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Wirtschaft

Nach Mieter-Protest

Berlin kauft 670 Wohnungen in Karl-Marx-Allee

Das Land Berlin will den Konflikt um bezahlbaren Wohnraum entschärfen und erwirbt 670 Wohnungen in der Karl-Marx-Allee. Der Konzern Deutsche Wohnen geht leer aus.

Clemens Bilan/epa

"Ausverkauf stoppen": Proteste in der Berliner Karl-Marx-Allee

Montag, 15.07.2019   15:32 Uhr

Der Konflikt um die Wohnungen in der Karl-Marx-Allee galt als Symbol für die Mietmisere in deutschen Großstädten. Nun kauft das Land Berlin 670 Wohnungen in der ehemaligen DDR-Prachtstraße. Wie die Senatskanzlei mitteilte, werden die Immobilien von der kommunalen Gesellschaft Gewobag übernommen. Damit will das Land einen Konflikt entschärfen, der die Hauptstadt monatelang beschäftigt hat.

Ursprünglich wollte der bisherige Eigentümer Predac die Wohnungen an den Konzern Deutsche Wohnen veräußern, der in Berlin bereits 112.000 Einheiten besitzt. Mieter fürchteten deswegen starke Mieterhöhungen und organisierten groß angelegte Proteste.

"Ich möchte, dass die Berlinerinnen und Berliner sich das Wohnen in der Stadt auch weiterhin leisten können", sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). Deshalb sei es seine feste Absicht, Wohnungen zu kaufen, damit Berlin wieder mehr Kontrolle über den Wohnungsmarkt erlange. Diese 670 Wohnungen seien "ein erster, guter Schritt in diese Richtung".

Seit Langem versuchte das Land, die in den Neunzigerjahren veräußerten Wohnungen möglichst komplett in kommunalen Besitz zurückzuführen. Dazu gab es juristische Auseinandersetzungen vor Gericht, komplizierte Rückkaufmodelle mit Unterstützung der Mieter und hinter den Kulissen Gespräche mit Predac und Deutscher Wohnen - die nun in dem Deal mündeten.

Zum Kaufpreis macht das Land Berlin bisher keine Angaben. Der Mieterbeirat hatte im November über ein Angebot in Höhe von 28 Millionen Euro für einen Predac-Wohnblock mit 82 Wohnungen gesprochen - das würde einen Quadratmeterpreis von 3500 Euro bedeuten.

rai/dpa

insgesamt 109 Beiträge
stakd 15.07.2019
1. Stimmen die Zahlen ?
Ein Angebot von 28 Mio. Euro bei einem qm-Preis von 3.500 Euro ? Das wären ca. 8.000 qm insgesamt. Bei den genannten 670 Wohnungen entspräche das einer Durchschnitts-Größe von ca. 12 qm pro Wohnung - kann das sein ?
Ein Angebot von 28 Mio. Euro bei einem qm-Preis von 3.500 Euro ? Das wären ca. 8.000 qm insgesamt. Bei den genannten 670 Wohnungen entspräche das einer Durchschnitts-Größe von ca. 12 qm pro Wohnung - kann das sein ?
irgendwieanders 15.07.2019
2. so funktioniert Sozialismus
Alle Steuerzahler (Berlin hängt ja am Tropf) zahlen, damit in 670 Wohnungen die Mieten nicht so stark steigen.
Alle Steuerzahler (Berlin hängt ja am Tropf) zahlen, damit in 670 Wohnungen die Mieten nicht so stark steigen.
vegefranz 15.07.2019
3. Berlin kauft nichts - die haben nämlich kein Geld
ein gescheitertes Bundesland. Berllin hat kein Geld, sondern kann nur Gelder aus dem Länderfinanzausgleich ausgeben, das der Steuerzahlen in Bayern oder Baden-W aufbringt. Als arbeitender Steuerzahler aus dem Süden kann [...]
ein gescheitertes Bundesland. Berllin hat kein Geld, sondern kann nur Gelder aus dem Länderfinanzausgleich ausgeben, das der Steuerzahlen in Bayern oder Baden-W aufbringt. Als arbeitender Steuerzahler aus dem Süden kann sich jeder freuen: Es werden überteuerte Wohnung für 670 Mieter auf Steuerzahler-Kosten eingekauft. LinksGrüne Dilettanten, die nie eigenes Geld verdinen könnten...
peterpeterweise 15.07.2019
4. Umverteilung von Vielen an Wenige
Da Berlin sehr hohe Schulden hat, müssen alle anderen Berliner und künftige Generationen dafür zahlen, dass jetzt eine kleine Minderheit von Mietern weiterhin niedrige Mieten hat. Es ist wie beim Lotto: Millionen von Menschen [...]
Da Berlin sehr hohe Schulden hat, müssen alle anderen Berliner und künftige Generationen dafür zahlen, dass jetzt eine kleine Minderheit von Mietern weiterhin niedrige Mieten hat. Es ist wie beim Lotto: Millionen von Menschen zahlen kleine Beiträge, damit einige den Hauptgewinn bekommen können. Wunderbare Symbolpolitik von der nur sehr wenige profitieren. Über die wird dann freudig berichtet. Aber alle anderen, die die Kosten dafür finanzieren müssen, die bekommen keine Stimme in den Medien.
frank-xps 15.07.2019
5. Grade in den großstädten
Da wo die Klimaheuchler wohnen, da sollte eine Pro Kopf Gebühr in Höhe von 500 Euro erhoben werden pro Monat und Einwohner. Dann gibt's auch wieder Wohnungen. In Berlin natürlich einen Moralisten Aufschlag in Höhe des [...]
Da wo die Klimaheuchler wohnen, da sollte eine Pro Kopf Gebühr in Höhe von 500 Euro erhoben werden pro Monat und Einwohner. Dann gibt's auch wieder Wohnungen. In Berlin natürlich einen Moralisten Aufschlag in Höhe des Dreifachen Pharisäer Zuschlag Eltern von Frei day or Future Kids zahlen das dreifache. für ihr gutes gewissen. Heil Klima.

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