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Wirtschaft

Protest in Berlin

Tausende demonstrieren gegen "Mietenwahnsinn"

Ein Protestzug Tausender Menschen zieht durch Berlin. Die Demonstranten fordern erschwingliche Mieten und wollen Verdrängung stoppen. Auch in anderen Städten sind Aktionen geplant.

Foto: DPA
Samstag, 06.04.2019   17:34 Uhr

In Berlin demonstrieren Tausende Menschen für bezahlbaren Wohnraum und gegen Verdrängung durch steigende Mieten. Sie versammelten sich am Mittag am Alexanderplatz im Stadtteil Mitte, von wo aus sie nach Kreuzberg marschieren. Sie endet vor der Arena in Treptow, wo derzeit eine Immobilienmesse stattfindet.

Aufgerufen zu der Demonstration hatte das Bündnis "Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn", dem rund 100 Mieterinitiativen und Verbände angehören. Hintergrund ist der zunehmende Mangel an erschwinglichen Wohnungen vor allem in Ballungsgebieten.

Als "Miethaie" verkleidet

Die Demonstranten halten Schilder in die Höhe, auf denen Slogans stehen wie "Kein Abriss bewohnbarer Häuser". Manche tragen Masken mit dem Konterfei des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) oder sind als "Miethai" verkleidet. Auch in weiteren Städten - unter anderem in München, Mannheim, Freiburg und Göttingen - waren Protestaktionen geplant.

In Berlin begann zudem eine Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren, das derzeit eine Debatte über Enteignungen auf dem Wohnungsmarkt anfacht. Die Initiative "Deutsche Wohnen und Co. enteignen" will erreichen, dass der Berliner Senat private Wohnungsgesellschaften mit mehr als 3000 Wohnungen enteignet und vergesellschaftet. In den ersten sechs Monaten müssen sie 20.000 Unterschriften sammeln, damit das Begehren eine Chance hat.

Mehr zum Thema

Bei einem Dutzend Wohnungsunternehmen mit rund 240.000 Wohnungen müsste Berlin nach Berechnungen des Senats etwa 30 Milliarden Euro ausgeben. Das Land hat derzeit schon annähernd 60 Milliarden Euro Schulden. Im April 2018 demonstrierten in Berlin bereits 10.000 Menschen gegen die Entwicklung der Mieten.

tin/dpa

insgesamt 146 Beiträge
nextgen 06.04.2019
1. richtig so
mieten müssen runter.vorallem muss es leichter sein eine Wohnung zu kriegen!
mieten müssen runter.vorallem muss es leichter sein eine Wohnung zu kriegen!
chrbrunswick 06.04.2019
2.
Ludwigsfelde soll doch auch schön sein...
Ludwigsfelde soll doch auch schön sein...
nicolai.kilian 06.04.2019
3. Gutes Ziel, schlechtes Mittel
Ein viel wirksameres Mittel, um Mietpreise zu senken, ist es, mehr neue Wohnungen zu bauen, vor allem öffentliche und vor allem Hochhäuser. Stichwort Wohnraumverdichtung. Das sieht auch z.B. das arbeitnehmernahe [...]
Ein viel wirksameres Mittel, um Mietpreise zu senken, ist es, mehr neue Wohnungen zu bauen, vor allem öffentliche und vor allem Hochhäuser. Stichwort Wohnraumverdichtung. Das sieht auch z.B. das arbeitnehmernahe Wirtschaftsinstitut DIW so.
kaiser.friedrich 06.04.2019
4.
Sie haben offensichtlich nicht verstanden, wie Marktwirtschaft funktioniert. Die (Miet-)Preise werden durch Angebot und Nachfrage bestimmt und nicht durch Verordnungen von oben. Keine der von der rot-roten Regierung in [...]
Zitat von nextgenmieten müssen runter.vorallem muss es leichter sein eine Wohnung zu kriegen!
Sie haben offensichtlich nicht verstanden, wie Marktwirtschaft funktioniert. Die (Miet-)Preise werden durch Angebot und Nachfrage bestimmt und nicht durch Verordnungen von oben. Keine der von der rot-roten Regierung in Berlin vorschlagenen Loesungen loest das Problem, dass die Nachfrage deutlich hoeher ist als das Angebot. Daher sind diese Forderungen unsinnig.
Aktinionär 06.04.2019
5. Obszöne Sanierungen
Vor allem die obszönen Sanierungen machen einen Großteil des Wohnraumes schlichtweg unbrauchbar für den normalen Mieter. Die Mieten sind nur noch für Paare mit doppeltem Einkommen ohne Kinder bezahlbar und entsprechend sehen [...]
Vor allem die obszönen Sanierungen machen einen Großteil des Wohnraumes schlichtweg unbrauchbar für den normalen Mieter. Die Mieten sind nur noch für Paare mit doppeltem Einkommen ohne Kinder bezahlbar und entsprechend sehen auch die Wohnungssanierungen aus: Keine Badewanne, dafür Regendusche, Küche im Wohnzimmer, Badezimmer ans Schlafzimmer angehängt. Für Kinder oder Wohngemeinschaften ist da kein Platz.

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