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Wirtschaft

Manipulierte Kassen in Asia-Restaurants

Mutmaßliche Millionenbetrüger vor Gericht

Mit einer speziell programmierten Kasse sollen zwei Brüder Asia-Restaurants in ganz Deutschland bei der Steuerhinterziehung geholfen haben. Jetzt hat der Prozess gegen die mutmaßlichen Betrüger begonnen.

DPA

Dienstag, 26.03.2019   16:16 Uhr

Wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in Hunderten Asia-Restaurants in ganz Deutschland hat an diesem Dienstag ein Prozess gegen zwei Brüder vor dem Landgericht Osnabrück begonnen.

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern im Alter von 56 und 58 Jahren vor, über ihre Gelsenkirchener Firma in mehr als 1000 Fällen bundesweit Restaurants mit umprogrammierbaren Kassen ausgestattet zu haben (Lesen Sie hier mehr dazu). Damit konnten die Restaurantbetreiber unbemerkt Umsätze aus den Abrechnungen verschwinden lassen.

Die zuständige Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Oldenburg hat in acht Fällen aus Niedersachsen Anklage erhoben, bei denen rund sechs Millionen Euro an Steuern hinterzogen worden sein sollen. Die beschuldigten Restaurantbetreiber werden von den regional zuständigen Staatsanwaltschaften in gesonderten Verfahren verfolgt.

hej/dpa

insgesamt 17 Beiträge
littleworry 26.03.2019
1. Wieso nur Asia-Restaurants?
Wieso ist beim Thema Kassenbetrug nur von Asia-Restaurants die Rede? Ok, hier in diesem Fall geht's vielleicht nur darum, aber es ist doch schon lange bekannt, dass auch in anderen Restaurants mit manipulierten Kassen massiv [...]
Wieso ist beim Thema Kassenbetrug nur von Asia-Restaurants die Rede? Ok, hier in diesem Fall geht's vielleicht nur darum, aber es ist doch schon lange bekannt, dass auch in anderen Restaurants mit manipulierten Kassen massiv betrogen wird, dass gebuchte Umsätze nachträglich wieder ausgebucht werden ('Fehlbuchung') oder reguläre Umsätze als 'Training' verbucht werden. Auch Bezahlvorgänge auf der Basis der handschiftlichen Notiz gehören dazu, die landen ganz sicher nicht in der Buchhaltung.
Populara 26.03.2019
2. Man braucht gar keine Kasse manipulieren...
Manchmal ist die auch einfach kaputt und der Betrag wird nicht eingebongt. Der Imbiss um die Ecke öffnet die Kasse nur und gibt Wechselgeld raus, wenn ein Stammkunde das Essen zahlt...
Manchmal ist die auch einfach kaputt und der Betrag wird nicht eingebongt. Der Imbiss um die Ecke öffnet die Kasse nur und gibt Wechselgeld raus, wenn ein Stammkunde das Essen zahlt...
burlei 26.03.2019
3. 6 Millionen Euro Steuern hinterzogen
Und dafür so ein Aufwand? Hoeneß hat 28,5 Millionen hinterzogene Steuern zugegeben, fast das fünffache. Durch Steuerhinterziehungen und Steuervermeidungen gehen dem Staat bis zu 160 Milliarden Euro Steuern pro Jahr verloren. [...]
Und dafür so ein Aufwand? Hoeneß hat 28,5 Millionen hinterzogene Steuern zugegeben, fast das fünffache. Durch Steuerhinterziehungen und Steuervermeidungen gehen dem Staat bis zu 160 Milliarden Euro Steuern pro Jahr verloren. Gut, jetzt hat man ein paar Asia-Restaurants erwischt, aber mit genügend Personal bei der Steuerfahndung könnten es bedeutend mehr sein. Aber was passierte in NRW, nachdem Schwarz-Gelb an die Regierung kam? Man stellte die erfolgreichsten Steuerfahnder kalt. Heute durchsucht man mit Riesenaufwand Shisha-Bars, dafür lässt man CumEx- und CumCum-Banker ungeschoren. Also, wenn schon Steuerbetrug, dann im Großen. Die Lehre daraus: Gebt euch nicht mit solchen Peanuts ab, langt richtig zu. Sobald ihr durch Betrug Milliarden hinterzieht, passiert euch nichts.
michlauslöneberga 26.03.2019
4. Nun ja,
ehe Sie hier sich in Verschwörungstheorien verrennen, die beiden Brüder haben vor allem asiatische Restaurants mit ihren manipulierten Kassen beliefert, bei denen auf Knopfdruck ganze Vorgänge gelöscht werden konnten, [...]
Zitat von littleworryWieso ist beim Thema Kassenbetrug nur von Asia-Restaurants die Rede? Ok, hier in diesem Fall geht's vielleicht nur darum, aber es ist doch schon lange bekannt, dass auch in anderen Restaurants mit manipulierten Kassen massiv betrogen wird, dass gebuchte Umsätze nachträglich wieder ausgebucht werden ('Fehlbuchung') oder reguläre Umsätze als 'Training' verbucht werden. Auch Bezahlvorgänge auf der Basis der handschiftlichen Notiz gehören dazu, die landen ganz sicher nicht in der Buchhaltung.
ehe Sie hier sich in Verschwörungstheorien verrennen, die beiden Brüder haben vor allem asiatische Restaurants mit ihren manipulierten Kassen beliefert, bei denen auf Knopfdruck ganze Vorgänge gelöscht werden konnten, obgleich vorher Rechnungen gedruckt wurden. Mir ist kein Fall bekannt, bei dem in einer derartigen Größenordnung organisiert der Fiskus und die Sozialversicherungsbehörden betrogen wurden. Das ist mit Trainingsvorgängen und stornierten Umsätzen nicht zu vergleichen, da derartige Umsätze nur storniert, nicht aber in Gänze entfernt werden und ab einer gewissen Größenordnung bei einer Betriebsprüfung natürlich hinterfragt werden. Und natürlich gibt es weitaus mehr Betrugsvorgänge beim Bezahlvorgang in Restaurants, aber darum geht es hier nicht.
kevinlipps 26.03.2019
5. Millionen vs. Milliarden
Für manipulierte Kassen und Asia-Restaurants sind Staatsanwälte und Ermittler da, aber wenn es um Cum-Ex Abzocke in Milliardenhöhe durch die ach so systemrelevanten Großbanken geht, dann fehlt es an Personal? Ist doch [...]
Für manipulierte Kassen und Asia-Restaurants sind Staatsanwälte und Ermittler da, aber wenn es um Cum-Ex Abzocke in Milliardenhöhe durch die ach so systemrelevanten Großbanken geht, dann fehlt es an Personal? Ist doch lächerlich. Der Fisch stinkt immer vom Kopf her. Staatsanwaltschaften müssen endlich nicht mehr durch die Politik beinflußbar sein, d.h. wie Richter frei und nicht weisungsgebunden sein.

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