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Wirtschaft

CO2-Steuer

Umweltbundesamt will Heizöl und Benzin verteuern - aber Strompreise senken

Lässt sich das Steuersystem auf den Klimaschutz ausrichten - ohne Menschen mit niedrigen Einkommen zu überfordern? Das Umweltbundesamt ist davon überzeugt und präsentiert Vorschläge.

DPA

Autoverkehr in Stuttgart: "Wichtig ist, dass wir schnell damit beginnen, CO2 einen Preis zu geben"

Sonntag, 30.06.2019   11:40 Uhr

In die Diskussion über eine CO2-Steuer hat sich nun auch das Umweltbundesamt eingeschaltet. Die Behörde rät für den Klimaschutz zu höheren Steuern auf Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel. Die Einnahmen aus einem solchen CO2-Aufschlag sollen die Bürger durch die Senkung der Ökostrom-Umlage (EEG) und auf anderen Wegen wieder zurückerhalten.

"Wichtig ist, dass wir schnell damit beginnen, CO2 einen Preis zu geben", sagte Amtspräsidentin Maria Krautzberger der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Höhe dieses Preises solle sich nach der Höhe der Kohlendioxid-Emissionen richten. Die Senkung der EEG-Umlage habe den schönen Nebeneffekt, dass die Elektromobilität konkurrenzfähiger würde, da der Strompreis sinke, sagte Krautzberger.

Wichtig sei es, vor allem einkommensschwachen Haushalten zu ermöglichen, klimaschonend zu wohnen und mobil zu sein, betonte die Behördenchefin:

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Andere Wege zu einer CO2-Bepreisung hält das Umweltbundesamt dem Bericht zufolge für zu langwierig. So sehe die Behörde keine politische Mehrheit für den Ausbau des europäischen Emissionshandels, den etwa einige Unionspolitiker fordern, hieß es unter Berufung auf ein Papier mit Vorschlägen der Behörde.

(Lesen Sie hier, wie andere Länder eine CO2-Steuer umgesetzt haben - und wie sie in Deutschland aussehen könnte.)

In den vergangenen Tagen hatten sowohl die SPD als auch die Grünen ihre Vorschläge für eine CO2-Bepreisung vorgelegt. Beide Parteien wollen die zusätzlichen Einnahmen wieder an die Bürger zurückgeben, wobei dies so ausgestaltet sein soll, dass Klimaschutz finanzielle Vorteile bringt.

Die Grünen schlagen dazu ein "Energiegeld" von 100 Euro pro Bürger und Jahr sowie die fast vollständige Abschaffung der Stromsteuer vor. Die Sozialdemokraten bleiben in diesem Punkt relativ vage, fordern aber zudem, E-Autos stärker zu fördern und das Fliegen gleichzeitig zu verteuern.

fdi/dpa

insgesamt 357 Beiträge
marthaimschnee 30.06.2019
1. Märchenstunde
Daß irgendein Bestandteil dieser Regierung Öl und Benzin verteuern will, könnte ich mir noch vorstellen. Daß sie die Masse um irgendwas in bedeutsamen Dimensionen entlasten, dagegen ganz sicher nicht.
Daß irgendein Bestandteil dieser Regierung Öl und Benzin verteuern will, könnte ich mir noch vorstellen. Daß sie die Masse um irgendwas in bedeutsamen Dimensionen entlasten, dagegen ganz sicher nicht.
webstoney 30.06.2019
2. Preissenkung auf Strom?
Preissenkungen verpuffen. Die Differenz sacken doch eh die Konzerne ein.
Preissenkungen verpuffen. Die Differenz sacken doch eh die Konzerne ein.
Sleeper_in_Metropolis 30.06.2019
3.
Gas&Öl wird verteuert, dafür aber Strom verbilligt. Na ob das so hilfreich ist für den Umweltschutz, solange der Strom bei weitem nicht klimaneutral gewonnen wird ? Zitat :"Die Senkung der EEG-Umlage habe den [...]
Gas&Öl wird verteuert, dafür aber Strom verbilligt. Na ob das so hilfreich ist für den Umweltschutz, solange der Strom bei weitem nicht klimaneutral gewonnen wird ? Zitat :"Die Senkung der EEG-Umlage habe den schönen Nebeneffekt, dass die Elektromobilität konkurrenzfähiger würde, da der Strompreis sinke, sagte Krautzberger." Unglaubwürdig. Der (im Vergleich zu Benzin&Co.) ohnehin lächerliche Energiepreis ist sicherlich mit Abstand das allerkleinste Problem der Elektromobilität. Bezahlbare Autos, ausreichende Reichweiten, genug Ladeinfrastruktur und kurze Ladezeiten sind die Punkte, die man angehen muß. Aber nicht den Strompreis.
soldev 30.06.2019
4. Energiesteuer, Mehwertsteuer...
jetzt noch CO2 Steuer ...irgendwie muss man das Volk ja in die Hände der Populisten treiben. Durch eine günstigeren Strompreis wird die Totgeburt akkubetriebenes Auto auch nicht effektiver.
jetzt noch CO2 Steuer ...irgendwie muss man das Volk ja in die Hände der Populisten treiben. Durch eine günstigeren Strompreis wird die Totgeburt akkubetriebenes Auto auch nicht effektiver.
hausfeen 30.06.2019
5. Ich bin sehr dafür. Aber es macht erst dann Sinn, wenn für ...
... untere Einkommensschichten auch preiswerte E-Autos zur Verfügung stehen. Die Industrie klagt doch ständig darüber, dass die E-Karren so wenig Arbeitsaufwand nach sich ziehen. Wann kommt der Preisvorteil endlich beim Bürger [...]
... untere Einkommensschichten auch preiswerte E-Autos zur Verfügung stehen. Die Industrie klagt doch ständig darüber, dass die E-Karren so wenig Arbeitsaufwand nach sich ziehen. Wann kommt der Preisvorteil endlich beim Bürger an?

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