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Wirtschaft

Abwärtskorrektur

Währungsfonds senkt Prognose für Weltwirtschaft deutlich

Handelskonflikte und das Risiko eines ungeordneten Brexits belasten die Wirtschaft weltweit: Der IWF hat deshalb seine Wachstumsvorhersage für 2019 erneut deutlich gesenkt. Danach könnte es aber wieder aufwärts gehen.

AFP

Für den Export bestimmte VW-Autos im Hafen von Bremerhaven (Archiv)

Dienstag, 09.04.2019   15:25 Uhr

Zum dritten Mal binnen wenigen Monaten hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Konjunkturprognosen für weite Teile der Welt teils drastisch nach unten korrigiert. Für das laufende Jahr sagt die Organisation nun nur noch einen Zuwachs der Weltwirtschaft von 3,3 Prozent im laufenden Jahr voraus. Das sind 0,2 Punkte weniger als in einer vorherigen IWF-Prognose vom Januar.

Zu den größten Belastungen für die Wirtschaftsentwicklung zählt der IWF die fortbestehenden Handelskonflikte und das Risiko eines ungeordneten Brexits. Auch die Verlangsamung des Wachstums in Deutschland nennt der IWF als gravierenden Faktor.

Für Deutschland sagt die Organisation eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um lediglich 0,8 Prozent im laufenden Jahr voraus. Damit senkte der IWF seine Prognose für Deutschland vom Januar deutlich um 0,5 Prozentpunkte. Noch im vergangenen Sommer sagten die Ökonomen der Bundesrepublik für 2019 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,1 Prozent voraus.

Nach dieser Schwächephase rechnet der IWF aber bald wieder mit einer Konjunkturerholung. 2020 werde die Weltwirtschaft um 3,6 Prozent zulegen und damit ähnlich stark wie 2018. Für die Zeit nach 2020 traut der IWF der Weltwirtschaft ein stabiles Niveau von rund 3,6 Prozent zu.

DPA

Schiffe im Hamburger Hafen (Archiv)

Im Handelsstreit verwies der IWF auch auf die jüngsten Entspannungssignale zwischen den USA und China - einer der Gründe, warum die Weltwirtschaft 2020 wieder an Dynamik gewinnen sollte. Trump hatte zuletzt gesagt, ein Handelsabkommen mit China sei innerhalb von etwa vier Wochen denkbar. Er wirft der Volksrepublik unfaire Handelspraktiken vor und hat Strafzölle verhängt, die die Regierung in Peking gekontert hat. Trump hat auch der EU wiederholt mit Sonderabgaben auf Autos gedroht, was vor allem Deutschland treffen würde. Zudem drohten die USA nun wegen des Vorwurfs illegaler Beihilfen für den europäischen Flugzeugbauer Airbus mit Zöllen auf weitere EU-Produkte.

hej/Reuters/dpa

insgesamt 6 Beiträge
chewbakka 09.04.2019
1. Welch eine Überraschung!
Es wird ja auch (fast) alles getan, um die Wirtschaft zu verunsichern. Auf der einen Seite agieren solche Leute wie der Trampel, die Chinesen lachen sich über den Kerl kaputt, der Fuchs Putin kocht sein Süppchen und schürt [...]
Es wird ja auch (fast) alles getan, um die Wirtschaft zu verunsichern. Auf der einen Seite agieren solche Leute wie der Trampel, die Chinesen lachen sich über den Kerl kaputt, der Fuchs Putin kocht sein Süppchen und schürt hinter den Kulissen die Verunsicherung, in London wird absurdes Theater aufgeführt und unsere Grünen hätten lieber gestern als morgen die Deindustrialisierung der Welt. Ist vlt. eine etwas 'dramaturgisch aufbereitete' Zusammenfassung - aber sie trifft wohl die Tendenz. Da hilft nur beten: Herr lass Hirn regnen!
mont_ventoux 09.04.2019
2. Kaffeesatzleserei
Wenn man sich die geringe Halbwertszeit der IWF-Prognosen anschaut, wird klar, dass auch die aktuellen Zahlen wohl nur auf Kaffeesatzleserei beruhen dürften. Aus meiner Sicht keine Schlagzeile wert.
Wenn man sich die geringe Halbwertszeit der IWF-Prognosen anschaut, wird klar, dass auch die aktuellen Zahlen wohl nur auf Kaffeesatzleserei beruhen dürften. Aus meiner Sicht keine Schlagzeile wert.
TS_Alien 09.04.2019
3.
Niemand kann seriös sagen, wie sich die Wirtschaft entwickeln wird. Selbst ein ungeregelter Brexit kann Vorteile haben. Z.B. könnte GB nach dem Brexit Teile der Finanz"industrie" verlieren, damit auch deren Risiken, [...]
Niemand kann seriös sagen, wie sich die Wirtschaft entwickeln wird. Selbst ein ungeregelter Brexit kann Vorteile haben. Z.B. könnte GB nach dem Brexit Teile der Finanz"industrie" verlieren, damit auch deren Risiken, dafür aber wieder in der realen Industrie stärker werden. Ähnlich sieht es bei Zöllen, politischen Themen und politischen Entwicklungen aus. Darüber hinaus muss man wissen, dass gesamtwirtschaftliche Daten immer grobe Schätzungen sind. Selbst die großen Konzerne wissen nicht genau Bescheid über ihre wirtschaftlichen Daten und was sie tatsächlich bedeuten. Beispiel: Ausgaben im Forschungsbereich können später große Gewinne bedeuten oder auch nicht. Man sollte sich diese Prognosen schenken.
Niels Dettenbach 10.04.2019
4. "Trump" und "Brexit"...
"Trump" und "Brexit" werden hierzulande besonders gern und laut als "Ursache" der lahmenden Wirtschaft "weltweit" - womit vielmehr Deutschland und noch mehr die EU gemeint sind - [...]
"Trump" und "Brexit" werden hierzulande besonders gern und laut als "Ursache" der lahmenden Wirtschaft "weltweit" - womit vielmehr Deutschland und noch mehr die EU gemeint sind - vorgeführt. Kurios nur: Die reale Wirtschaft in den USA entwickelt sich derzeit prächtig, während in der EU den sozialistischen Regierungen längst das Futter ausgeht, mit dem bisher noch "funktionierende Wirtschaft" vorgegaukelt worden sind. Lahmen tut die Wirstchaft heute genau überall dort, wo mit sozialistischer Ideologie, Planwirtschaft oder Regulierungswut bis hin zu Enteignungen betrieben wurde/wird: EU, Südafrika, Iran/ME, Venezuela, große Teile Südamerikas, große Teile Afrikas und z.T. auch Japan. Dagegen entwickeln sich Wohlstand der Bevölkerungen durchaus positiv, wo der Staat Regulierungen und Bürokratie abgebaut hat und den Menschen mehr Selbstbestimmung/Eigenverantwortung zurück gegeben hat und gibt (sogar in einzelnen Ländern Afrikas). So gut wie niemand hierzulande sucht eventuelle Fehler bei sich selbst und kehrt mal vor der eigenen Haustür. Der IWF gehört selbst zum weltsozialistischen Zirkel, dem globalen "Swamp" aus herrschsüchtigen Bessermenschen mit neomarxistischem Moralin-Ariertum. Den Medien nach macht DE "alles richtig", bis auf das es noch viel der übrigen Produktivität für noch mehr sozialistische Bessermenscheleien verfeuern müsse. Die im Ausland für DE erwartete Rezession wird hierzulande als "kleine Verschnaufpause" abgetan. Selbst die offensichtlichsten, kritischsten Warnzeichen / Parametern will fast niemand sehen. Das alle "Wirtschaftszahlen" der letzten jahre nur deshalb gewachsen sind, weil die Inflation sie nominal anhebt, wird eh ignoriert. Die Medien sind - wie in der DDR - voll mit Selbstlob und eine Erfolgsmeldung jagt die andere, auch wenn sie immer schräger werden.
TS_Alien 10.04.2019
5.
In den USA entwickelt sich wenig prächtig. Touristen bekommen davon kaum etwas mit. Über 60 Millionen Menschen leben an oder unter der Armutsgrenze, viele Menschen haben zwei oder drei Jobs (und kommen damit gerade so [...]
Zitat von Niels Dettenbach"Trump" und "Brexit" werden hierzulande besonders gern und laut als "Ursache" der lahmenden Wirtschaft "weltweit" - womit vielmehr Deutschland und noch mehr die EU gemeint sind - vorgeführt. Kurios nur: Die reale Wirtschaft in den USA entwickelt sich derzeit prächtig, während in der EU den sozialistischen Regierungen längst das Futter ausgeht, mit dem bisher noch "funktionierende Wirtschaft" vorgegaukelt worden sind. Lahmen tut die Wirstchaft heute genau überall dort, wo mit sozialistischer Ideologie, Planwirtschaft oder Regulierungswut bis hin zu Enteignungen betrieben wurde/wird: EU, Südafrika, Iran/ME, Venezuela, große Teile Südamerikas, große Teile Afrikas und z.T. auch Japan. Dagegen entwickeln sich Wohlstand der Bevölkerungen durchaus positiv, wo der Staat Regulierungen und Bürokratie abgebaut hat und den Menschen mehr Selbstbestimmung/Eigenverantwortung zurück gegeben hat und gibt (sogar in einzelnen Ländern Afrikas). So gut wie niemand hierzulande sucht eventuelle Fehler bei sich selbst und kehrt mal vor der eigenen Haustür. Der IWF gehört selbst zum weltsozialistischen Zirkel, dem globalen "Swamp" aus herrschsüchtigen Bessermenschen mit neomarxistischem Moralin-Ariertum. Den Medien nach macht DE "alles richtig", bis auf das es noch viel der übrigen Produktivität für noch mehr sozialistische Bessermenscheleien verfeuern müsse. Die im Ausland für DE erwartete Rezession wird hierzulande als "kleine Verschnaufpause" abgetan. Selbst die offensichtlichsten, kritischsten Warnzeichen / Parametern will fast niemand sehen. Das alle "Wirtschaftszahlen" der letzten jahre nur deshalb gewachsen sind, weil die Inflation sie nominal anhebt, wird eh ignoriert. Die Medien sind - wie in der DDR - voll mit Selbstlob und eine Erfolgsmeldung jagt die andere, auch wenn sie immer schräger werden.
In den USA entwickelt sich wenig prächtig. Touristen bekommen davon kaum etwas mit. Über 60 Millionen Menschen leben an oder unter der Armutsgrenze, viele Menschen haben zwei oder drei Jobs (und kommen damit gerade so hin), viele Menschen sind ohne Krankenversicherung (und die mit Versicherung werden von den Ärzten ausgenommen und müssen zuzahlen). Auch heruntergekommene Trailerparks sind nichts, wofür sich die USA rühmen lassen sollten. Irgendwann wird auch in den USA die Mehrheit verstehen, dass soziale Versicherungen der Gesellschaft nutzen und vergleichsweise wenig kosten. Auch nützt eine stabile Mittelschicht jeder Gesellschaft. Schon den Shutdown vor einigen Monaten vergessen? Da erhalten die Behördenmitarbeiter wenige Wochen keinen Lohn und geraten bereits in eine finanzielle Krise. Rücklagen hat offensichtlich kaum einer gebildet.

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