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Wirtschaft

Immobilien, Aktien, Beteiligungen

Erzbistum Köln legt Milliardenvermögen offen

Köln gilt als eine der reichsten Diözesen der Welt. Jetzt legt das Bistum sein Vermögen erstmals offen. Das Ergebnis: Mit Immobilien und Wertpapieren kommt das Bistum auf mehr als drei Milliarden Euro - konservativ gerechnet.

DPA

Kölner Dom: Nur ein symbolischer Wert

Von
Mittwoch, 18.02.2015   11:30 Uhr

Köln/Hamburg - Papst Franziskus ist kein Freund des Protzens. Wo immer es geht, geißelt das Oberhaupt der Katholischen Kirche den "Fetischismus des Geldes" und den "Götzendienst am Reichtum". Schon kurz nach seiner Amtseinführung vor knapp zwei Jahren äußerte er seinen sehnlichsten Wunsch: "Ach, wie sehr möchte ich eine arme Kirche und eine Kirche für die Armen!"

Das mit der armen Kirche könnte in Köln zumindest schwierig werden. Deutschlands reichstes Bistum hat an diesem Mittwoch erstmals eine Bilanz mit allen seinen Vermögenswerten vorgelegt - und die sind beträchtlich.

Rund 3,35 Milliarden Euro Vermögen weist das Zahlenwerk für das Erzbistum und den mit ihm verbundenen Bischöflichen Stuhl zum 31. Dezember 2013 aus. Ein Großteil davon entfällt auf Wertpapiere und Immobilien (siehe Grafik). "Mit der Bilanzvorlage lösen wir unser Versprechen umfassender Transparenz der Finanzen ein", ließ Generalvikar Stefan Heße mitteilen. Wie in einem ordentlichen Geschäftsbericht ist die Bistumsbilanz von einem Wirtschaftsprüfer testiert - den Job übernahm KPMG.

Auch wenn längst nicht alle der 27 deutschen Diözesen ihr Vermögen so offenlegen: Was den Reichtum angeht, dürfte Köln einsame Spitze sein. Zum Vergleich: Das Bistum Limburg, wegen seines früheren Protz-Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst zu trauriger Berühmtheit gelangt, kommt gerade mal auf knapp 940 Millionen Euro Vermögen.

Das Kölner Erzbistum wurde bis vor einem Jahr ebenfalls von einem umstrittenen Kirchenmann geführt: Der erzkonservative Kardinal Joachim Meisner bezeichnete sich selbst als "Wachhund Gottes". Wirtschaftlich ging es ihm vor allem darum, das Vermögen des Bistums zusammenzuhalten.

Dies ist ihm erstaunlich gut gelungen, wie ein Blick in die Bilanz von Bistum und Bischöflichem Stuhl zeigt:

Auf der anderen Seite der Bilanz kann sich auch das Eigenkapital des Erzbistums sehen lassen. Darunter versteht man die Mittel, die die Eigentümer in das Unternehmen eingebracht haben plus die einbehaltenen Gewinne. Im konkreten Fall beläuft sich das Eigenkapital auf fast 2,5 Milliarden Euro. Gut 1,6 Milliarden Euro davon sind Rücklagen, die das Bistum stetig aus seinen Gewinnen bildet. Auch der Überschuss von 59 Millionen Euro, den das Bistum 2013 erwirtschaftet hat, fließt in diese Rücklagen. Mit dem Geld sollen die Instandhaltung der Kirchengebäude sowie die Pensionen von Priestern und Lehrern gesichert werden. Auch für die Kirchensteuereinnahmen, die derzeit noch kräftig fließen, sind Rücklagen eingeplant - in Zeiten zunehmender Kirchenaustritte keine abwegige Idee.

Beim Bistum ist man sich bewusst, dass solcher Reichtum Argwohn weckt. Doch am neuen Kurs der Offenheit führt sowohl für den neuen Erzbischof Rainer Maria Woelki als auch für seinen Generalvikar Heße kein Weg vorbei. Das kirchliche Vermögen diene den seelsorgerischen und sozialen Aufgaben der Kirche, sagte Heße am Mittwoch. So flössen jeden Tag rund zwei Millionen Euro an Kirchengemeinden, Caritas, Hilfseinrichtungen und Entwicklungsländer. "Damit ist die Kirche im Erzbistum nicht nur für die rund zwei Millionen Katholiken da, sondern sucht den Dienst an allen Menschen."

insgesamt 343 Beiträge
fatfrank 18.02.2015
1. Sofort unter den Armen
verteilen! So war es ja offensichtlich vom Gründer des ganzen Vereins auch mal vorgesehen. Falls nicht, sollte diese Glaubensgemeinschaft sofort den Titel "christlich" abgeben und sich nicht mehr mit ihrem Heiland [...]
verteilen! So war es ja offensichtlich vom Gründer des ganzen Vereins auch mal vorgesehen. Falls nicht, sollte diese Glaubensgemeinschaft sofort den Titel "christlich" abgeben und sich nicht mehr mit ihrem Heiland brüsten dürfen.
tegele 18.02.2015
2. Milliardenvermögen
und unserer eins wird angebettelt wenn es mal wieder heißt Brot für die Welt
und unserer eins wird angebettelt wenn es mal wieder heißt Brot für die Welt
monolithos 18.02.2015
3.
Wäre ich Katholik, käme ich mir jetzt ziemlich verarscht vor. Das ist ja wie Apple, nur ohne Gegenleistung.
Wäre ich Katholik, käme ich mir jetzt ziemlich verarscht vor. Das ist ja wie Apple, nur ohne Gegenleistung.
ClausWunderlich 18.02.2015
4.
Genau oder die müssen dem Dom zu Köln abbauen. SO geht das ja nicht liebe christen.
Zitat von fatfrankverteilen! So war es ja offensichtlich vom Gründer des ganzen Vereins auch mal vorgesehen. Falls nicht, sollte diese Glaubensgemeinschaft sofort den Titel "christlich" abgeben und sich nicht mehr mit ihrem Heiland brüsten dürfen.
Genau oder die müssen dem Dom zu Köln abbauen. SO geht das ja nicht liebe christen.
usfriend 18.02.2015
5. Steuern und oder Spenden!
Unglaublich, dass diese Gesellen das Geld nur so horten! Das gehört, genauso wie beim ADAC, ordentlich versteuert und nutzbringend eingesetzt. Also für Kinder-, Pflegeheime etc
Unglaublich, dass diese Gesellen das Geld nur so horten! Das gehört, genauso wie beim ADAC, ordentlich versteuert und nutzbringend eingesetzt. Also für Kinder-, Pflegeheime etc
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