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Wirtschaft

Bis zum Monatsende

Griechenland will IWF-Kredite gebündelt zurückzahlen

300 Millionen Euro müsste Griechenland am Freitag eigentlich dem IWF überweisen. Doch nun hat die Regierung eine Fristverlängerung beantragt und will mehrere Raten am Monatsende gebündelt zahlen. Der IWF hält das für möglich.

AFP

Premier Tsipras (M.) in Athen: Vorbild Sambia

Donnerstag, 04.06.2015   19:51 Uhr

Die griechische Regierung hat einen Antrag beim IWF gestellt, die am Freitag fälligen Juni-Zahlungen zu bündeln und als Ganzes am Monatsende zu überweisen. "Die griechischen Behörden haben den Fonds heute darüber informiert, dass sie eine Bündelung der Juni-Zahlungen des Landes planen, die dann am 30. Juni fällig ist", sagte ein IWF-Sprecher.

Die Bündelung mehrerer Raten in einem Monat ist laut IWF-Statuten möglich. Bislang wurde diese Möglichkeit jedoch erst einmal genutzt - von Sambia, in den Achtzigerjahren.

Insgesamt müssten die Griechen somit am Ende des Monats rund 1,5 Milliarden Euro überweisen, die sonst in vier Raten fällig gewesen wären (siehe Grafik).

Normalerweise besteht der IWF auf strikter Zahlung. Trotz gelegentlicher Drohungen war Griechenland dem bislang auch immer nachgekommen. Kurz vor Bekanntwerden des griechischen Antrags hatte IWF-Chefin Christine Lagarde noch gesagt, sie rechne am Freitag mit der nächsten Zahlung.

In der Nacht zu Donnerstag hatten Griechenlands Premier Alexis Tsipras und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker lange über weitere Finanzhilfen für Griechenland diskutiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, die nach den Gesprächen mit Juncker telefoniert hatte, signalisierte bislang keine weitergehende Kompromissbereitschaft. "Wir von unserer Seite sind guten Willens, aber der gute Wille allein reicht nicht. Zum Schluss muss die Rechnung aufgehen", sagte sie der Nachrichtensendung "RTL Aktuell". Zugleich zeigte sie sich überzeugt, dass der IWF keinen Rückzug aus der Griechenland-Rettung plant. Sie habe nicht davon gehört, "dass der IWF sich das vorstellt".

"Der IWF hält die Uhr bei den Verhandlungen nochmal an", kommentierte Gerhard Schick gegenüber SPIEGEL ONLINE die geplante Bündelung. Der finanzpolitische Sprecher der Grünen hält sich derzeit zu Gesprächen in Athen auf. "Das ist zunächst mal eine Erleichterung, aber jeder Tag mehr der Unsicherheit und des Wartens auf eine Einigung schadet Griechenlands Wirtschaft und damit allen Beteiligten."

kpa/dab/AFP/Reuters

insgesamt 89 Beiträge
utfcmac 04.06.2015
1. Unglaublich...
Und wieder ein paar wenige Wochen geschafft... die größe Insolvenzverschleppung der Geschichte...
Und wieder ein paar wenige Wochen geschafft... die größe Insolvenzverschleppung der Geschichte...
martha_rosentreter 04.06.2015
2.
Mal sehen, was meine Bank mir hustet, wenn ich ihr sage, die nächste Rate stotter ich etwas später ab. Ich verspreche aber hoch und heilig, mich um eine Putzstelle zu bemühen, obendrein in der Nacht die Zeitungen auszutragen [...]
Mal sehen, was meine Bank mir hustet, wenn ich ihr sage, die nächste Rate stotter ich etwas später ab. Ich verspreche aber hoch und heilig, mich um eine Putzstelle zu bemühen, obendrein in der Nacht die Zeitungen auszutragen sowie auf dem Heimweg leere Pfandflaschen zu sammeln ... ;-)
Akkin 04.06.2015
3. Gebündelt und später, warum später ,
sind also schon am Freitag pleite!
sind also schon am Freitag pleite!
ichsagemal 04.06.2015
4.
..der Euro-Fan-Club wird Griechenland niemals entlassen. Ich frage mich auch was man zum Frühstück konsumieren muss, um 0, 3 Mrd kritisch zu finden angesichts mehr als 10.000 Mrd Euro Schulden im Club. Ein Sandkorn kann riesig [...]
..der Euro-Fan-Club wird Griechenland niemals entlassen. Ich frage mich auch was man zum Frühstück konsumieren muss, um 0, 3 Mrd kritisch zu finden angesichts mehr als 10.000 Mrd Euro Schulden im Club. Ein Sandkorn kann riesig erscheinen oder auf seine Bedeutung reduziert werden.
Hammelinda 04.06.2015
5. Die nächste Rate ist fällig ...
... und das Geschacher geht weiter. Zieht endlich einen Schlussstrich! So oder so. Raus aus dem Euro und pleite gehen lassen - oder richtiger Schuldenschnitt mit 80-90% Verlusten!
... und das Geschacher geht weiter. Zieht endlich einen Schlussstrich! So oder so. Raus aus dem Euro und pleite gehen lassen - oder richtiger Schuldenschnitt mit 80-90% Verlusten!

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