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Wirtschaft

Fünfpunkteplan

So will Umweltministerin Schulze Plastikmüll bekämpfen

Gurken ohne Folie, mehr Recycling, mehr Aufklärung: Umweltministerin Svenja Schulze hat ihren Plan zur Reduzierung von Plastikmüll präsentiert. Dazu gehört auch ein Verbot überflüssiger Verpackungen.

DPA

Plastikmüll am Strand von Thailand (Archiv)

Montag, 26.11.2018   13:02 Uhr

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat einen Fünfpunkteplan gegen überflüssigen Plastikmüll und für mehr Recycling vorgestellt. Das plant die SPD-Politikerin zur Vermeidung von Plastikmüll:

1. Überflüssiges Plastik vermeiden:
Das von der EU-Kommission bereits beschlossene Verbot für Einweggeschirr, Strohhalme oder Wattestäbchen aus Plastik will Schulze noch 2019 in deutsches Recht umsetzen. Mit dem Handel will sie zudem eine freiwillige Selbstverpflichtung erreichen, um überflüssige Verpackungen von Obst und Gemüse zu reduzieren. Vorbild ist das Vorgehen gegen Plastiktüten. Leitungswasser solle stärkere als Trinkwasser beworben werden, um Einwegflaschen zu reduzieren. Mikroplastik in Kosmetik soll bis 2020 gestoppt sein.

2. Verpackungen umweltfreundlicher gestalten:
Umweltfreundlichere Verpackungen und Produkte sollen sich für die Hersteller lohnen: Die Lizenzentgelte, die Produzenten an die Mülltrennungssysteme (duale Systeme) zahlen, sollen künftig niedriger ausfallen, wenn recyceltes Material verwendet wird. Über die EU-Ökodesignrichtlinie will Schulze erreichen, dass Produkte so gebaut sein müssen, dass man sie leicht auseinanderbauen, reparieren oder recyceln kann.

3. Recycling stärken:
Die Recyclingquoten für Kunststoffverpackungen sollen erhöht werden: 2019 von derzeit 36 Prozent auf 58,5 Prozent sowie 2022 auf 63 Prozent, wie im Verpackungsgesetz beschlossen. Um die Nachfrage nach dem so gewonnenen Material zu erhöhen, will das Ministerium Gespräche mit Herstellern, Händlern und Recyclern starten. Auch die Qualität soll so gesteigert werden.

4. Bio-Tonne bewerben:
Durch Aufklärung soll Plastik im Kompost vermieden werden. Es soll zudem eine Kampagne gegen die Wegwerfgewohnheiten unter dem Motto "Weniger ist mehr" geben.

5. Kampf gegen den Meeresmüll:
Insgesamt 50 Millionen Euro hat der Bundestag am Freitag dafür im Haushalt 2019 zur Verfügung gestellt. Die Ministerin will besonders den Export von Technologien gegen die Vermüllung der Meere angehen.

Weltweit, aber auch in Europa, werden enorme Mengen Kunststoffe genutzt und anschließend weggeworfen. Allein in der EU entstehen nach Angaben der EU-Kommission jedes Jahr rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll, von denen weniger als 30 Prozent zur Wiederverwertung gesammelt werden. Umweltministerin Schulze sagte nun: "Ich will, dass wir Lösungen exportieren: technische Lösungen fürs Sammeln und Recyceln, aber auch Alltagslösungen für ein Leben mit weniger überflüssigem Plastik."

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apr

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