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Wirtschaft

Studie

Reallöhne in Europa steigen auch in diesem Jahr

Vom Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr haben auch die Arbeitnehmer in Europa profitiert. Sie hatten spürbar mehr Geld in der Tasche.

Bernd Wüstneck/DPA

Werftarbeiter: Spielraum für Lohnerhöhungen

Donnerstag, 13.06.2019   16:19 Uhr

Die Arbeitnehmer in den europäischen Staaten sollten Ende des Jahres mehr Geld in der Tasche haben als 2018. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des WSI-Tarifarchivs der gewerkschaftlichen Böckler-Stiftung in Düsseldorf hervor. Danach wachsen in den EU-Staaten die Bruttolöhne im 12-Monats-Vergleich um 2,6 Prozent, nach Abzug der Inflation bleiben noch 1,0 Prozent Reallohnsteigerung. Im Jahr zuvor hatten die Löhne um 2,8 Prozent zugelegt, von denen preisbereinigt 0,9 Prozent übrigblieben.

Deutschland werde mit einem Zuwachs von 3,2 Prozent (nominal) und 1,7 Prozent jeweils über dem europäischen Schnitt liegen, während französische Arbeitnehmer als einzige in Europa voraussichtlich Reallohneinbußen (-1,3 Prozent) hinnehmen müssten. In Osteuropa fallen die Lohnsteigerungen höher aus als in den westlichen Volkswirtschaften, allerdings von einem deutlich niedrigeren Ausgangsniveau.

Die Unterschiede der Einkünfte nach Ländern sind noch sehr stark. So verdienen Luxemburger einschließlich der Arbeitgeberbeiträge für die Sozialkassen im Schnitt 70.000 Euro pro Jahr, während es in Bulgarien nur 9100 Euro sind. Mit einem vergleichsweise hohen Teilzeitanteil liegt Deutschland mit einem Jahreseinkommen von 43.000 Euro auf Platz 10 unter den 28 EU-Staaten.

Die WSI-Forscher sehen Spielraum für weitere Lohnerhöhungen, die volkswirtschaftlich die Binnennachfrage stützten. Bei gesunkener Arbeitslosigkeit seien die Volkswirtschaften mit einem prognostizierten Plus von 1,4 Prozent weiterhin auf Wachstumskurs. Wichtig sei eine starke Tarifbindung.

mik/dpa-AFX

insgesamt 27 Beiträge
yvowald@freenet.de 13.06.2019
1. Wer profitiert vom Wirtschaftswachstum am meisten?
Und wer profitiert am meisten? Die Großaktionäre sowie deren Helfershelfer, die Leitenden Angestellten in den Unternehmensvorständen. Da sind lächerliche Zuwächse bei uns Arbeitnehmern nicht der Rede wert.
Und wer profitiert am meisten? Die Großaktionäre sowie deren Helfershelfer, die Leitenden Angestellten in den Unternehmensvorständen. Da sind lächerliche Zuwächse bei uns Arbeitnehmern nicht der Rede wert.
shotaro_kaneda 13.06.2019
2.
Keine Angst, Grundsteuerreform, CO2-Steuer, Kerosinsteuer, Flugabgabe und City-Maut kommen noch. Dadurch steigen so ziemlich alle Produkte und Dienstleistungen, Mieten, Strom, Sprit usw. im Preis. In Berlin stehen noch kräftige [...]
Keine Angst, Grundsteuerreform, CO2-Steuer, Kerosinsteuer, Flugabgabe und City-Maut kommen noch. Dadurch steigen so ziemlich alle Produkte und Dienstleistungen, Mieten, Strom, Sprit usw. im Preis. In Berlin stehen noch kräftige Mieterhöhungen an. Dann ist das Geld wieder weg. Und wie man bei 1% Lohnerhöhung von "spürbar" reden kann... Naja. Sollte man vielleicht mal definieren.
karlo1952 13.06.2019
3. Das ganze ist doch ein Zahlenwirrwarr.
Da wird von Bruttolohn inklusive AG-Beitrag geredet, dann von Reallohn, dann wieder Bruttolohn. Das erschwert nur die Vergleiche. Warum kann nicht alles auf dieselbe Einheit heruntergebrochen werden, entweder auf zu versteuernde [...]
Da wird von Bruttolohn inklusive AG-Beitrag geredet, dann von Reallohn, dann wieder Bruttolohn. Das erschwert nur die Vergleiche. Warum kann nicht alles auf dieselbe Einheit heruntergebrochen werden, entweder auf zu versteuernde Bruttolöhne, was am aussagekräftigsten wäre, oder auf Nettolöhne.
Alex_G* 13.06.2019
4. Was soll das?
Wir sind als führende Volkswirtschaft in Europa auf Platz 10 von 28 Staaten mit dem Verweis auf einen hohen Teilzeitanteil. Die Schweiz wird mit ihren hohen Gehältern und geringen Abgaben gar nicht erwähnt, da keine EU...
Wir sind als führende Volkswirtschaft in Europa auf Platz 10 von 28 Staaten mit dem Verweis auf einen hohen Teilzeitanteil. Die Schweiz wird mit ihren hohen Gehältern und geringen Abgaben gar nicht erwähnt, da keine EU...
muellerthomas 13.06.2019
5.
Nicht 1% Lohnerhöhung, sondern 1% Reallohnsteigerung. Das ist im historischen Vergleich sehr gut.
Zitat von shotaro_kanedaKeine Angst, Grundsteuerreform, CO2-Steuer, Kerosinsteuer, Flugabgabe und City-Maut kommen noch. Dadurch steigen so ziemlich alle Produkte und Dienstleistungen, Mieten, Strom, Sprit usw. im Preis. In Berlin stehen noch kräftige Mieterhöhungen an. Dann ist das Geld wieder weg. Und wie man bei 1% Lohnerhöhung von "spürbar" reden kann... Naja. Sollte man vielleicht mal definieren.
Nicht 1% Lohnerhöhung, sondern 1% Reallohnsteigerung. Das ist im historischen Vergleich sehr gut.

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