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Wirtschaft

Klimaschädliche SUV

Umweltverbände verlangen Aus für "Stadtpanzer"

SUV sind bei den Deutschen beliebt, obwohl sie sehr klimaschädlich sind. Kurz vor dem Start der Automesse IAA haben nun mehrere Umweltverbände den Stopp der Pseudo-Geländewagen gefordert.

Bernd Weißbrod / DPA

Ein Porsche Cayenne auf der Insel Reichenau: Kein Fahrzeugsegment wächst so schnell wie das der SUV

Montag, 09.09.2019   16:35 Uhr

Die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt wird zunehmend zum Klima-Tribunal über die Autoindustrie. Noch nie zuvor waren zu der an diesem Donnerstag in Frankfurt beginnenden Automesse derart massive Proteste angekündigt wie in diesem Jahr. Im Zentrum der Kritik stehen nicht erst seit dem verheerenden Unfall von Berlin-Mitte die SUV, weil sie sehr klimaschädlich sind.

Das BMW-Spitzenmodell X7 stößt etwa rund 200 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft. Die meisten auf dem europäischen Markt verkauften Autos liegen derzeit bei 120 bis 130 Gramm.

Eine Reihe von Umweltschutzverbänden hat die Autoindustrie und Autofahrer nun aufgefordert auf die spritschluckenden Geländewagen zu verzichten. Die Hersteller müssten die Entwicklung von SUV und allen anderen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren beenden und umgehend auf Elektroautos umstellen, forderte das Bündnis "Aussteigen".

Auch für Greenpeace steht außer Frage, dass SUV im Widerspruch zum Pariser Klimaschutzabkommen stehen. "Auf der IAA werden Klimakiller gefeiert", sagt Sprecherin Marion Tiemann. Sie verlangt eine schnelle Umkehr: "Wollen die Hersteller nicht Teil des Problems bleiben, müssen sie schleunigst auf kleine, leichte, geteilte E-Autos setzen und Mobilität als Dienstleistung begreifen."

Jürgen Resch, Chef des Vereins Deutsche Umwelthilfe (DUH), verlangt einen SUV-Verkaufstopp und einen Ausstieg aus der Verbrennertechnologie zum 1. Januar 2025. Zusammen mit dem Verkehrsclub VCD, dem Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club ADFC, Greenpeace und weiteren Organisationen ruft die DUH für den kommenden Samstag zu einer Fahrrad-Sternfahrt mit anschließender Großdemonstration auf, zu der die Frankfurter Polizei rund 20.000 Menschen erwartet. Allein die Anreise Tausender Radler über die beiden Stadtautobahnen A648 und A661 dürfte den Verkehr im Rhein-Main-Gebiet stocken lassen.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat versucht, mit den Kritikern ins Gespräch zu kommen. Einem Bürgerforum in Berlin folgt eine weitere Veranstaltung in Frankfurt während der IAA. Die Veranstaltung habe sich bereits von einer Automesse zu einer "Mobilitätsmesse" gewandelt, sagt VDA-Präsident Bernhard Mattes.

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Die Neuheiten die IAA 2019: Fette SUV und süße Kleine

In der momentanen Konjunkturflaute sind die deutschen Hersteller allerdings wirtschaftlich noch stärker vom Erfolg ihrer SUV abhängig. Bei BMW machten sie im August knapp die Hälfte der verkauften Autos aus. "Unsere neuen X Modelle sind bei den Kunden sehr beliebt", sagte Vertriebschef Pieter Nota. Erstmalig könnten in diesem Jahr mehr als eine Million Neuwagen dieses Typs auf die deutschen Straßen rollen.

hej/dpa

insgesamt 273 Beiträge
ptb29 09.09.2019
1. Der Unfall in Berlin hätte mit jedem anderen Fahrzeug passieren können
Jetzt stürzen sich sogenannte Umweltverbände auf die SUV. Und Vielflieger Resch verlangt sogar den Ausstieg aus der Verbrennung. Demnächst wird uns das Atmen verboten, da dabei auch CO2 ausgestoßen wird. Ich muss beruflich [...]
Jetzt stürzen sich sogenannte Umweltverbände auf die SUV. Und Vielflieger Resch verlangt sogar den Ausstieg aus der Verbrennung. Demnächst wird uns das Atmen verboten, da dabei auch CO2 ausgestoßen wird. Ich muss beruflich viel Reisen, das mache ich mit der Bahn. Es gibt aber auch Orte, die sind mit den Öffis nicht in akzeptabler Zeit zu erreichen. Die erreiche ich nicht mit dem E-Mobil, weil deren Reichweite zu gering ist.
yabba-dabba-doo 09.09.2019
2. Alles verbieten
Es reicht jetzt. SUV sollen verboten werden, Verbrenner sollen verboten werden. E Scooter sollen verboten werden. Innerdeutsche Flugreisen sollen verboten werden. Ölheizungen sollen verboten werden. Fleischessern soll verboten [...]
Es reicht jetzt. SUV sollen verboten werden, Verbrenner sollen verboten werden. E Scooter sollen verboten werden. Innerdeutsche Flugreisen sollen verboten werden. Ölheizungen sollen verboten werden. Fleischessern soll verboten werden , diese Liste ließe sich noch weiter fortsetzen. Unglaublich zu was für einer Diktatur Deutschland sich entwickelt. Das einzige was passieren muss ist die Abwahl von Grün Rot. Für die Freiheit, für die die Menschen so lange gekämpft haben.
dirkcoe 09.09.2019
3. Der richtige Ansatz
Da es - außer dem ausgeprägten Minderwertigkeitskomplex - keinen sachlichen Grund gibt einen SUV in Deutschland zu fahren, sind die bekannten Nachteile - Schadstoffausstoß, Flâchenverbrauch.und durch die kinetische Energie [...]
Da es - außer dem ausgeprägten Minderwertigkeitskomplex - keinen sachlichen Grund gibt einen SUV in Deutschland zu fahren, sind die bekannten Nachteile - Schadstoffausstoß, Flâchenverbrauch.und durch die kinetische Energie höhere Unfallfolgen einfach nicht mehr zu tolerieren.
GungaDin 09.09.2019
4. Ok
Aber dann bitte auch alle VW Bullis, MB V-Klasse, Ford Transit Custom, Toyota Proace Verso usw. Alle Campmobile sowieso. Und alle MB S-Klasse, BMW 7er, Audi A8.... Über Sinn und Zweck diverser Automobile kann man diskutieren, [...]
Aber dann bitte auch alle VW Bullis, MB V-Klasse, Ford Transit Custom, Toyota Proace Verso usw. Alle Campmobile sowieso. Und alle MB S-Klasse, BMW 7er, Audi A8.... Über Sinn und Zweck diverser Automobile kann man diskutieren, das dauernde und pauschale SUV-Bashing aber wird langsam lächerlich. Bei einem direkten Aufprall Auto/Mensch ist auch ein Smart tödlich.
rrippler 09.09.2019
5. Eine sehr vernünftige Forderung!
SUV's sind etwas für Nebenerwerbs-Landwirte, wie zB unseren grünen Landesvater W.Kretschmann, der auch einen fährt. Aber für normale Stadt- oder gar Großstadtbewohner bringt er wirklich keinen Nutzen, sondern schadet nur der [...]
SUV's sind etwas für Nebenerwerbs-Landwirte, wie zB unseren grünen Landesvater W.Kretschmann, der auch einen fährt. Aber für normale Stadt- oder gar Großstadtbewohner bringt er wirklich keinen Nutzen, sondern schadet nur der Umwelt und raubt wegen seine Übergröße anderen den Parkplatz. Es gäbe ein ganzes Paket sinnvoller Sofort-Maßnahmen zur CO2-Einsparung: - Verbot von SUV's in Städten - KFZ-Steuer stark abhängig von der Höchstgeschwindigkeit, in der Staffelung 100, 120, 140, 160, 180 km/h - Benzinsteuer verdoppeln, das besteuert direkt den Verbrauch und damit die CO2-Erzeugung und dämpft die Lust auf unnötige Spaß-Fahrten. Dadurch würde das unnötige Fahren von übermotorisierten und übergroßen Autos zu teuer für den Durchschnitts-Autofahrer, es lohnt dann nur für Leute die so etwas wirklich brauchen (schnelle Autos für Polizei, Ärzte u.ä., SUV's und Geländewagen gegen Antragstellung bei echtem Bedarf zB für Förster und Landwirte).

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