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Wirtschaft

Bevölkerungsschwund wie im Krieg

Institut erwartet Fachkräftemangel in Osteuropa

Nicht nur in Deutschland herrscht Fachkräftemangel: Auch in Bulgarien, Polen und anderswo gehen Firmen die Mitarbeiter aus - weil die Bevölkerungen insgesamt drastisch schrumpfen.

DPA

Kettenbrücke über der Donau in Budapest (Archiv)

Mittwoch, 27.03.2019   14:50 Uhr

In vielen Staaten Ost- und Südosteuropas nehmen Arbeitskräftemangel und Bevölkerungsschwund immer dramatischere Formen an. Das geht aus Untersuchungen des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) hervor.

Länder wie Bulgarien, Lettland, Rumänien, Polen, Kroatien und die Ukraine würden bis 2045 mehr als 20 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung verlieren, heißt es. "In Friedenszeiten ist so etwas vorher noch nie passiert", sagte wiiw-Experte Richard Grieveson bei der Vorlage der Prognose 2019 bis 2021.

Ungarn steuert auf starken Abschwung zu

In Ungarn klagten extrem viele Betriebe über Arbeitskräftemangel. Ohnehin steuere das stark exportabhängige Land, das zusammen mit Polen in den vergangenen Jahren auffällig gute Wachstumsraten hatte, auf einen besonders starken Abschwung zu, sagte Grieveson. Grund sei unter anderem die schwächelnde Nachfrage aus Deutschland und China, heißt es beim wiiw.

Die am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften werden laut Institut der Kosovo, Albanien und Moldau sein. Trotz des gestiegenen Ölpreises werde Russland aufgrund seiner strukturellen Probleme und der Wirtschaftssanktionen beim Wachstum ein Nachzügler bleiben, hieß es.

brt/dpa

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