierung damit diese nicht noch mehr Geld zum Fenster hinaus [...]
die Griechen wollen unser Spielgeld gar nicht mehr und pokern mit der EU, wer mehr zu verlieren hat. Die Griechen stehen hinter Syriza und wir gegen unsere eigene Regierung damit diese nicht noch mehr Geld zum Fenster hinaus schmeißen. Lieber mit dem Geld Flüchtlinge erfolgreich integrieren. Die brauchen es wirklich und wahrhaftig. De Griechen sind in der EU verbrannt und sie wissen das. Es geht nur mehr, mehr, mehr von irgendwas ohne Kontrolle oder Fremdbestimmung. So erklärt sich die geringe Kooperation und das einfältige Auftreten. Die EU wird aber letzten Endes aus einem Furz gehört haben, das die Griechen jetzt doch noch wollen. Ende gut alles gut.
Greggi 29.05.2015
3. Das Einzige, was mich stört ...
sind die Anschuldigungen der griechischen Bevölkerung, wir Deutsche seinen schuld am griechischen Desaster. Deshalb raus aus dem Euro und am besten noch aus der EU. Dann können die "ihr Ding" machen wie sie es wollen. [...]
sind die Anschuldigungen der griechischen Bevölkerung, wir Deutsche seinen schuld am griechischen Desaster. Deshalb raus aus dem Euro und am besten noch aus der EU. Dann können die "ihr Ding" machen wie sie es wollen. Akademiker, Wirtschaftsprofessoren und Doktoren gibt dort ja genügend und die sollten wissen, wie es geht.
seneca55 29.05.2015
4. Der IWF ist draußen !
Das schäbige Spiel um die restlichen 7,2 Mrd. EUR ist gelaufen. Der IWF macht nicht weiter mit und lässt sich vorab von EURO-Land ausbezahlen. GR bekommt dann zu neuen ein weiteres Hilfspaket über rd. 40 Mrd. EUR mit [...]
Das schäbige Spiel um die restlichen 7,2 Mrd. EUR ist gelaufen. Der IWF macht nicht weiter mit und lässt sich vorab von EURO-Land ausbezahlen. GR bekommt dann zu neuen ein weiteres Hilfspaket über rd. 40 Mrd. EUR mit Vorbereitung zum geplanten Grexit. Dann kommen die verhassten EURO-Bonds, wenn GR draußen ist. Und am Ende zahlt Deutschland !
vox veritas 29.05.2015
5.
Wenn die Griechen gehen müssen, dann ist das so. Hauptsache die Politiker lernen daraus, daß man nicht mit Geld spielt und daß vor JEDER Aufnahme in die Euro-Zone auch wirklich gewissenhaft geprüft wird, daß die Kandiaten [...]
Wenn die Griechen gehen müssen, dann ist das so. Hauptsache die Politiker lernen daraus, daß man nicht mit Geld spielt und daß vor JEDER Aufnahme in die Euro-Zone auch wirklich gewissenhaft geprüft wird, daß die Kandiaten tatsächlich geeingnet sind. Der Wunsch als Vater des Gedankens allein, reicht eben nicht.

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