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Wirtschaft

Länderfinanzausgleich

Hessens Zeche für arme Bundesländer steigt um 50 Millionen Euro

Mehr als neun Milliarden Euro wurden 2014 zwischen den Bundesländern umverteilt - so viel wie nie zuvor. Hessen zahlte 50 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Die größte Last trägt Bayern.

DPA

Skyline von Frankfurt: Hessen zahlte 2014 mehr Geld an arme Bundesländer

Mittwoch, 14.01.2015   10:57 Uhr

Berlin - Der Länderfinanzausgleich hat im vergangenen Jahr ein Rekordniveau erreicht. Erstmals überwiesen die Geberländer mehr als neun Milliarden Euro an die Nehmerländer: das Gesamtvolumen des Finanzausgleichs betrug 9,05 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 600 Millionen Euro mehr umverteilt. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf die Endabrechnung des Finanzausgleichs. Er soll die Kluft zwischen ärmeren und reicheren Bundesländern verringern.

Der mit Abstand größte Zahler bleibt demnach Bayern. Der Beitrag Baden-Württembergs als zweitgrößtem Zahler sank leicht, Hessen zahlte 50 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor.

Anders als 2013 gehört Hamburg nun wieder zum Kreis der Geberländer. Die übrigen zwölf Länder blieben Nehmer. Größer Profiteur des Länderfinanzausgleichs war erneut Berlin.

Der Länderfinanzausgleich ist seit Jahren umstritten. Bayern und Hessen haben sogar vor dem Bundesverfassungsgericht dagegen geklagt. Konkret halten die beiden Länder unter anderem die geltende Stadtstaatenregelung für verfassungswidrig. Dabei werden die Einwohner von Berlin, Hamburg und Bremen stärker gewichtet als die Einwohner von "normalen" Großstädten wie München.

Bis 2019 muss der Länderfinanzausgleich neu geregelt werden - dann läuft der Solidarpakt aus, durch den die neuen Bundesländer verstärkt gefördert werden. Einige Zuwendungen des Solidarpakts laufen über den Länderfinanzausgleich.

vet/Reuters

insgesamt 106 Beiträge
helmut.alt 14.01.2015
1.
Der Länderfinanzausgleich ist kontraproduktiv weil er keine Motivation für solides Haushalten fördert. Griechische Verhältnisse!
Der Länderfinanzausgleich ist kontraproduktiv weil er keine Motivation für solides Haushalten fördert. Griechische Verhältnisse!
nabakov 14.01.2015
2. Im Bundesland Hessen...
...fehlt Geld für genügend Kita-Plätze, aber es soll weiterhin die in die BRD geflüchteten Wirtschaftsasylanten aus dem Wirtschaftsraum Neufünfland alimentieren? Es wird Zeit für eine HEPGODA-Demonstration in Frankfurt - [...]
...fehlt Geld für genügend Kita-Plätze, aber es soll weiterhin die in die BRD geflüchteten Wirtschaftsasylanten aus dem Wirtschaftsraum Neufünfland alimentieren? Es wird Zeit für eine HEPGODA-Demonstration in Frankfurt - Hessische Patrioten Gegen Ostgotisierung Der Altbundesrepublik!
jojack 14.01.2015
3. Was zu hoffen ist
Zu hoffen ist, dass mit der anstehenden Neuregelung des Länderfinanzausgleichs endlich wieder Druck in den Kessel kommt, was die Daseinsberechtigung bevölkerungsarmer Bundesländer angeht. Gerade für die Verschmelzung von [...]
Zu hoffen ist, dass mit der anstehenden Neuregelung des Länderfinanzausgleichs endlich wieder Druck in den Kessel kommt, was die Daseinsberechtigung bevölkerungsarmer Bundesländer angeht. Gerade für die Verschmelzung von Berlin und Brandenburg ergibt sich eine neue Chance. Der Bevölkerungsschwund in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen muss eigentlich dazu führen, dass sich die drei Länder zusammenschließen. Aber auch im Westen sind Bremen und das Saarland dann nicht mehr finanzierbar. Und die rot-grüne Verschwenderregierung aus NRW muss dann selbst für ihre sozialen Wohltaten aufkommen.
jgwmuc 14.01.2015
4.
höchste Zeit das Bayern die Zahlungen die Sozi Pleite Länder einstellt. Was da in NRW, Berlin und Bremen alleine verpulvert wird ist nicht zu Fassen. Aber die machen weiter so, Bayern zahlt ja.
höchste Zeit das Bayern die Zahlungen die Sozi Pleite Länder einstellt. Was da in NRW, Berlin und Bremen alleine verpulvert wird ist nicht zu Fassen. Aber die machen weiter so, Bayern zahlt ja.
blaubärt 14.01.2015
5. Details bei Wikipedia
Bevor wieder der übliche Gebetsmühlenspruch kommt "die Bayern sollen sich nicht so haben, haben früher ja auch Länderfinanzausgleich bekommen", mal ein Hinweis auf die Zahlen: [...]
Bevor wieder der übliche Gebetsmühlenspruch kommt "die Bayern sollen sich nicht so haben, haben früher ja auch Länderfinanzausgleich bekommen", mal ein Hinweis auf die Zahlen: https://de.wikipedia.org/wiki/Länderfinanzausgleich Bayern zahlt derzeit pro Jahr (auch inflationsbereinigt) mehr als es in den 50er bis 70er Jahren insgesamt an Länderfinanzausgleich bekommen hat. Und BaWü und Hessen sind seit Beginn der Republik immer Zahler, im Gegensatz zB zu Niedersachsen und Rheinland-Pfalz, die seit Beginn immer kassiert haben. Von den anachronistischen Stadt- und Kleinstaaten Bremen, Saarland und Schleswig-Holstein will ich gar nicht reden.

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